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Greifswald: Bundestagsabgeordneter macht klare Ansage – DAS landet sofort im Schredder

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Der Bundestagsabgeordnete aus Greifswald macht eine klare Ansage – mit Hilfe eines Schredders. Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen IMAGO / teutopress (Montage: MOIN.DE)

Ein Bundestagsabgeordneter aus Greifswald hat seinen Wählern Einblicke in seinen ersten Arbeitstag gegeben: Er betritt das Büro und nimmt sich erst einem einem Stapel Post auf seinem Schreibtisch an.

Darunter fallen dem SPD-Politiker Erik von Malottki, zuständig für den Wahlkreis Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte, sofort einige Briefe auf, für die er nichts übrig hat als den Schredder.

Greifswald: So sieht von Malottkis erster Arbeitstag aus!

In einem Video mit dem Titel „Lobbypost“ teilte der Abgeordnete auf Twitter, was er an seinem ersten Arbeitstag vor sich liegen hatte: Einen riesigen Stapel an Briefen. Und einige davon gefielen ihm anscheinend so gar nicht. Denn „leider ist ganz viel davon Lobbypost“, beschwert er sich.

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„Das erste ist eine Einladung von der Tabakwirtschaft in den China-Club zu einer Diskussion.“ Eine weitere Einladung sei vom „Verband der Spediteure und Logistik NRW“ in ein Hotel. Der Aufenthalt sei umsonst für ihn. Auch Huawei lade ein, zu einem Frühstück im Adlon. „Eines der teuersten Hotels in Berlin“, erklärt der Abgeordnete.

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Das ist Greifswald:

  • Greifswald ist die fünftgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 59.000 Menschen leben dort.
  • Die Stadt liegt an dem in die Ostsee mündenden Fluss Ryck am Greifswalder Bodden – zwischen den Inseln Usedom und Rügen.
  • Die Universität Greifswald wurde 1456 gegründet und gilt als eine der ältesten Universitäten der Welt. 12.000 Studenten und 6.000 Beschäftige zählt die Einrichtung.
  • Mehrere Schiffe sowohl der zivilen Schifffahrt als auch der Marine sind nach der Hafenstadt benannt, die einst Teil der Hanse war
  • Der bekannte Maler Capser David Friedrich stammt aus Greifswald. An dessen Geburtsstätte können Besucher heute das Caspar-David-Friedrich-Zentrum besichtigen
  • Die Universitätsstadt stand einst unter schwedischer Herrschaft – für fast zwei Jahrhunderte

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Dort gelte die Regel, dass er zwar berichten dürfe, was gesagt wurde, „aber nicht von wem.“ Nachdem von Malottki die Einladungen vorgelesen hat, fragt er: „Was machen wir jetzt mit dieser ganzen Lobbypost?“

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In dem Video adressiert er die Absender der Briefe persönlich: „Verband für Spedition und Logistik NRW, Tabaklobby, Huawei – hier meine Antwort.“ Dann ist zu sehen, wie er die Briefe in den Schredder gibt.

„Lasst diese Einladungen ins Adlon, den China-Club oder in irgendwelche Hotels“, fordert er auf. Anschließend schlägt er eine Alternative zu den Briefen vor: „Wir können uns gerne hier transparent in meinem Büro treffen.“

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Der Abgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern hat demnach eine klare Richtlinie, was Lobbypost angeht: Sie landet im Schredder.

Der Abgeordnete aus Greifswald erntet Lob

Seine Position erhält viel Zustimmung. Unter dem Video auf Twitter wird er mit „stark“ und „ich liebe alles an diesem Video“ gelobt. Auch „danke“ und „gute Antwort von dir“ wurde kommentiert.

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Von Malottkis Umgang mit Lobbypost ist demnach sehr gerne gesehen und lädt ja vielleicht auch andere Abgeordnete dazu ein, den Schredder sinnvoll zu verwenden. (fk)