Aida will Mitarbeiter entlassen – ihr Chef protzt währenddessen mit diesen Bildern

Ein Aida-Boss hält viel von Gucci, das kommt offenbar nicht so gut an (Symbolbild)
Ein Aida-Boss hält viel von Gucci, das kommt offenbar nicht so gut an (Symbolbild)
Foto: imago images

Rund 50 Entlassungen soll es bei der Entertainment-Sparte der Aida geben (MOIN.DE berichtete). Das ist etwa jede zweite Stelle in dem Bereich. Viele Mitarbeiter fürchten um ihre Existenz. Und der Chef?

Der zeigt in den Sozialen Netzwerken seinen Luxus, was für große Kritik sorgt. Von Mitgefühl ist wenig zu sehen. Seit knapp zehn Jahren ist Borris Brandt Unterhaltungschef bei Aida.

Aida-Chef: Gucci hier, Gucci da

„Gucci Morning“, grüßte der 60-Jährige am 11. Juni auf seinem Instagram-Account. Dazu trug er ein grünes T-Shirt vom Edel-Designer Gucci und grinste fröhlich in die Kamera. Inzwischen hat er das Bild wieder entfernt.

Am 6. Juli – seinem bis dato letzten Beitrag – zeigte sich Borris Brandt in einem rot-schwarzen Sakko von Gucci. Dazu schrieb er: „Bereit für den roten Teppich! Vielen Dank Gucci“. Auch das Foto gibt es nicht mehr. Der ganze Instagram-Account ist deaktiviert. Die Kritik scheint ihn erreicht zu haben.

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Dennoch: Es scheint, als habe der Unterhaltungschef von Aida ein Faible für die italienische Luxusmarke. Und daraus machte er auch keinen Hehl.

Aida-Chef trägt Outfit im Wert von über 8.000 Euro

In einem Youtube-Video des Fashion-Bloggers Lion Salijevic (das gibt es noch!), der Brandt zufällig am Neuen Wall in Hamburg getroffen hat, gibt der Aida-Chef für das Format „Wie viel ist dein Outfit wert?“ freudig und bereitwillig Antworten.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe

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So trage er Gucci-Schuhe im Wert von 600 Euro, eine Gucci-Hose für 700 Euro und einen Gucci-Pullover, der 800 Euro – „oder so“ – kostet. Dazu trägt er eine Jacke von Lululemon für 350 Euro sowie eine Rolex-Uhr im Wert von 6.000 Euro.

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„Outfitpreis: 8.450 Euro“, resümiert der Youtuber in seinem Video. Und Brandt packt noch einen drauf: Gucci hätte ihm sogar mal eine Torte zum Geburtstag geschenkt – weil er die Marke „so ein bisschen promoten“ würde. Darauf wäre jetzt wohl niemand gekommen...

Auftritte sorgen für Empörung bei Aida-Mitarbeitern

Das Fazit des Aida-Unterhaltungschefs lautet: „Gerade bei Corona und gerade in der heutigen Zeit ist das Letzte, was du dir erhalten kannst, dich schick anzuziehen“.

Aida-Chef verrät Preis für sein Gucci-Outfit

Und dann zeigt er auch noch kurz sein Auto. „Ich hab mein Leben mit spektakulären Autos verbracht. Das hab ich jetzt alles abgelegt. Heute fahre ich brav meinen Tesla.“ Kostenpunkt: 40.000 bis 50.000 Tausend Euro. Wer hat, der kann – oder?

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Für die Mitarbeiter, die sich seit anderthalb Jahren in Kurzarbeit befinden, ein Schlag ins Gesicht. Laut „Hamburger Morgenpost“ (Mopo) sollen Brandts Auftritte im Unternehmen für Empörung ausgelöst haben. Sie unterstellen dem Aida-Chef Arroganz, fehlende Empathie und Geschmacklosigkeit.

Aida will sich nicht zu Brandts Verhalten äußern

Die Reederei wollte sich auf Anfrage der „Mopo“ nicht zu dem Verhalten von Brandt äußern. Ein Aida-Sprecher teilte lediglich mit: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir die Privatsphäre unser Kolleginnen und Kollegen achten und schützen“,

„Achten und schützen“ sollte man wohl auch die Mitarbeiter, die jetzt um ihre Jobs bangen. Gleichberechtigung scheint hier also nur wenig vorhanden zu sein.

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Dabei lobte der Unterhaltungschef im Gespräch mit dem Fashion-Blogger seine geliebte Marke Gucci noch für ihre „faire Produktion“ und „gute Löhne“. Schade, dass er selbst das wohl nicht umzusetzen weiß. (mk)