Jan Delay schießt scharf gegen seine Heimat Hamburg – und er ist nicht alleine

Rapper Jan Delay kämpft mit anderen Prominenten für ein altes Denkmal in Hamburg.
Rapper Jan Delay kämpft mit anderen Prominenten für ein altes Denkmal in Hamburg.
Foto: imago/Future Image

Welcher Ort in Hamburg hat am meisten Soul? Diese Frage hat sich einst der Eppendorfer Jan Delay gestellt, als er über das Cover für ein neues Album nachdachte. Überlegen musste der Künstler dafür nicht lange. Ihm war sofort klar: es ist die Sternbrücke!

„Wunderschön“ sei diese, sagt Jan Delay in einem Video der „Initiative Sternbrücke". Und deswegen ist er überhaupt nicht damit zufrieden, dass die Deutsche Bahn und die Rot-Grüne Hamburger Regierung diese für einen gigantischen Neubau abreißen wollen.

Jan Delay ist nicht alleine

Wie viele andere Prominente setzt sich Jan Delay dafür ein, dass die Sternbrücke bleibt. Auch Fatih Akin oder Frank Otto appellierten schon, das schöne Bauwerk zwischen Sternschanze und Altona zu erhalten.

Sie wollen, dass die Brücke saniert wird. Tatsächlich existiert ein Gutachten, das bestätigt, dass das möglich ist. Die Stadt und die Bahn berufen sich allerdings auf mehrere weitere Gutachten, die besagen, ein Neubau sei schneller, günstiger und effektiver für den Verkehr.

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Das scheint wichtiger zu sein, als der Erhalt eines über 100 Jahre alten Denkmals und mehrerer Musikclubs, die sich unter der Brücke befinden.

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Das ist Jan Delay:

  • Jan Delay wurde am 20. Februar 1976 in Hamburg-Eppendorf geboren
  • Sein bürgerlicher Name ist Jan Philipp Eißfeldt
  • Der Musiker ist Mitglied der Hip-Hop-Gruppe Beginner, aber vor allem als Solokünstler bekannt
  • Musikalisch kombiniert Jan Delay gerne verschiedene Musikstile wie Hip-Hop, Reggae, Soul, Rock und Funk
  • Sowohl in seinen Texten als auch privat übt Jan Delay immer wieder soziale und politische Kritik

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Jan Delay poltert gegen die Grüne

„Wir müssen hier alles viel größer und breiter machen, das sagt die Grüne Regierung, damit hier noch mehr Autos durchpassen“, poltert Jan Delay. „Ich sag' euch eine Sache: Verkehrswende bedeutet zuerst einmal weniger Autos, okay?“.

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MOIN.DE konfrontierte die vom Grünen Anjes Tjarks geführte Verkehrsbehörde erst kürzlich mit diesen Vorwürfen. Will diese tatsächlich die Sternbrücke zugunsten eines riesigen Neubaus im Stil der Fehmarnsundbrücke opfern, damit noch mehr Autos an der Kreuzung passieren können? Angeblich nicht.

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Das ist die Sternbrücke in Hamburg:

  • eine Eisenbahnbrücke zwischen den S-Bahn-Haltestellen Sternschanze und Holstenstraße
  • sie wurde 1893 erbaut und hat seit den 20er-Jahren ihre heutige Form
  • zwei Gleise der S-Bahn und zwei Gleise für Fernzüge trägt die Brücke
  • einer der meistfrequentiertesten innerstädtischen Gleisabschnitte in Deutschland: 900 Züge/Tag
  • etwa 50.000 Fahrzeuge unterqueren die Brücke täglich
  • unter der Sternbrücke kreuzen sich Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee

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„Wir können uns sehr gut vorstellen, für den Bus- und Radverkehr eine Spur je Fahrtrichtung freizuhalten. Das wird aber Gegenstand der zukünftigen Abstimmungen mit dem Bezirk sein", sagte Behördensprecher Dennis Heinert. Man wolle den Autoverkehr deutlich reduzieren.

Jan Delay: „Wie in Chicago"

„Lasst diese Brücke bitte so, wie sie jetzt ist, sie ist wunderschön, sie ist der souligste Ort in ganz Hamburg, hier sieht es wirklich aus wie in Chicago", fordert Jan Delay.

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Mittlerweile gibt es breiten Protest, der sich für die Sternbrücke einsetzt. Zum Beispiel über eine Petition, die ihren Erhalt fordert und die auch Jan Delay unterstützt.

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Die ganze Geschichte um die Sternbrücke und die Musik-Clubs, wie der Neubau aussieht und wie der Verkehrssenator diesen rechtfertigt, kannst du >>> hier lesen. (rg)