Hamburg: Tierheim schlägt Alarm und spricht dringenden Appell an Bürger „Bitte nicht“

Hamburg: Noch ein Tierheim ist am Limit (Symbolbild).
Hamburg: Noch ein Tierheim ist am Limit (Symbolbild).
Foto: IMAGO/ITAR-TASS

Es nimmt kein Ende in Hamburg! Die Lage spitzt sich für immer mehr Tierheime dramatisch zu. Erst Ende April rief die Igelstation Looki e. V. um Hilfe und kündigte an, die aufgenommenen Tiere nicht mehr versorgen zu können (>>> hier mehr lesen).

Nun ist eine weitere Einrichtung in Hamburg am Limit und schlägt Alarm – vor allem Jungtiere sind betroffen.

Hamburg: Tierheim platzt aus allen Nähten

Betroffen ist der Hamburger Tierschutzverein, der das größte Tierheim im gesamten Norden betreibt. Janet Bernhard, die erste Vorsitzende der Organisation spricht von „Grenzen der Belastbarkeit“.

Das Problem: Die Wildtierstation droht, aus allen Nähten zu platzen. In den Sommermonaten sind mehr Menschen im Freien unterwegs, genießen Spaziergänge in Wald und Park. Dabei lesen Spaziergänger immer wieder Wildtiere in Not auf – und liefern sie in Tierpflegestationen wie dem Hamburger Tierschutzverein ab.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Vor Ort gibt es eine spezielle Wildtierstation, die sich verwaisten oder verletzten Tieren wie Feldhasen, Eichhörnchen oder Amseln annehmen. Nun sind die Kapazitäten des Hamburger Tierschutzvereins am Limit, ein Aufnahmestopp nicht mehr in weiter Ferne. Verheerend wäre eine Schließung der Aufzuchtstation vor allem für Jungtiere, die besonders viel Aufmerksamkeit brauchen.

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Wildtierpfleger und -pflegerinnen leiden zudem unter der hohen Belastung. Bedenklich: Nötig ist die verheerende Lage in der traditionsreichen Tierpflegeeinrichtung keinesfalls. Denn in einer Notlage befinden sich die meisten der wilden Tierchen gar nicht.

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Deshalb wandte sich der Hamburger Tierschutzverein nun mit einem dringlichen Appell an die Öffentlichkeit. Hilfebedürftige wirkende Tiere sollten nicht voreilig eingesammelt werden – oft zeigten sich die Eltern der vermeintlich Verlassenen doch noch. Oft sind die ausgewachsenen Tiere auf Nahrungssuche, oder verstecken sich vor den Menschen, während der Nachwuchs auf Erkundungs-Tour geht.

„Wir schätzen, dass mehr als die Hälfte der zu uns gebrachten Jungtiere keine menschliche Hilfe benötigten, sondern von ihren ungesehenen Elterntieren weiter versorgt worden wären“, erläutert Janet Bernhardt, erste Vorsitzende des Vereins.

Durch vorschnelles Handeln umsorgen viele vermeintliche Helfer die jungen Wildtiere also überhaupt nicht – und entreißen sie ihrem natürlichen Lebensraum.

Eine dramatische Überbelegung der Wildtierstation in Hamburg ist zwar noch nicht eingetreten, doch die Tierpfleger rechnen mit einer Verdopplung der aktuellen „Gäste“-Zahl.

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In seinem dringlichen Appell liefert der Hamburger Tierschutzverein Verhaltenstipps gleich mit:

  • Ist ein Jungtier eindeutig in einer Notlage, ist HIlfe natürlich richtig, und du solltest dich nicht selbst an der Versorgung versuchen!
  • Vögel mit Gefieder, die verwaist wirken, kannst du (in direkter Nähe zum Fundort) in ein Gebüsch oder ähnliches setzen.
  • Sind Vögel noch nackt, muss unbedingt das schützende Nest gefunden werden – liegt es in luftiger Höhe, unbedingt auf die eigene Sicherheit achten!
  • Generell gilt: Das Elterntiere ihren Nachwuchs wegen menschlichen Geruchs verstoßen, kommt nicht vor.

Wer unsicher ist, ob ein Wildtier wirklich hilfebedürftig ist, kann sich während der Öffnungszeiten des Tierheims unter 040 - 21 11 06-0 beraten lassen. Sollte ein Jungtier jedoch offensichtlich schwer verletzt sein, muss es zum Hamburger Tierschutzverein gebracht werden – der auch über einen Notruf unter der 040-22 22 77 zu erreichen ist. (wip/dpa)