Aida: Enttäuschung nach Corona-Chaos – Passagiere diskutieren heftig

Auf das „Aida Nova“ kam es zum Corona-Chaos.
Auf das „Aida Nova“ kam es zum Corona-Chaos.
Foto: imago images/osnapix

Es hatte sich bereits angekündigt: Die aktuelle Corona-Welle hat auch die Kreuzfahrt erreicht. Auf der „Aida Nova“ kam es zu einem Ausbruch. Daraufhin traf das Kreuzfahrt-Unternehmen eine bittere Entscheidung: Die Reise wurde abgebrochen.

Nachdem der Dampfer mehrere Tage in Lissabon lag, mussten die Aida-Passagiere das Schiff verlassen und die Heimreise antreten.

Aida muss die Menschen nach Hause bringen

Ein riesiger organisatorischer Akt, da die Aida bei Flugreisen auf Kooperationen angewiesen ist und mal eben Tausende Menschen in ihre Heimat bringen musste. Klar, dass da auch mal nicht alles glatt lief.

So manche einer musste die Nacht am Flughafen verbringen, es gab Probleme mit einer Fluggesellschaft. Auch Essen und Trinken sollten einige Aida-Reisende sich selbst organisieren (MOIN.DE berichtete).

Andere hingegen dachten gar nicht daran, sich vom Abbruch der Fahrt unterkriegen zu lassen: „Wir organisieren nun auf eigene Faust einen Flug nach Teneriffa“, sagte ein Deutscher auf dem Gelände des Kreuzfahrthafens zu „CNN Portugal“.

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Der Mann, der mit seiner Frau unterwegs war, erzählte, das Leben auf dem Schiff sei nach dem Ausbruch „normal weitergegangen“. „Wir mussten uns nicht isolieren.“ Man sei zwar sehr enttäuscht, könne aber nicht wirklich klagen. „Es ist ja Covid-Time“, so der Mann resignierend.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 13 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere

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Von Außenstehenden müssen sich Kreuzfahrt-Reisende das in diesen Zeiten oft anhören: Sie seien ja selbst schuld und würden das Risiko in Kauf nehmen, da könne man kein Mitleid haben (MOIN.DE berichtete).

Aida-Abbruch: Alles gar nicht so wild?

Unter den Personen von der „Aida Nova", die lieber die Heimreise antraten und sich zum Flughafen in Lissabon bringen ließen, waren die Meinungen über das Prozedere gespalten. Viele tauschten sich in den einschlägigen Aida-Gruppen auf Facebook aus.

+++ „Mein Schiff“ und Aida sind zusammen im Hafen – dann kracht es +++

So berichten dort unter anderem Reisende, dass der verlängerte Aufenthalt in Lissabon sie überhaupt nicht gestört habe. Die Crew habe sich viel Mühe gegeben, man konnte Sonne, Pool und Essen genießen.

Weitere wiederum meinen, es sei ohnehin ein Privileg in diesen Zeiten, an Bord eines solchen Schiffes gewesen sein zu dürfen. Viele berichten, dass beim Stillstand in Lissabon an Deck alles super gewesen sei, die Probleme begannen erst am Flughafen, was zu erwarten gewesen sei.

Dort standen viele Menschen planlos rum, heißt es, die Gefahr sich anzustecken sei dort wieder höher gewesen. Manche freuen sich, dass ihr Flieger am späten Abend noch ging und sie tief in der Nacht im Bett waren, bedauern hingegen auch die Menschen aus den Maschinen, die es nicht mehr schafften.

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Bei dem einen oder anderen dieser Betroffenen platzte dann nach ewigem Warten (teilweise 20 Stunden) wegen der Probleme mit „Tui Fly" auch mal der Kragen und es wurde sich heftig über mangelnde Kommunikation oder Verpflegung beschwert.

So geht es für die „Aida Nova“ weiter

Die „Aida Nova“ hat nun nach dem ganzen Chaos erst einmal Pause und soll nach Aida-Cruises-Angaben am 15. Januar in Las Palmas auf Gran Canaria wieder ablegen.

Bleibt zu hoffen, dass dann wieder alles glattläuft und es nicht erneut zu einem Corona-Chaos kommt. Was ein Kreuzfahrt-Experte zur Gesamtsituation der Unternehmen und Urlauber sagt, kannst du >>> hier nachlesen.

Wer schon eine Kreuzfahrt gebucht hat und mittlerweile seine Fahrt lieber doch nicht mehr antreten möchte, kann sich >>> hier über die geltenden Regeln bei Stornierungen informieren. (rg mit dpa)