„DAS!“: Als Natalie Amiri dieses Video sieht, kommen ihr die Tränen – „Ich bin total emotional“

Natalie Amiri (links) zu Gast auf dem roten Sofa bei „DAS!“
Natalie Amiri (links) zu Gast auf dem roten Sofa bei „DAS!“
Foto: Screenshot NDR

Einen emotionalen Moment gab es am Freitagabend im NDR auf dem roten Sofa bei „DAS!“ – aus sehr gutem Grund. Zu Gast war dort die ARD-Journalistin Natalie Amiri, über die sich kürzlich auch Judith Rakers bei „3nach9“ freute (MOIN.DE berichtete).

Natalie Amiri leitete bis Mai 2020 das Büro der ARD in Teheran im Iran, musste dieses jedoch laut des Senders aufgrund der „Gefährdung ihrer Sicherheit“ abgeben. Die Staatsmacht saß dem „DAS!“-Gast bei ihrer Arbeit am Persischen Golf permanent im Nacken, legte ihr alle möglichen Steine in den Weg.

„DAS!“: Entführung von Natalie Amiri wurde befürchtet

Das Auswärtige Amt befürchtete sogar die Entführung der 42-Jährigen. Die ARD konnte es nicht mehr verantworten, dass sie dort hinreise, erzählte Natalie Amiri bei „DAS!“. Schweren Herzens musste sie ihre Arbeit vor Ort aufgeben, konnte dort nicht mehr über unterdrückte Frauen und aufflammende Proteste gegen das streng islamische und autoritäre Regime berichten.

Zuschauer kennen Amiri auch aus dem „Weltspiegel", kürzlich veröffentlichte sie ein Buch über den Iran. Bei „DAS!“ kam es zu einem emotionalen Moment, als der Sender einen Video-Clip ihres ehemaligen Mentors in Teheran, Peter Mezger, zeigte.

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Der richtete emotionale Worte an die mutige Journalistin und lobte sie für ihren jahrelangen, gefährlichen Einsatz, Kollegen von ihr wurde einst in ein Folter-Gefängnis geschmissen. Er habe noch nie eine Person getroffen, die so schnell kapiert habe wie die 42-Jährige, worauf es bei der Arbeit als Auslands-Korrespondentin ankomme.

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Mehr zu „DAS!“:

  • Seit dem 2. Januar 1991 ist die Talksendung im NDR zu sehen.
  • Die Moderatoren Bettina Tietjen, Inka Schneider und Hinnerk Baumgarten führen abwechselnd durch das Programm.
  • Bekannt ist die Sendung auch unter dem Namen „Das Rote Sofa“, auf dem die Gäste Platz nehmen.
  • 2012 sorgte eine „DAS!“-Sendung für Aufsehen, bei der Jenny Elvers-Elbertzhagen offenbar unter Alkoholeinfluss stand.
  • Die Sendung wird täglich von 18:45 Uhr bis 19:30 Uhr ausgestrahlt.

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„DAS!“: Natalie Amiri gerührt

Während des Einspielers musste sich Natalie Amiri vor Rührung ins Gesicht fassen und bekam glasige Augen, konnte die Tränen aber noch gerade so zurückhalten. Sie habe zu Peter Mezger noch ein paar Stunden zuvor Kontakt gehabt, aber von der Video-Botschaft habe dieser ihr nichts erzählt. „Jetzt habt ihr mich voll erwischt und ich bin total emotional“, sagte sie mit einem Lächeln.

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Laut Bettina Tietjen hätte sie stundenlang mit Natalie Amiri über ihre spannende Zeit im Iran und die vielen heiklen Erlebnisse und mutigen Menschen dort sprechen können.

So erzählte die Journalistin zum Beispiel von einem Popstar, dessen Konzert sie besuchte. Dieser musste ganze sieben Jahre bei den Behörden darum kämpfen, ob er eine CD veröffentlichen könne. Denn erlaubt war im Iran einst nur Koran-Musik.

Das Konzert fand dann nur unter strengen Auflagen statt. So erzählt Natalie Amiri, dass dort Mädchen geklatscht hätten, dabei die Ärmel ihrer Kleidung runterrutschten und einen Teil ihrer Haut offenlegten. Zu viel für die Aufpasser vor Ort, die sogleich mit Laserpointern darauf aufmerksam machten.

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„DAS!“: Zivilbevölkerung half der Journalistin

Eine Frau zähle im Iran vor Gericht nur halb so viel wie ein Mann, auch dürften diese ohne Erlaubnis ihres Ehemanns nicht ausreisen. „Das sind mittelalterliche Verhältnisse in einer relativ modernen Gesellschaft", sagt Natalie Amiri. Trotz der vielen entwürdigenden Gesetze seien die Frauen extrem Mutig, kämpften bei Protesten in der ersten Reihe gegen Milizen.

Auch gibt es viele Verbote in dem Land. Ein Stadionbesuch war für Frauen lange undenkbar, Alkohol trinken ist im Iran generell nicht erlaubt, trotzdem greifen viele zum Glas. „Ich glaube, ich habe noch nie so viel getrunken wie im Iran", sagt Natalie Amiri.

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Während die Organe des iranischen Staates alles unternahmen, um ihre Arbeit zu behindern und es ihr erschwerten, Bilder zu machen oder zu drehen und Interviews zu führen, war die Zivilbevölkerung oft eine große Hilfe für die Journalistin.

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Auch in brenzligen Situationen half man der Korrespondentin trotz der permanenten Gefahr von harten Strafen.

Die Sehnsucht nach dem Iran ist bei der 42-Jährigen ziemlich groß, das wurde auch in der Sendung deutlich. Doch wann eine Rückkehr ohne große Gefahr möglich ist, ist angesichts der weiterhin brenzligen Situation vor Ort völlig unklar.

Die ganze Folge kannst du >>> hier in der Mediathek sehen. (rg)