Tierheim Hamburg ist am Ende – und rechnet mit dem Schlimmsten! „Katastrophe“

Der Hundebereich im Tierheim Hamburg platzt aus allen Nähten.
Der Hundebereich im Tierheim Hamburg platzt aus allen Nähten.
Foto: picture alliance/dpa

Das Tierheim Hamburg schlägt Alarm! Täglich nehmen die Pfleger neue Tiere auf. Mittlerweile sind es insgesamt 1.500 – mehr, als die Pfleger eigentlich aufnehmen können. Die Ferien haben begonnen, der Lockdown ist zu Ende: Viele Menschen können oder wollen sich nicht mehr um ihre Tiere kümmern und geben sie ab.

Adoptionen seien aktuell sehr selten, berichtet Sven Fraaß vom Tierschutzverein Hamburg. Als sei das nicht genug, steht das Tierheim noch vor weiteren Herausforderungen, die den Angestellten kaum Hoffnung machen.

Hamburg: Tiere in Ferienzeit ausgesetzt

Die Zahl der nach Corona zurückgegebenen Tiere dürfte noch zunehmen: „Wir gehen stark davon aus, dass die Zahlen noch deutlich steigen werden, wenn kaum noch Homeoffice stattfindet und das Reisen noch unbeschwerter wieder sein wird“, prognostiziert der Experte.

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Hinzu kommt noch die Ferienzeit, in der traditionell viele Tiere im Tierheim landen. Seit Anfang Juni haben die Angestellten 71 Tiere in ihre Obhut genommen, die Familien zur Weitervermittlung abgegeben haben.

Welpenhandel in Hamburg

Kombiniert mit den vielen Fälle der Welpenmafia rechnet das Tierheim mit „tragischen Rekordzahlen“. Schon jetzt platzt der Hundebereich aus allen Nähten. Erst kürzlich nahm das Tierheim 30 kranke Vierbeiner auf.

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Daten und Fakten zum Hamburger Tierschutzverein:

  • Vollständiger Name: Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV)
  • Sitz in der Süderstraße 399 im Hamburger Stadtteil Hamm
  • Zentrale Aufgabe ist der Betrieb des dortigen Tierheims
  • Der Verein hat über 5.000 Mitglieder und rund 90 Mitarbeiter im Tierheim
  • Jährlich werden bis zu 10.000 Tiere aufgenommen
  • Die jährlichen Kosten für das Tierheim belaufen sich auf fünf Millionen Euro
  • Die Hälfte der Summe wird durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erbschaften aufgebracht

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Sollte wieder ein Händler ertappt werden, könnten schnell wieder Dutzende Welpen beim Tierschutzverein landen. „Das wäre eine logistische und personelle Katastrophe da bei 1.500 Tieren eine ausreichend gute Versorgung nicht mehr zu garantieren wäre“, sagt Fraaß.

Tierheim Hamburg fehlen Spenden

Je mehr Tiere, desto weniger Zeit haben die Pfleger für die einzelnen Tiere – und desto weniger Zeit bleibt auch, Vermittlungsanfragen zu bearbeiten, wodurch der Bestand nur langsam abnimmt. Kurz: „Ein Teufelskreis!“

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„Bei solchen Zahlen muss auch ganz klar von einer Massentierhaltung gesprochen werden“, macht der Experte klar. Um ausreichend Hygiene und die Gesundheit der Tiere zu gewährleisten, braucht es deutlich mehr Platz, sowie Personal und Medizin.

Das stellt das Tierheim vor ein weiteres Problem: Es werden Spenden benötigt! „Leider verzeichnen wir während der Pandemie Spendenrückgänge im sechsstelligen Bereich, was unsere Sorgen noch größer Macht“, berichtet Fraaß.

Wichtiger Appell an die Menschen in Hamburg

Besonders der illegale Welpenhandel macht die Mitarbeiter im Tierheim wütend. „Es ist ein Geschäft, bei dem verschlissene Mütter und verendete Welpen als Kollateralschäden eingeplant sind“, macht er noch einmal deutlich.

Schuld seien auch die Menschen, die das Geschäft ankurbeln, indem sie die Vierbeiner online kaufen. Das Tierheim wünscht sich, dass mehr Leute die Tiere adoptieren statt einkaufen würden. „Außerdem muss es doch auch nicht immer ein Welpe sein“, meint Fraaß.

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Jüngere Tiere seien ohnehin mit mehr zeitlichem Aufwand und Kosten verbunden. Stattdessen verweist er auf die „dankbaren und bereits erzogenen, lebenserfahrenen Tiere“ im Tierheim hin.

Zudem rät er den Leuten, sich nicht auf eine Rasse zu fixieren. „Warum nicht die inneren Werte gewinnen lassen?“, fragt er. In jedem Fall berät das Tierheim gerne. (lh)