Hamburg: Diese Vierbeiner werden immer wieder entführt – das hat traurige Folgen

Der Hamburger Tierschutzverein spricht eine Warnung aus.
Der Hamburger Tierschutzverein spricht eine Warnung aus.
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Die Frühlingsgefühle erwachen und viele Tiere in Hamburg bekommen nun Nachwuchs. So hat der Hamburger Tierschutzverein (HTV) bereits einige Hasenkinder aufgenommen.

In der Regel sind die Tiere aber gar keine Waisen, sie werden versehentlich entführt. Der Tierschutzverein aus Hamburg appelliert jetzt, die Junghasen nicht mitzunehmen, denn das hätte traurige Konsequenzen!

Hamburg: Tiere sind oft nicht hilfebedürftig

Der HTV-Pressesprecher und Diplom-Biologe Sven Fraaß erklärt: „Der überwiegende Teil aufgefundener Junghasen benötigt keine menschliche Hilfe. Und auch wenn die Jungen von Menschen voreilig mitgenommen wurden, ist es oft noch nicht zu spät.“

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„Hasen können sogar noch am Folgetag an den Fundort zurückgebracht werden, ohne dass die jeweilige Mutter sie aufgegeben hätte“, sagt Fraaß. Da es sich bei Hasen um Kulturflüchter handelt, sollte aber möglichst verhindert werden, die Jungtiere mit bloßen Händen anzufassen, da die Mütter nervös auf den menschlichen Geruch reagieren.

Hamburg: Hasenkinder warten auf ihre Mutter

Doch warum machen die Hasenkinder auf viele Menschen einen hilfsbedürftigen Eindruck? Laut dem Hamburger Tierschutzverein warten sie den halben Tag auf ihre Mutter, die sie nur morgens und abends in der Dämmerung säugt.

Einen schützenden Bau gibt es nicht, doch dieser ist auch nicht nötig, da die kleinen Hasen vollständig entwickelt geboren werden und für ihre Feinde quasi unsichtbar sind. Sie ducken sich in eine Sasse, wie die flache Kuhle genannt wird, in der sie warten. Keine Bewegung, kein Laut und kein Geruch verraten sie.

Hamburg: Im Notfall um Hilfe bitten

Ist ein Junghase jedoch eindeutig nicht in der Lage, allein zu überleben, ist Hilfe selbstverständlich richtig. Das ist zum Beispiel bei einer offensichtlichen Verletzung der Fall.

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„Allerdings sollten sich gerade bei Hasen keinesfalls Laien daran versuchen, das empfindliche Jungtier zu päppeln oder ein offensichtlich krankes Tier zu behalten”, betont Sven Fraaß.

Im Tierheim Süderstraße in Hamburg behandelt ein ausgebildetes Praxisteam die verwaisten Wildtiere – fachkundige Tierpfleger/innen ziehen sie artgemäß groß und bereiten damit eine erfolgreiche Auswilderung vor.

Hamburg: Tierschutzverein appelliert

Dabei ist es besonders wichtig, dass die Tiere genügend Platz zum Hakenschlagen haben, um sich ihre überlebenswichtigen Beine nicht zu brechen und ihre Muskeln zu trainieren.

Der HTV empfiehlt daher: Bevor Sie aktiv werden, holen Sie sich einen fachkundigen Rat oder Unterstützung, zum Beispiel vom Tierschutzverein selbst.

Der Tierschutzverein betreibt nämlich eine der größten Wildtierstationen Norddeutschlands. Allein 2020 gelangten mehr als 6.200 Wildtiere in die Obhut des Tierheims, darunter 60 Feldhasen. Für diese Arbeit erhält der Tierschutzverein kein Geld aus öffentlicher Hand, sondern kommt für alle Kosten selbst auf.

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Daher ist der HTV dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. >>> Hier kannst du auf der Homepage dem Tierschutzverein helfen. (oa)