Camping-Gäste an der Nordsee müssen zweimal hinsehen, wer hier plötzlich an der Rezeption steht

Camping: Politik-Besuch an der Nordsee.
Camping: Politik-Besuch an der Nordsee.
Foto: picture alliance/dpa | Lars Klemmer

Ungewöhnlicher Camping-Ausflug an der Nordsee. In Niedersachsen mussten Gäste auf einem Platz zwei Mal hinsehen, wer da plötzlich hinter der Rezeption steht.

Mit Sonnenbrille und lockerem Polo-Hemd hat nämlich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch in einem Camping-Betrieb in Dornumersiel an der Nordseeküste in Ostfriesland mit angepackt.

Camping: Ministerpräsident hilft vier Stunden mit

Bei seinem Besuch räumte der SPD-Politiker Regale ein, nahm hinter der Rezeption Platz und vermietete einen Strandkorb an zwei Urlauberinnen – vier Stunden lang half er mit. Weil lobte die positiven Kontakte zu den Menschen. „Bei so schönem Wetter war das gar nicht anders zu erwarten“, sagte er.

Ziel des Besuchs war es, sich über die Arbeitsbedingungen und Herausforderungen der Tourismus-Branche an der Küste zu informieren. Am Abend wollte Weil an einem Bürgerdialog teilnehmen. Er wollte mit den Menschen über die Erlebnisse seines Arbeitstages sprechen und über „Dinge, die den Leuten auf der Seele liegen“.

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Die Tourismusbranche befindet sich vielerorts in einer ernsten Krise: Nicht, weil die Besucher ausbleiben, sondern weil an vielen Stellen Personal fehlt.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.

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Camping: Ministerpräsident hilft vier Stunden mit

So müssen selbst in beliebten Urlaubsregionen Betriebe schließen, weil sie kein Personal mehr finden oder ihre Öffnungszeiten einschränken. Auch die Camping-Branche ist davon betroffen.

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Die Nachfrage nach dem Hobby war in den letzten Jahren massiv gestiegen, weswegen immer mehr Menschen versorgt werden müssen. In den Werkstätten kommen die Produzenten zudem nicht mehr mit dem Bau von Wohnmobilen und Co. hinterher, auch der Gebrauchtwagenmarkt ist heißgelaufen.

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Wer schon glücklicher Besitzer eines Camping-Fahrzeugs ist, der findet >>> hier wichtige Tipps zum Spritsparen. (dpa/rg)