Camping: Bei diesem Anblick steigt die Wut in den Menschen auf – „Ihr seid ichichich“

So manch ein Camping-Van oder auch Wohnmobil wird alles andere als optimal abgestellt.
So manch ein Camping-Van oder auch Wohnmobil wird alles andere als optimal abgestellt.
Foto: IMAGO / Kickner

Mit Camping verbindet man im hohen Norden vor allem die Küste der Ostsee und Nordsee. Sie sind eines der Top-Reiseziele für alle Anhänger des Hobbys. Nicht selten sind die Plätze dort im Sommer so voll, dass es für Menschen, die spontan anreisen, keine Möglichkeit mehr gibt für eine Übernachtung. Deswegen sei jedem geraten, rechtzeitig zu buchen.

Gerade bei Neu- oder Jungcampern ist Wildcampen weitverbreitet. So manche Urlaubsregionen haben große Probleme damit, denn es ist verboten und das Verbot wird oft missachtet (hier mehr dazu). Aber auch in den Metropolen gibt es gerne mal Camping-Ärger. So wie jetzt in Hamburg.

Camping: „Ihr seid ichichich“

Denn wenn sich die Camper nicht gerade auf Tour an der Nordsee, Ostsee oder sonst wo befinden, müssen sie ihre Fahrzeuge irgendwo unterbringen. Und die sind in der Regel nicht gerade klein. Von Städten wie Kiel oder Hamburg weiß man, dass es dort viele Camping-Wohnmobile oder Camping-Vans gibt, die nicht auf speziellen Parkplätzen unterkommen, sondern ganz normal in den Straßen geparkt werden.

Die Hamburgerin Buchautorin Katja Diehl schreibt in einem Beitrag auf Twitter: „Euer Vanlife kotzt mich an! Ihr nehmt mir Raum, fahrt die Dinger kaum. Da könnt ihr noch so viele Che Guevara Aufkleber draufbappen.“

+++ Camping-Fan ist todkrank – er hat noch einen letzten Wunsch +++

Dazu teilt sie ein Foto von einem Bürgersteig, auf dem mehrere Camping-Vans zu sehen sind, die diesen teilweise zuparken und somit Fußgängern den Platz nehmen. „Ihr seid das Gegenteil einer Revolution. Ihr seid ichichich, wenn ihr eure tiny houses dermaßen behindernd in den öffentlichen Stadtraum stellt“, schreibt Katja Diehl außerdem wütend.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden auf deutschen Campingplätzen etwa 34 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Davon waren etwa 2,2 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Die Hälfte dieser Übernachtungen wurde dabei von Niederländern getätigt, gefolgt von Gästen aus der Schweiz und aus Belgien.
  • Etwa sieben Prozent der Ausländer wählen bei einem Besuch in Deutschland einen Campingplatz als Unterkunftsform.

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Camping: Viele Reaktionen

Unter dem Beitrag melden sich auch andere Menschen zu Wort, die sich über parkende Vans in der Stadt aufregen. So heißt es in einem Kommentar: „Dass Menschen sich sowas kaufen ohne einen Platz dafür zu haben und nicht darüber nachdenken, was es für Folgen hat, wenn alle das tun.“

Aber es gibt auch Gegenworte. So schreibt ein Mann: „Andere Menschen und ihre Bedürfnisse nerven halt. Anstrengend in der Stadt. Gehen Sie davon aus, dass Ihre Mitbürger Sie nicht ärgern wollen, sondern keine andere Lösung fürs korrekte Parken gefunden haben. Kann man jetzt alles verbieten, oder versuchen locker zu bleiben.“

>>>Teil 1 über meine Reise mit dem Bus in den Ukraine-Krieg: Der Fahrer will gar nicht glauben, dass ich freiwillig mit ihm komme >>>

Und eine weitere Person meint: „Wie auf dem Bild zu sehen, ist „nur“ der dunkle Abschlussstein vom Heck verdeckt. Genauso scheiße kann ich auch mit 'nem Kombi oder 'ner normalen Limousine parken. Hier jetzt auf Vans speziell mit dem Hashtack einzudreschen, ist auch nicht die Lösung und ändert das Problem nicht.“

Fakt ist aber, dass zumindest der vordere Van klar mit seinem Heck auf den Bordstein herausragt, besonders mit der Anhängerkupplung. Ein Phänomen, das es in vielen Straßen in Hamburg gibt, auch in innerstädtischen Bereichen wie Eimsbüttel, wo einzelne Abschnitte regelrechte Wohnmobil-Hotspots sind.

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Camping: Wo hört die Freiheit auf?

Der Beitrag der Autorin zeigt wie so oft, dass sich hier zwei Seiten unversöhnlich gegenüberstehen: Diejenigen, die Vans und Co. stark ablehnend gegenüberstehen – und jene, für die solche Park-Aktionen anscheinend „nicht so schlimm“ sind.

Eine Frau, die viel Zuspruch erhält, fasst treffend zusammen: „Was mir in der Debatte auffällt, es fällt scheinbar schwer, wahrzunehmen, dass die Freiheit des einzelnen dort an ihre Grenzen kommt, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wir. Diese Wahrnehmung auch im öffentlichen Raum braucht Empathie.“ (rg)