Aida: Was die Reederei hier mit Mitarbeitern macht, sorgt für Entsetzen – „Befremdlich“

Bei Aida fürchten viele Mitarbeiter aus dem Entertainment-Bereich um ihren Job. (Symbolbild)
Bei Aida fürchten viele Mitarbeiter aus dem Entertainment-Bereich um ihren Job. (Symbolbild)
Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke, IMAGO / Waldmüller (Montage MOIN.DE)

Bei Aida bangen viele Mitarbeiter um ihren Job. Rund 50 Entlassungen soll es in der Entertainment-Sparte der Reederei in Hamburg geben. In der Hansestadt werden die Aida-Bühnenshows für die Urlauber an Bord entwickelt und geprobt (MOIN.DE berichtete).

Die Ankündigung sorgt bei Aida-Mitarbeitern für Entsetzen. Jetzt hat sich auch eine Hamburger Unterhaltungsgröße in den Konflikt eingeschaltet, die eine lange Geschichte mit Aida verbindet.

Aida: „Es ist sehr bedauerlich“

Am Donnerstagvormittag haben Aida-Mitarbeiter vor dem Entertainment-Haus an der Simon-von-Utrecht-Straße eine Protestveranstaltung abgehalten.

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Auch Kiez-Legende Corny Littmann sei dabei und unterstütze die Beschäftigten, wie die „Hamburger Morgenpost“ (Mopo) berichtet. Den Chef des Schmidt Theaters und des Schmidts Tivoli verbindet eine lange Geschichte mit Aida. Er hatte Aida Entertainment mitgegründet und war lange künstlerischer Leiter.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere
  • Das Merkmal der Aida-Schiffe ist der Kussmund am Bug

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„Es ist sehr bedauerlich, dass das, was wir einmal aufgebaut haben, jetzt so zu Ende geht“, zitiert die „Mopo“ Littmann. Was jetzt mit den Kollegen geschehe, bezeichnete er als „befremdlich“.

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Die Reederei wollte sich nicht zu Details der Restrukturierungspläne äußern.

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Ein Sprecher sagte der „Mopo“: „Derzeit finden die Gespräche zum Interessenausgleich und die Sozialplanverhandlungen in sachlicher Atmosphäre mit der Arbeitnehmervertretung statt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir derzeit dazu keine Einzelheiten mitteilen.“

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Die Deutschen lieben Kreuzfahrt-Urlaub:

  • Insgesamt unternahmen im Jahr 2018 rund 2,73 Millionen deutsche Passagiere eine Kreuzfahrt.
  • Der Großteil davon entschied sich für eine Hochseekreuzfahrt, vor allem mit Aida und Tui („Mein Schiff“).
  • Am beliebtesten sind Kreuzfahrten mit weitem Abstand bei US-Amerikanern, gefolgt von Chinesen – dann folgen die Deutschen.
  • Die beliebtesten Fahrtgebiete unter den deutschen Kreuzfahrern sind Nordeuropa und das westliche Mittelmeer.
  • Dank des Kreuzfahrt-Booms der vergangenen Jahre ist Deutschland heute ein Werftenstandort von weltweitem Rang.

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Verdi kritisiert indes: „Die Beschäftigten von Aida haben in den letzten Jahren das besondere Kulturprogramm auf den Schiffen entwickelt und organisiert. Mit ihrer Arbeit sicherten auch sie dem Betrieb hunderte von Millionen Euro Einnahmen in den letzten Jahren“, so Stephan Gastmeier, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Verkehr bei Verdi Hamburg.

Während Aida Mitarbeiter entlassen will, protzte der Chef kürzlich mit diesen Bildern. Er zeigte in den Sozialen Netzwerken seinen Luxus, was für große Kritik sorgt. (kbm)