Hamburg: Wissenschaftlerin setzt ihren Traum um – damit könnte ein großes Problem gelöst werden

Bea Swietczak
Mit ihrem Unternehmen wollen Anne Lamp (rechts) und Johanna Baare Plastikmüll reduzieren.
Mit ihrem Unternehmen wollen Anne Lamp (rechts) und Johanna Baare Plastikmüll reduzieren.
Foto: traceless

Ein bekanntes Sprichwort heißt: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das trifft bei Dr. Anne Lamp (30) aus Hamburg voll zu. Die Eltern der promovierten Verfahrensingenieurin kommen aus ähnlichen Bereichen. Ihre Mutter ist Mathematik- und Physik-Lehrerin, ihr Vater Physiker.

Obwohl die Unternehmerin noch so jung ist, hat sie schon sehr viel geschafft. Erst im September 2020 gründete sie mit ihrer Kollegin und rechten Hand Johanna Baare in Hamburg ein Start-up namens „traceless“ (zu Deutsch: spurlos).

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Hamburg: Neue Technologien für mehr Nachhaltigkeit

Sie hat 17 Mitarbeiter. Die meisten kommen aus dem technischen Bereich und sind vorwiegend Chemie-Ingenieure, Verfahrenstechniker, Chemiker und Prozesstechniker. Die anderen kommen aus Marketing, Design und Business-Development.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Sechs verschiedene Förderungen und Investments konnte die umtriebige Umweltwissenschaftlerin mit der 60 bis 70-Stunden-Woche schon mobilisieren. Sie reichen vom Darboven-Förderpreis in fünfstelliger Höhe bis zu 2,42 Millionen Euro. Diese stattliche Summe gab’s im Oktober von der EU. Sie ist ein Zuschuss und eine Beteiligung vom „European Innovation Council“, das gefragte Technologien unterstützt.

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Was ihre Firma denn so gefragt macht? Sie bringt neuartige, natürliche und innovative Materialien auf den Markt. Die sind in ihrer Qualität, Funktionalität und im Preis eine Alternative zu konventionellen Kunststoffen. Also für eine zu hundert Prozent plastikfreie Umwelt. In diesem Sektor hat Dr. Anne Lamp bereits drei Patente, drei weitere in anderen Segmenten.

„Die Technologie habe ich selbst entwickelt“, erzählt sie. „Es hatte sich einfach so ergeben.“ Denn eigentlich promovierte sie gerade an der TU-Harburg in einem anderen Bereich. „Nebenbei versuchte ich, alles, was aus Erdöl hergestellt wird, aus Biomasse herzustellen. Das war eher ein Nebenprojekt“, sagt sie. „Aber es hat mich nicht mehr losgelassen.“ Bald ergaben sich erste Kontakte in die Wirtschaft. „Ich stellte fest, dass es ein großes Interesse für meine Arbeit gab. Daraus ist die Idee entstanden, das Start-up zu gründen.“

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Mehr über Anne Lamp

  • Dr. Anne Lamp wurde im März 1991 in Hamburg geboren.
  • Ihre Mutter ist Mathe- und Physiklehrerin, ihr Vater Physiker.
  • Das Abitur absolvierte sie am Gymnasium Oberalster.
  • Sie studierte an der TU-Harburg und promovierte in einem Bereich der Verfahrenstechnik.

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Hat sich ihre Passion schon als Kind abgezeichnet? „Ich bin am Stadtrand von Hamburg aufgewachsen und war sehr naturbegeistert“, denkt sie an ihre Kindheit zurück. „Bevor ich in die Schule kam, habe ich schon Mathe-Knobel-Aufgaben gelöst. Später war ich immer gut in Mathe und kreativen Fächern. Auch Chemie mochte ich gern. Deutsch war nicht so mein Ding.“

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Zuerst wollte Dr. Anne Lamp auch Mathe-Lehrerin wie ihre Mutter werden. Aber es kam anders. „Zuerst hatte ich noch überlegt, eine Ingenieurinnen-Laufbahn einzuschlagen. Aber von dem Gedanken kam ich ab, weil man da Mathe und Physik gut können muss. Und Physik fand ich nicht so gut.“ Dann entdeckte sie auf der Suche nach einem Studienplatz, dass es auch das Fach Verfahrenstechnik gibt. Da braucht man Mathe und Chemie. Bingo.

Hamburg: Neues Labor für die Forschenden

Wo geht künftig die Reise hin? „Langfristig gesehen sind meine Abnehmer die verarbeitende Kunststoff-Industrie. Firmen, die zum Beispiel Folien, Strohhalme oder Verpackungen herstellen“, sagt sie. „Sie können das Material kaufen und in ihren Maschinen verarbeiten.“

Wo sieht sie sich in zehn Jahren? „Da möchten wir eine Million Tonnen traceless-Material produziert haben. Ich sehe mich, wie ich neben der Anlage stehe und zuschaue, wie sie produziert.“ Dann will sie auch 500 Mitarbeiter beschäftigen. Mit diesen Visionen können 1,65 Millionen Tonnen CO₂ sowie eine Million Tonnen Plastikmüll vermieden werden.

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Noch steckt das Unternehmen in den Anfängen. Ab Januar geht’s weiter aufwärts. Denn da bezieht Dr. Anne Lamp mit ihrem Team ihre ersten, eigenen Labor-Räume in Buchholz. Bislang hat sie die Labore in der TU-Harburg benutzen dürfen. „Wir wurden dort freundlich geduldet“, lächelt sie.