Flensburg: Anwohner können es kaum fassen – „Es ist eine Zumutung“

Maskenpflicht in Flensburg.
Maskenpflicht in Flensburg.
Foto: picture alliance/dpa

Flensburg. Keine schönen Szenen in der Stadt Flensburg: Am Montagmorgen bildete sich mitten in der Stadt eine lange Schlange vor einem Corona-Testmobil. Die Einwohner wollten von den kostenlosen Schnelltests Gebrauch machen, die die Stadt anbietet. Doch dazu mussten sie teilweise stundenlang warten.

„Bedauerlich, dass die Stadt das nicht besser organisieren kann“, beschwert sich ein Wartender in Flensburg. Und er nicht der Einzige. Zahlreiche Einwohner sind frustriert.

Flensburg mit strikten Regeln

Die besondere Situation ist der anhaltend kritischen Lage in der Stadt geschuldet. Die Corona-Mutante B.1.1.7 hat sich dort ausgebreitet, kein anderer Ort in Schleswig-Holstein hat einen so hohen Inzidenzwert wie Flensburg (MOIN.DE berichtete).

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Deshalb gelten in der Stadt deutlich strengere Regeln als im restlichen Bundesland. Friseure etwa durften erst diesen Montag wieder öffnen – eine Woche später als im Rest Deutschlands.

Außerdem müssen die Menschen beim Termin ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen – wofür sich unzählige Leute in die Warteschlagen einreihten, darunter auch viele ältere.

Flensburg: „Nicht in Ordnung“

„Drei Stationen sind mehr als dürftig“, beschwert sich einer von ihnen im Gespräch mit „Flensburg Avis“. „Das ist eigentlich eine Zumutung.“ Ein Frau verweist darauf, dass manche Menschen Probleme haben, länger zu stehen. Sie schüttelt den Kopf: „Nicht in Ordnung“, sagt sie.

Auch das „Flensburger Tageblatt“ berichtet von einer angespannten Situation. „Hätte ich den Rollator nicht, wüsste ich nicht, was ich machen soll“, berichtet eine ältere Frau.

Frust in Flensburg

Eine andere Frau habe an einer anderen Teststation anderthalb Stunden gewartet, nur um dann zu einer weiteren Station geschickt zu werden, da eine Anmeldung mit der Krankenkassenkarte oder dem Personalausweis nicht akzeptiert wurde.

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Klare Worte findet auch ein junger Mann: „Finde ich echt beschissen“, wettert er bei „Flensborg Avis“. „Das hätte man auch anders regeln können.“ Er schlägt eine Terminvergabe vor.

„Es geht nicht anders“ in Flensburg

Doch unter all die Enttäuschung mischen sich auch verständnisvollere Stimmen. „Es geht nicht anders“, stellt ein älterer Herr fest. „Es sind Situationen, auf die ist keiner eingerichtet.“

Man müsse abwägen, Prioritäten setzten und im Zweifelsfall eben noch ein paar Tage länger auf den Friseurtermin warten.

Der Inzidenzwert in Flensburg ist laut Robert-Koch-Institut mittlerweile deutlich gefallen. Von fast 200 vor wenigen Wochen auf 96,5 Infektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. (lh)