Hamburg: Gerichtstermin abgesagt! Rapper Al-Gear akzeptiert Strafe

Bea Swietczak
Rapper Al-Gear muss sich vor Gericht verantworten. Es geht um Polizisten-Beleidigung und einen Strafbefehl.
Rapper Al-Gear muss sich vor Gericht verantworten. Es geht um Polizisten-Beleidigung und einen Strafbefehl.
Foto: IMAGO / Fotostand, picture alliance/dpa | Martin Höke (Montage MOIN.DE)

Rapper Al-Gear (36) hatte es für klug gehalten, sich bei einer Hausdurchsuchung in Hamburg den Behörden zu widersetzen. Das hat nun ein Nachspiel!

Im September 2019 befand er sich in einem Hotelzimmer an der Osakaallee in der Hafencity in Hamburg. Dort bekam er Besuch von der Polizei. Der Verdacht: Er soll gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben.

Hamburg: Rapper sollte 120 Tagessätze wegen Beleidigung zahlen

Als die Beamten eintrafen und sein Zimmer durchsuchten, filmte der Rapper sie dabei mit seinem Smartphone und bepöbelte sie. Anschließend stellte er das Video ins Netz mit den Worten: „Die Polizei war gerade da…. So ein kleiner Nuttensohn….. Dreckskanaken…. Zum Glück verdiene ich mehr als diese Hurensöhne…“

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Das brachte ihm eine Geldstrafe ein: 120 Tagessätze wegen Beleidigung. Doch von Einsicht keine Spur. Er wendete sich gegen den das Urteil. Deshalb musste er an diesem Freitag eigentlich im Gericht antreten. Überraschend kam es jedoch anders.

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Das ist Al-Gear:

  • Al-Gear wurde im Oktober 1984 in Düsseldorf geboren.
  • Er heißt mit bürgerlichem Namen Abdelkader Zorgani und hat algerische Wurzeln.
  • Als er elf Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden.
  • Die Hauptschule verließ er ohne Abschluss.
  • 2008 durfte er beim Rapper-Kollegen Farid Bang auf dessen Album mitmachen.
  • 2011 kam der Durchbruch, als er sein Video „Miststück“ bei YouTube hochlud – eine Parodie des Songs „Dreckstück“ von Bushido und Fler.
  • Zusammenarbeit mit den Rappern Eko Fresh und Baba Saad.
  • 2012 Veröffentlichung seines Solo-Albums „Kein Feat. für Spastis“ mit Eintritt in die Charts.
  • 2014 und 2018 veröffentlichte er je ein weiteres Album.

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Ein Blick in die YouTube-Videos des Rappers zeigt: „Pussy“, „Blender“ und „Lutscher“ sind noch die milden Worte, mit denen er sich auszudrücken vermag. Homophobe Beleidigungen („Schw……“) kommen öfter vor. Beleidigungen für Frauen wie „Fo…“ genauso.

Hamburg: Nach eigenen Angaben war Al-Gear schon mehrmals im Knast

Überhaupt hat Al-Gear, der im wahren Leben Abdelkader Zorgani heißt und ein enger Kumpel von Rapper Farid Bang ist, schon einiges auf dem Kerbholz.

Nach eigenen Angaben war er schon mehrmals im Knast. 2018 sickerte durch, dass er rechtskräftig wegen Betrugs verurteilt wurde. Der Rapper mit den algerischen Wurzeln hatte im Jahr 2014 mehrere Monate lang Sozialhilfe bezogen.

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Dabei soll er Einkünfte von durchschnittlich 8.600 Euro im Monat gehabt haben. Die Quittung kam postwendend: 80 Tagessätze zu je 170 Euro, macht 13.600 Euro.

Hamburg: Er hatte einen Mitarbeiter des Düsseldorfer Ordnungsamtes beleidigt

Im Jahr 2019 fiel Al-Gear wieder auf. Er hatte einen Mitarbeiter des Düsseldorfer Ordnungsamtes beleidigt. Dafür bekam er sieben Monate auf Bewährung und war mit einer Geldstrafe von 2.400 Euro dabei.

Vor Gericht machte er dann glaubhaft, dass er von der Musik nicht leben könne. Deshalb soll er angeblich auf das Geld seiner Freundin angewiesen gewesen sein. So konnte er vereinbaren, die Zahlung in 100-Euro-Raten vorzunehmen.

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Doch der Gerichtstermin am Freitag kam nicht zustande. „Der Strafbefehl als solcher wurde akzeptiert“, sagt Gerichtssprecher Dr. Kai Wantzen. „Jetzt geht es nur noch um die Höhe der Tagessätze. Dafür müssen noch Unterlagen erbracht werden, aus denen sein Einkommen hervorgeht.“