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HVV in Hamburg: Folgt bald diese Idee auf das 9-Euro-Ticket? „Kein Zurück zum alten System“

HVV in Hamburg: Eine U-Bahn fährt in die Station Landungsbrücken ein. Foto: IMAGO / Jürgen Ritter

Angesichts des großen Zuspruchs für das 9-Euro-Ticket und die vielen neuen HVV-Kunden wird in Hamburg über eine Anschlusslösung für das Ende August auslaufende Angebot diskutiert.

Der Erfolg des 9-Euro-Tickets und die in ganz Deutschland gestiegenen Fahrgastzahlen müssten für den rot-grünen Senat in Hamburg ein Weckruf sein, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. „Wir benötigen in unserer Stadt eine Ausbau- und Preisoffensive für den ÖPNV. Nur so werden wir die verkehrlichen Herausforderungen der Zukunft meistern.“ Einige Ideen für den HVV gibt es bereits: Klimaticket (hier mehr dazu) und 29-Euro-Ticket zum Beispiel.

HVV in Hamburg: Auch 69-Euro-Ticket und 365-Euro-Ticket sind im Rennen

Während die CDU schon seit Jahren die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets in Hamburg fordert, begrüßte die SPD-Bürgerschaftsfraktion den Vorschlag einer 69-Euro-Monatskarte, die wie das 9-Euro-Ticket bundesweit im Nahverkehr gültig sein soll.

Die Fokussierung von SPD und Grünen auf den Umbau Hamburgs zur Fahrradstadt werde dem Senat nicht die gewünschte Mobilitätswende bringen, warnte Thering. „Wer möchte, dass der ÖPNV wirklich Hamburgs Straßenverkehre entlastet, muss dessen Kapazitäten hochschrauben und die finanziellen Hürden für die Hamburgerinnen und Hamburger senken.“ Auf die Menschen kämen in den nächsten Monaten ohnehin enorme Kostensteigerungen zu. „Eine generelle Erleichterung bei den Mobilitätskosten ist dadurch mehr als angebracht.“

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Dennis Thering (CDU), Fraktionsvorsitzender seiner Partei in der Hamburgischen Bürgerschaft.
Dennis Thering (CDU), Fraktionsvorsitzender seiner Partei in der Hamburgischen Bürgerschaft.
Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

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Die hohe Nachfrage nach den 9-Euro-Tickets zeige, „dass die Bevölkerung durchaus bereit ist, attraktive Angebote im öffentlichen Personenverkehr zu nutzen“, sagte Thering. „Ein 365-Euro-Ticket wäre dafür der richtige Weg.“

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Daten und Fakten zum HVV:

  • wurde am 29. November 1965 gegründet
  • umfasst das Hamburger Stadtgebiet und umliegende Gebiete in Schleswig-Holstein und Niedersachsen
  • Zum Angebot des HVV zählen auch vier U-Bahn-Linien (betrieben von der Hamburger Hochbahn AG) und sechs S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Hamburg GmbH)
  • ist mit rund 4.500 Fahrzeugen im Einsatz
  • befördert laut eigenen Angaben rund 2,6 Millionen Fahrgäste am Tag
  • Es gibt 10.184 Haltestellen im Verbundgebiet
  • 763 Linien werden betrieben

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HVV in Hamburg: Kein Zurück zum alten System?

Am Freitag hatte sich der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für die Einführung eines bundesweiten Klimatickets zum Preis von monatlich 69 Euro ausgesprochen. Hamburgs SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf nannte dies eine gute Grundlage für die Debatte um einen Nachfolger des 9-Euro-Tickets.

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„Das 9-Euro-Ticket ist äußerst kostenintensiv, aber es funktioniert und hat der Mobilitätswende einen kräftigen Schub gegeben“, sagte er. Klar sei, dass es kein Zurück zum alten System geben könne. „Als SPD-Fraktion begrüßen wir den Vorschlag für eine bundesweite Anschlusslösung zum 9-Euro-Ticket.“ Ob der Preis von 69 Euro sozial und verkehrspolitisch angemessen und realisierbar sei, müssten die Beratungen der nächsten Wochen zeigen.

„Der Bund, der mit dem 9-Euro-Ticket den Anfang gemacht hat, ist jetzt in der Pflicht, sich in die Debatte um eine tragfähige Preisgestaltung einzubringen und einen großen Beitrag zur Finanzierung zu leisten“, sagte Kienscherf. Das 9-Euro-Ticket habe sich als „Attraktivitätsbooster für den ÖPNV“ erwiesen. Dieses Momentum müsse genutzt werden, um die Mobilitätswende im Sinne des Klimaschutzes voranzubringen.