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Jan Fedder sprach einst über seine größten Fehler: „Noch mal die Kurve gekriegt“

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Er war ein rauer Hamburger Jung mit Ecken, Kanten und dem Herz auf der Zunge: Vor zwei Jahren ist Volksschauspieler Jan Fedder verstorben. Auch heute noch gedenken viele seiner Wegbegleiter und Fans dem Original, das die Stadt prägte.

Noch ein gemeinsames Weihnachten konnte Jan Fedder mit seiner Marion 2019 verbringen. Sie verbrachten einen besinnlichen Abend, übergaben sich Briefe und Geschenke. Beseelt und glücklich gingen sie auseinander. Nur wenige Tage später verstarb der Schauspieler in seiner Wohnung.

Jan Fedder: Ein exzessives Leben am Limit

In seiner Biografie „Unsterblich“ hat Autor Tim Pröse das bewegte Leben Jan Fedders festgehalten. Darin erzählt der Hamburger von Geschichten, Begegnungen, Schicksalsschlägen, die ihn auf seiner Reise begleiteten.

Auch vor Selbstreflexion schreckte Fedder zu Lebzeiten nicht zurück. Und so widmete er sich in einem Kapitel ganz seinen eigenen Fehlern und analysierte seine Eigenschaften. „Ich hab vom lieben Gott sehr viele Gaben abbekommen: Menschlichkeit, großes Herz, Sammelleidenschaft für alte und völlig unsinnige Sachen“, heißt es darin.

Tatsächlich begleitete ihn seine Sammelliebe über mehrere Jahre. Auf seinem Bauernhof kamen viele der zusammengetragenen Schätze unter. Doch mit der Zeit verstaubten sie auf dem riesigen Gelände. Mittlerweile haben einige der Raritäten neue Besitzer gefunden, die sie in Ehren halten.

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Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 geboren.
  • Er wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern betrieben das Lokal „Zur Überseebrücke“, das direkt im Hamburger Hafen lag.
  • Schon mit 13 Jahren stand Jan Fedder zum ersten Mal vor der Kamera.
  • Immer wieder hat Jan Fedder norddeutsche Charaktere verkörpert. Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Revierleiters Dirk Matthies im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie.
  • Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Marion.
  • Neben seiner Wohnung in Hamburg, die er bis zuletzt als „Junggesellenbude“ bezeichnete, besaß der Schauspieler auch ein Anwesen in Ecklak in Schleswig-Holstein.
  • 2012 wurde bei ihm die Vorstufe eines Mundhöhlenkarzinoms festgestellt.
  • Fedder starb laut Witwe Marion am 30. Dezember 2019 „am plötzlichen Herztod“ in seiner Wohnung in Hamburg.

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„Ich trinke zu viel und habe zu exzessiv gelebt“, berichtet Jan Fedder weiter. „Mein toller Kollege Diether Krebs hatte das auch. Der hat auch in seinem Leben gebrannt von beiden Seiten. Da muss man sich nicht wundern, wenn man früher abtreten muss. Aber nun habe ich ja noch mal die Kurve gekriegt.“

Jan Fedder: Eine ehrliche Haut

Auch auf seine schonungslose Ehrlichkeit kommt die „Großstadtrevier“-Legende zu sprechen. „Ein Fehler von mir ist manchmal auch meine Ehrlichkeit. Dass ich jedem immer die Wahrheit sage. Was man aber nicht immer machen sollte. Diplomatie ist die Sache von Marion und meinem Freund Joerg, die können das“, so Fedder.

Ein anderer Fehler sei, dass er immer zu spät komme. Das würden seine Kollegen sagen. Auch dass er nie den Text lerne und sich vorbereite. „Aber wenn es logeht, dann geht das aber richtig los!“

„Ich bin übrigens auch ein Egomane. Kein Egoist, aber ein Egozentriker. Muss ich sein. Darum habe ich auch keine Kinder. Damit ich diese Spiellaune bewahre. Weil ich selber ein Kind bin und mit mir selber so beschäftigt“, heißt es weiter.

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Doch zum Ende seines Lebens ist der einstige Kiez-Held ruhiger geworden. „Ich war früher viel, viel schlimmer“, so Jan Fedder. Von einem reflektierten Blick auf sich selbst und seine Geschichte ist auch die Biografie geprägt. Weitere Einblicke in das Leben von Jan Fedder erhälst du in „Unsterblich“, von Tim Pröske, erschienen im Heyne-Verlag. (mik)