Streik der Deutschen Bahn in Hamburg: DAS musst du für Donnerstag wissen

Am Mittwoch war der Bahnverkehr in Hamburg massiv eingeschränkt. Am Donnerstag geht der Streik weiter.
Am Mittwoch war der Bahnverkehr in Hamburg massiv eingeschränkt. Am Donnerstag geht der Streik weiter.
Foto: picture alliance/dpa | Bodo Marks (Montage MOIN.DE)

Wer am Donnerstag mit der Deutschen Bahn fahren will, braucht noch immer starke Nerven. Die Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft GDL haben sich mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Es kommt wie schon am Mittwoch bundesweit zum Streik – auch in Hamburg.

Viele Personenzüge wie auch die Infrastruktur der Bahn werden lahmgelegt. Hier erfährst du, welche Auswirkungen der Streik der Deutschen Bahn in Hamburg hat.

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Donnerstag, 12. August

Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat weiterhin starke Auswirkungen auf den Zugverkehr im Norden. Nachdem bereits am Mittwoch der Regionalverkehr massiv beeinträchtigt war, müssen sich Reisende auch am Donnerstag auf Zugausfälle einstellen.

Mithilfe eines Ersatzfahrplans soll ein Mindestangebot aufrecht erhalten werden. „Wie gestern, gilt der Ersatzfahrplan auch heute. Er ist heute Morgen stabil angelaufen“, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstag.

Streik der Deutschen Bahn in Hamburg: Diese Bahnen sind betroffen – die wichtigsten Infos

  • Im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn ihr Angebot auf ein Viertel reduziert. Im Regionalverkehr werden etwa 40 Prozent des Verkehrs aufrechterhalten.
  • Die RE 9 wird auf dem Streckenabschnitt Osnabrück Hbf - Bremen voraussichtlich im Zweistundentakt bedient.
  • Züge der RE 5 (Cuxhaven – Hamburg Hbf) werden am Donnerstag mindestens im Zweistundentakt bedient.
  • Auch Fahrgäste der S-Bahn müssen sich weiterhin auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.
  • Über die aktuelle Lage im HVV berichtet dieser Twitter-Account.
  • Auf bahn.de und in der App DB Navigator steht ein Ersatzfahrplan zur Verfügung.
  • Die Streik-Hotline für Bahnkunden lautet 08000 99 66 33.

7.30 Uhr: Kein Chaos in Hamburg

Viele Pendler und Reisende in Hamburg traf der Streik überraschend, dennoch zeigt sich die Lage in der Stadt überraschend entspannt. Der NDR berichtet darüber.

Mittwoch, 11. August

16.41 Uhr: Am Donnerstag wird weiter gestreikt

Zugausfälle und Verspätungen: Nach starken Einschränkungen am Mittwoch wegen des bundesweiten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) müssen sich Reisende im Norden auch am Donnerstag auf ähnliche Auswirkungen einstellen. „Es wird genauso weitergehen“, sagte ein GDL-Sprecher des Bezirks Nord.

Am Mittwoch sei bereits ein großer Teil der Fern- und Regionalzüge der Deutschen Bahn ausgefallen. Auch die S-Bahn in Hamburg sei betroffen gewesen. Noch bis in die Nacht zum Freitag streiken die Lokführer.

10.48 Uhr: Menschen steigen auf Mietwagen um

Die Streikankündigung der Lokführer hat die Buchungen von Mietwagen als Alternative zur Bahn in die Höhe schnellen lassen. Wie das Vergleichsportal Check 24 am Mittwoch mitteilte, stiegen die Buchungen nach der Ankündigung der Streiks am Dienstagvormittag durch die Lokführergewerkschaft GDL deutlich an. Demnach wurden bundesweit rund 74 Prozent mehr Leihwagen gebucht als am Dienstag vor einer Woche.

Dem Portal zufolge war die Nachfrage nach einer Mietwagenabholung in den Metropolen Berlin und Hamburg besonders groß – dort hätten sich die Buchungen mehr als verdoppelt, teilte das Portal mit. Da es zu Engpässen kommen könne, werde Verbraucherinnen und Verbrauchern geraten, sich rasch zu entscheiden – eine kostenfreie Stornierung sei online bis 24 Stunden vor Abholung möglich.

9.07 Uhr: Keine Verkehrsbehinderungen auf den Autobahnen

In Hamburg fallen die Linien S31, S2 und S11 während des Streiks aus. Auf den Linien S1, S21 und S3 wird ein 20-Minuten-Takt eingerichtet.

