Kiel: Armut, Alkohol, Drogen – Hier herrscht großes Elend! „Besaufe mich jeden Tag“

Alkohol, Drogen, Verzweiflung und Elend charakterisieren einen Großteil von Kiel-Gaarden (Symbolbild).
Alkohol, Drogen, Verzweiflung und Elend charakterisieren einen Großteil von Kiel-Gaarden (Symbolbild).
Foto: picture alliance / rtn - radio tele nord & picture alliance / dpa

Einst ein Arbeiterviertel, heute ein Viertel der Arbeitslosen – so wird der Stadtteil Kiel-Gaarden in der RTL2-Sendung „Hartes Deutschland“ beschrieben. Armut, Obdachlosigkeit und Drogenkonsum sind hier an der Tagesordnung.

So auch für den 41-jährigen Heiko, der in Kiel-Gaarden täglich auf der Suche nach dem nächsten Rausch ist. „Ich besaufe mich jeden Tag“, sagt er dem Kamerateam von „Hartes Deutschland“.

Kiel: Drogenkonsum auf offener Straße

Im Karlstal in Gaarden konsumieren die Menschen auf offener Straße und am helllichten Tag. Mit einem Karton Wein in der Hand begibt Heiko sich hier auf die Suche nach Drogen. „Wer hat Stoff?“, fragt er in die Runde. Wenig später kehrt er mit Kokain zurück.

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Dass die Drogen verunreinigt und gestreckt sind, weiß er zwar. Trotzdem hält ihn das nicht vom Konsum ab. Er setzt sich an den Straßenrand, rollt einen Zehn-Euro-Schein zusammen, legt das Pulver vor sich hin und zieht sich das Koks durch die Nase.

Wie Heiko geht es zahlreichen anderen Menschen in Kiel-Gaarden. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 14,5 Prozent. Von diesen wiederum leben 41,3 Prozent unter 65 Jahren von Hartz IV. Dazu gehört auch Phillip.

Kriminalität und Obdachlosigkeit in Kiel-Gaarden

Er ist gerade mal 21 Jahre alt, aber seit zwei Jahren obdachlos und bereits doppelt so lange abhängig von Kokain. Dabei will er eigentlich von den Drogen weg. „Ich habe kein Bock mehr auf das Leben“, sagt er.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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Er habe keine Lust mehr Geld für die Substanzen zu beschaffen. Auch weil er deshalb in die Kriminalität abgerutscht ist. „Ich glaube wenn ich eine Beschäftigung hätte, würde ich das gar nicht mehr nehmen“, denkt der gelernte Landwirt. Eines Tages will er in den Beruf zurückkehren.

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Die 38-jährige Steffi hat den jahrelangen Kokain-Konsum mit einer Bein-Amputation bezahlt. Mehr als 40 Folge-Operationen hat sie seitdem über sich ergehen lassen müssen.

Kiel: „Kann sein, dass man dann in der Förde landet“

Während sie in der Klinik sitzt, kaufen Heiko und seine Freunde bereits die nächste Ladung Drogen. Doch kurz vor dem Treffen mit dem Dealer bemerken sie, dass sie nicht genug Geld haben. Trotzdem bekommen sie das Kokain, den Rest sollen sie in einer halben Stunde nachzahlen.

Wenn man sich korrekt verhalte, passiere einem nichts, meint ein Freund von Heiko. Wenn nicht? „Kann sein, dass man dann in der Förde landet“, antwortet er. Das Kokain verarbeiten die Freunde zu Crack, der stärksten und gefährlichsten Form der Droge.

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Schon beim ersten Rauchen kann die Substanz abhängig machen. Die Folgen: Kaputte Zähne, Hirnschäden, Verfolgungswahn bin hin zum Tod. Dem sind sich Heiko und die anderen auch bewusst: „Wir machen uns kaputt“, sagt sein Freund erstaunlich nüchtern.

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Doch die Sucht ist stärker als die Vernunft. Die gesamte Folge „Hartes Deutschland“ aus Kiel kannst du dir >>> hier bei TV Now ansehen. (lh)