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Camping an der Ostsee: Dreiste Urlauber bringen die Küsten-Orte ans Limit – 800 Anzeigen!

Camping: Tipps und Tricks für Anfänger

In unserem schnelllebigen Alltag wird die Sehnsucht nach Ruhe und Stille immer größer. Kein Wunder also, dass das Campen in der Natur ein Comeback feiert! Hier kommen 6 hilfreiche Tipps für Anfänger ...

Camping boomt! Immer mehr Menschen kommen deshalb an die Nordsee und Ostsee-Küsten nach Schleswig-Holstein.

Auch andernorts erfreut sich diese naturnahe Form der Erholung großer Beliebtheit. Seit der Pandemie erlebt dieses Segment im Tourismus einen Trend, der ungebrochen ist (MOIN.DE berichtete). Doch nicht überall werden Camping-Freunde gerne gesehen – mehr als 800 Anzeigen mussten deshalb an der Ostsee schon erstattet werden.

Camping an der Ostsee: Wildcamping erfreut sich steigender Beliebtheit

Denn immer häufiger schlagen Camper ihre Zelte dort auf, wo es eigentlich verboten ist. Auch Wohnmobile werden zunehmend auf Plätzen abgestellt, die für eine Übernachtung nicht vorgesehen sind.

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Der Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein musste deshalb in den vergangenen Jahren immer öfter Anzeige erstatten. Während es im Jahr 2019 bei insgesamt 29 Fällen des Wildcampings blieb, stiegt diese Zahl laut „LN“ im darauffolgenden Jahr auf 394 – 2021 waren es dann sogar 802 Anzeigen.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.
  • 2020 gab es in Deutschland 2.862 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 209.000 Stellplätzen.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden auf deutschen Campingplätzen etwa 34 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Davon waren etwa 2,2 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Die Hälfte dieser Übernachtungen wurde dabei von Niederländern getätigt, gefolgt von Gästen aus der Schweiz und aus Belgien.
  • Etwa sieben Prozent der Ausländer wählen bei einem Besuch in Deutschland einen Campingplatz als Unterkunftsform.

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Wegen der Wildcamper hatte der Kreis im vergangenem Jahr Bußgeldeinnahmen in Höhe von satten 80.000 Euro. Die meisten Menschen, die sich nicht an die Camping-Regeln halten, kämen mit umgebauten Autos, Wohnmobilen oder Wohnwagen von außerhalb in die Urlaubs-Orte in Schleswig-Holstein, heißt es.

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„Natürlich ist das auch bei uns ein Thema. Insbesondere die Parkplätze mit Meerblick sind ein begehrtes Ziel von Wildcampern“, sagt Bettina Schäfer, Bürgermeisterin in Scharbeutz, laut „LN“. Und weiter: „Würden wir nicht aktiv entgegenwirken, wären der Bereich und auch die nahe gelegenen Parkplätze in zweiter und dritter Reihe regelmäßig voll belegt.“

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Wildcampen in Deutschland: Erlaubt? Verboten?

  • Die rechtliche Lage rund ums Wildcampen ist in Deutschland unübersichtlich. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Gesetze und Richtlinien.
  • In Paragraph 59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist geregelt, dass „das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung“ allen gestattet ist.
  • Das Betreten des Waldes richtet sich wiederum nach dem Bundeswaldgesetz. Dort ist einheitlich geregelt, dass laut Paragraph 14 „das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung“ gestattet ist – die Länder regeln aber die Einzelheiten.
  • Darunter fällt dann auch das Zelten und Übernachten außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen.
  • Naturschutzgebiete, Naturreservoirs, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete haben eine Ausnahmestellung. In der Regel ist Wildcampen in solchen Gebieten strikt verboten.
  • Wird dagegen verstoßen, drohen hohe Bußgelder.

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Camping an der Ostsee: Städte und Gemeinden gehen gegen Wildcamper vor

Auch in Kellenhusen an der Ostsee gibt es immer wieder Probleme mit Wildcampern. Jedoch sei es nach Angaben der Bürgermeisterin Nicole Kohlert (FWK) nicht ganz so schlimm wie in Scharbeutz. Dort hinterließen die Menschen, die ihre Wohnwagen unrechtmäßig abstellen, sehr viel Müll.

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In Eutin werden die Fahrer der falsch geparkten Wohnmobile auf die entsprechend legalen Abstellmöglichkeiten wie den Camping-Platz verwiesen. Auf Fehmarn wurden wegen der illegalen Caminglager an bestimmten Stellen sogar Durchfahrtsbeschränkungen eingeführt. Man wolle den vielen Campern dort allerdings auch entgegenkommen, heißt es seitens der Stadt. Deshalb wären bereits 200 neue Stellplätze auf Fehmarn in Planung. (kl)