Zu Verkehrsbehinderungen, weil die Fahrgäste auf das Auto umsteigen, kommt es jedoch nicht. „Außer den üblichen Staus auf der A23 und A24 haben wir eine relativ entspannte Verkehrslage“, teilte die Verkehrsleitstelle Hamburg am Mittwochmorgen mit.

Der Ersatzfahrplan sei stabil angelaufen und an den Bahnhöfen sei es noch relativ ruhig, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Dennoch ist in Schleswig-Holstein der Regionalverkehr massiv beeinträchtigt. „Wir versuchen, ein Mindestangebot aufrechtzuerhalten und bestimmte Strecken zu fahren“, so die Sprecherin.

8.24 Uhr: Unverständnis bei Pendlern über Bahnstreik auf Strecke nach Sylt

Die Pendler, die täglich mit der Bahn zur Arbeit auf die Nordseeinsel Sylt und zurück fahren, sind über den Streik der Bahn verärgert. „Der Streik wird bei den Pendlern natürlich nicht sehr gut aufgenommen, zumal die Lebensader die Bahn ist“, sagte der Sprecher der Pendlerinitiative Achim Bonnichsen der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben keine andere Möglichkeit auf die Insel zu kommen. Wir sind auf die Bahn angewiesen.“ Der Ausstand an sich sei das Gute Recht der Bahner. „Aber eine Lebensader so zu unterbrechen, ist natürlich unverhältnismäßig.“

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Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte bereits am Dienstagabend an die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) appelliert, die Sylt-Strecke von ihrem zweitägigen Bahnstreik auszunehmen. Nach Angaben der Bahn soll auf der Strecke zumindest alle zwei Stunden ein Zug fahren.

Der Zug um 6.31 Uhr ab Niebüll sei schon „sehr gut gefüllt“ aus Husum gekommen, sagte Bonnichsen. In Klanxbüll, dem letzten Festlandhalt vor der Insel, konnten demnach noch einige Pendler einsteigen, andere sind nicht mehr mitgekommen. „Abstand halten war absolut nicht möglich im Zug.“ Dies macht Bonnichsen auch mit Blick auf die hohen Corona-Zahlen auf Sylt Sorge. „Es fährt ein sehr ungutes Gefühl mit.“

Das Sylt-Shuttle ist laut der Deutschen Bahn übrigens nicht von Streikmaßnahmen betroffen, hier wird nach dem Regelfahrplan gefahren.

7.56 Uhr: Deutsche Bahn will am Freitag wieder fahren

Laut eigenen Angaben setzt die Deutsche Bahn alles daran, am Freitag wieder den Regelbetrieb aufnehmen zu können.

Unser Redakteur fordert, sich nicht über die Lokführer aufzuregen und sieht in den DB-Managern die Schuldigen. Den ganzen Kommentar kannst du >>> hier lesen.

7.35 Uhr: Hochbahn in Hamburg fährt

Nur zur Erinnerung: Die Hochbahn in Hamburg ist nicht vom Streik betroffen – U-Bahnen und Busse fahren also.

Die Hochbahner verweisen aber freundlich auf Twitter auf den Streik bei den Kollegen der S-Bahn.

6.34 Uhr: Bahnstreiks sorgen im Norden für Zugausfälle

Am frühen Mittwochmorgen sind nach Angaben der Deutschen Bahn auch in Hamburg und Schleswig-Holstein zahlreiche Lokführer im Personenverkehr in den Streik getreten. Der Ausstand habe um 2.00 Uhr begonnen, bestätigte eine Bahnsprecherin. „Erste Auswirkungen sind bereits spürbar“, sagte sie. Ein Ersatzfahrplan sei angelaufen, dennoch werden zahlreiche Bahnen ausfallen.

Fahrgäste der Hamburger S-Bahn müssen sich darauf einstellen, dass die Linien S31, S2 und S11 während des Streiks nicht fahren. „Auf den Linien S1, S21 und S3 versuchen wir einen 20-Minuten-Takt anzubieten“, kündigte die Sprecherin der Deutschen Bahn an.

In Schleswig-Holstein sei der Regionalverkehr massiv beeinträchtigt. „Wir versuchen, ein Mindestangebot aufrecht zu erhalten und bestimmte Strecken zu fahren“, sagte die Sprecherin. Da jedoch auch Stellwerke bestreikt werden, könne es auch im Ersatzfahrplan zu Ausfällen kommen.

Das Sylt-Shuttle ist laut der Deutschen Bahn nicht von Streikmaßnahmen betroffen, hier wird Regelfahrplan geahren. Zwischen Westerland (Sylt) und Niebüll wird überwiegend ein Zweistundentakt mit einer Verdichtung zu den Hauptverkehrszeiten angeboten.

