Edeka Nord führt besondere Prämie für Mitarbeiter ein – sie ist umstritten

Edeka Nord geht als erster Einzelhändler in Deutschland einen aus amerikanischen Supermärkten bekannten Schritt (Symbolbild).
Edeka Nord geht als erster Einzelhändler in Deutschland einen aus amerikanischen Supermärkten bekannten Schritt (Symbolbild).
Foto: imago images/Joerg Boethling

In Amerika ist dieses Vorgehen bereits aus Supermärkten bekannt. In Deutschland geht jetzt als erster Einzelhändler Edeka Nord diesen Schritt.

Edeka Nord belohnt Mitarbeiter, die sich gegen Covid-19 impfen lassen.

Edeka: Impf-Prämie in Höhe von 50 Euro

Die Impf-Prämie besteht aus einem Einkaufsgutschein in Höhe von 50 Euro. „Dies ist ein weiterer Baustein unserer Corona-Maßnahmen“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) eine Sprecherin von Edeka Nord.

Der Einzelhändler wolle damit vor allem seiner „Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachkommen und die Impfstrategie des Landes unterstützen“. Demnach gilt das Angebot zunächst für Mitarbeiter, die zur zweiten Prioritätengruppe zählen.

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Das Gebiet von Edeka Nord umfasst Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile Niedersachsens und Brandenburgs. Ingesamt zählt Edeka Nord 4.400 Beschäftigte. Wie viele sich davon impfen lassen wollen, ist gemäß „FAZ“ nicht bekannt.

Edeka: Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

Feststeht: Studien zu Impf-Prämien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Die Maßnahme ist umstritten. Eine Studie von Wissenschaftlern der Uni Erfurt zeigte, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen mit einer Prämie nicht zunahm. Die Vergütung lag in diesem Fall bei einem Betrag zwischen 25 und 200 Euro. Die „FAZ“ zitiert aber auch eine Untersuchung, die das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung veröffentlichte.

Ohne Kompensation wollten sich demnach 70 Prozent der Menschen gegen Covid-19 impfen lassen. Bei einer Bezahlung von 100 Dollar sei dieser Wert um 4,5 Prozentpunkte gestiegen, bei 500 Dollar sogar um 13,6 Prozentpunkte. Prämien von nur 20 Dollar würden die Impfbereitschaft dagegen um 5 Prozentpunkte senken, womöglich weil das der moralischen Motivation zuwiderliefe.

Edeka: Angestellte im Einzelhandel können nicht einfach ins Homeoffice

Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einzelhandel nicht einfach ins Homeoffice gehen. Sie stehen täglich im Austausch mit vielen verschiedenen Menschen – zu ihrem Schutz und zu dem der Kundinnen und Kunden spielen Abstand, Hygiene und Masken beim Einkaufen daher eine bedeutende Rolle.

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MOIN.DE hat kürzlich mit einer Penny-Mitarbeiterin aus Schleswig-Holstein darüber gesprochen, welche Erfahrungen sie während der Pandemie macht. Über Priorisierungen bei den Impfungen hatte sie gesagt:

„Wir sollten da viel früher dran sein. Wir kommen mit vielen Leuten in Kontakt und es fühlt sich schon so an, als würden wir in der Corona-Krise komplett vergessen werden.“ Mehr dazu erfährst du >>> hier. (kbm)