Aida-Schiffe in neuem Ranking bewertet – das sollte zu denken geben

Die „Aida Stella“ im Hafen der Meyer Werft.
Die „Aida Stella“ im Hafen der Meyer Werft.
Foto: picture alliance / dpa

Tolle Nachrichten für Aida! In einem Kreuzfahrt-Ranking sind mehr als 400 Schiff bewertet worden – und Aida schneidet richtig gut ab.

Gleich zwei Dampfer der Aida haben es auf die vorderen Ränge geschafft.

Aida-Schiffe gehören zu den besten

Das Magazin „Stern“ veröffentlichte zusammen mit der Ratingagentur Scope ESG Analysis zum ersten Mal eine Rangliste der umweltfreundlichsten und sichersten Kreuzfahrtschiffe. Dabei geht es unter anderem darum, welchen Beitrag die Schiffe zur Erreichung der Klimaziele leisten.

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An der Spitze liegt die „Fridtjof Nansen“, ein Expeditionsschiff von Hurtigruten, das unter anderem mit Hybridtechnik ausgestattet ist. Punktgleich ist die erst 2020 ausgelieferte „Scarlet Lady“, die zur von Richard Branson gegründeten Virgin-Gruppe gehört.

Den zweiten Rang teilen sich dann sechs Schiffe, die unter dem Umweltaspekt genauso gut abschneiden wie die Spitzenreiter. Und mit der „Aida Perla“ und der „Aida Stella“ sind hier auch zwei Schiffe von Aida Cruises dabei.

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Costa ist mit der „Costa Fascinosa“ vertreten. Ebenfalls dabei ist das dreimastige Segelschiff „Running on Waves“, der Luxuskreuzer „Seven Seas Voyager“ und ein neueres Schiff von Princess Cruises, die „Sky Princess“.

Die drittbeste Wertung erzielen die „Costa Smeralda“, die „Le Bellot“ und „Le Jacques Cartier“ (beide von der französischen Reederei Ponant), die „MSC Grandiosa“ von MSC Cruises und die „Viking Jupiter“ von Viking Ocean Cruises.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere
  • Das Merkmal der Aida-Schiffe ist der Kussmund am Bug

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Das Ranking beruht zu 70 Prozent auf einem Umweltscore und zu 30 Prozent auf einem Sicherheitsscore. Für den Umweltscore wurde bewertet, wie viel CO2 ein Kreuzfahrtschiff im Hinblick auf die zu erreichenden Klimaziele emittiert. Die internationale Schifffahrtsorganisation IMO hat angekündigt, bis 2050 den Ausstoß an Treibhausgasen gegenüber dem Jahr 2008 zu halbieren.

Aida hat einen guten Umweltscore

Dafür wurden Zielwerte für unterschiedliche Schiffstypen, -größen und -Baujahre festgelegt. Scope hat ermittelt, inwiefern die Kreuzfahrtschiffe diese Ziele verfehlen, erreichen oder übertreffen. Darüber hinaus wurde unter anderem die Nutzung von Emissions- und Wasserreinigungssystemen, umweltbezogene Fahrverbote sowie die Entsorgung von Abfällen berücksichtigt.

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Die Deutschen lieben Kreuzfahrt-Urlaub:

  • Insgesamt unternahmen im Jahr 2018 rund 2,73 Millionen deutsche Passagiere eine Kreuzfahrt. Der Großteil davon entschied sich für eine Hochseekreuzfahrt, vor allem mit Aida und Tui („Mein Schiff“).
  • Am beliebtesten sind Kreuzfahrten mit weitem Abstand bei US-Amerikanern, gefolgt von Chinesen – dann folgen die Deutschen.
  • Über 30 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtschiffe werden in der Karibik eingesetzt, damit ist sie vor dem Mittelmeer das beliebteste Fahrtgebiet.
  • Die beliebtesten Fahrtgebiete unter den deutschen Kreuzfahrern sind Nordeuropa und das westliche Mittelmeer.
  • Der Begriff hat seinen Ursprung in dem niederländischen Wort „kruiser“ aus dem 17. Jahrhundert, der ein kreuzendes (im Sinne von hin und her fahrend) Schiff bezeichnete.
  • Dank des Kreuzfahrt-Booms der vergangenen Jahre ist Deutschland heute ein Werftenstandort von weltweitem Rang.
  • In der öffentlichen Wahrnehmung werden aber immer auch die hohen Belastungen für Mensch und Umwelt durch Kreuzfahrtschiffe betrachtet.

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Für den Sicherheitsscore wurde vor allem die Qualität des Schiffes und des Betreibers herangezogen, ebenso die genutzte Flagge und Klassifikationsgesellschaft. Wechsel zu schlechteren Flaggen oder Klassen werden negativ beurteilt, weil sich das Management so der Erfüllung höherer Sicherheitsstandards entzieht.

Neben dem Alter des Schiffes spielen auch die Anzahl der Mängel bei Hafenkontrollen, temporäre Verbote zur Weiterfahrt und Vorfälle mit Sach- oder Personenschäden eine Rolle.

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Insgesamt wurden mehr als 400 Kreuzfahrtschiffe untersucht. „Die Unterschiede zwischen den Schiffen sind groß“, sagt Studienleiter Ralf Garrn von der Scope ESG Analysis GmbH, die wie die renommierte Ratingagentur zur Scope-Gruppe gehört.

149 Schiffe mit überdurchschnittlichem Ergebnis werden vom „Stern“ mit ausgezeichnet. Das Magazin will so umweltbewussten Reisenden eine Entscheidungshilfe bieten und der Branche einen Anreiz, weiter in Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit zu investieren.

Ein Ranking, das zu denken gibt. Vielleicht ist jetzt auch den letzten Kreuzfahrtunternehmen klar, wie wichtig es ist, Umweltfreundlichkeit auf ihren Reisen eine große Bedeutung zu geben. Denn für viele Menschen ist das ein entscheidendes Kriterium bei der Urlaubsbuchung.

Kreuzfahrt-Experten geben allerdings zu bedenken, dass in dem Ranking komplett unterschiedliche Schiffsklassen miteinander verglichen würden – und die Rangliste daher mit Vorsicht zu genießen sei. (mae)