Im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn bundesweit 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Das habe auch Auswirkungen auf den Fahrplan am Hamburger Hauptbahnhof und an anderen Fernbahnhöfen der Stadt, sagte die Bahn-Sprecherin.

Dienstag, 10. August

17.46 Uhr: Ersatzangebot für Hamburger S-Bahn

„Wir werden alles dafür tun, um die Einschränkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Ziel sei es, ein Ersatzangebot bereitzustellen.

„Auf allen Strecken des S-Bahn-Netzes wollen wir jeweils mit den Linien S1, S21 und S3 einen 20-Minuten-Takt anbieten“, sagte der Sprecher. Die Linien S31 und die Verstärkerlinien S2 und S11 müssten jedoch ausfallen.

Da der Streik bis Freitag, 2 Uhr, geplant sei, rechnet die Bahn erst gegen Mittag mit einer Normalisierung des S-Bahnverkehrs, „weil zum Beispiel Rangierfahrten in der Nacht zum Freitag nicht stattfinden können“. Vor der Corona-Pandemie zählte die S-Bahn Hamburg täglich etwa 750.000 Fahrgäste.

Streik der Deutschen Bahn in Hamburg: Störungsfreier Verkehr erst wieder Freitag

Einen weitgehend störungsfreien Verkehr erwartet die Bahn erst wieder für den Freitag, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Es sind schlechte Nachrichten für Bahnfahrer und das mitten in der Urlaubszeit: Wegen des Lokführerstreiks hat die Deutsche Bahn für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen.

Ein kleiner Trost für alle in Hamburg: Priorität haben nach Bahn-Angaben die besonders stark genutzten Verbindungen wie zwischen Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet, zwischen Hamburg und Frankfurt sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen. Ziel sei ein zweistündliches Angebot mit besonders langen Zügen auf den Hauptachsen.

Die S-Bahn-Hamburg wird bestreikt, da sie zur Deutschen Bahn gehört. U-Bahnen, Busse sowie die AKN-Bahn fahren in Hamburg auch am Mittwoch und Donnerstag. Sie sind nicht vom Streik betroffen. Vorsicht aber bei der U3: Sie ist in der Innenstadt schon seit Längerem gesperrt.

Streik der Deutschen Bahn in Hamburg: Reisen möglichst verschieben

Trotz des Ersatzfahrplans könne man nicht garantieren, dass alle Reisenden wie gewünscht an ihr Ziel kommen, teilte die Bahn am Dienstag mit. Man bitte daher Fahrgäste, die nicht zwingend fahren müssen, ihre Reise möglichst zu verschieben. Gegenüber den Kunden wolle man sich sehr kulant zeigen. Die für den Streikzeitraum gelösten Karten könnten bis einschließlich dem 20. August bei aufgehobener Zugbindung genutzt oder erstattet werden.

Beim Regionalverkehr werde das ebenfalls sehr eingeschränkte Angebot regional sehr stark schwanken. Es gehe in den Metropolregionen und im ländlichen Raum darum, ein Grundangebot für Schüler und Pendler sowie wichtige Zubringer zu Fernverkehrszügen oder Flughäfen beizubehalten.

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Das ist die Deutsche Bahn:

  • die Deutsche Bahn AG wurde am 1. Januar 1994 gegründet
  • entstand aus der Fusion der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn der DDR
  • beschäftigt rund 338.00 Mitarbeiter (Stand: Dezember 2020)
  • Umsatz 2020: 39,9 Milliarden Euro
  • Vorstandsvorsitzender ist Richard Lutz

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Die Fahrgäste müssen daher mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Einschränkungen dürften sich bis weit in den Freitag hineinziehen, auch wenn der Arbeitskampf offiziell um 2 Uhr am Freitag endet. Das folgende Wochenende soll verschont bleiben, kündigte die GDL an.

Die Hintergründe zum Streik der Deutschen Bahn in Hamburg und bundesweit

Deshalb streikt die Bahn: Man habe in dem festgefahrenen Tarifkonflikt keine anderen Möglichkeiten mehr, meinte GDL-Chef Weselsky. Einwände wegen der hohen Belastungen von Bahn und ihren Kunden durch die Corona-Krise und die Überflutungen ließ Weselsky nicht gelten. „Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für einen Streik bei der Eisenbahn. Bitte wenden sie sich an das DB-Management“, sagte er auf eine entsprechende Frage.

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Die GDL will nach den Worten Weselskys eine Nullrunde im laufenden Jahr nicht akzeptieren, verlangt eine deutliche Corona-Prämie von 600 Euro und Einkommenssteigerungen von insgesamt 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten. (kbm mit dpa)