Kiel: Rollstuhlfahrer machen ihrem Ärger Luft! „Sind sehr sauer“

In Kiel haben zwei Rollstuhlfahrer ihrem Ärger Luft gemacht (Symbolbild).
In Kiel haben zwei Rollstuhlfahrer ihrem Ärger Luft gemacht (Symbolbild).
Foto: IMAGO / Shotshop / Michael Gstettenbauer & imago images/Chris Emil Janßen

In vielen deutschen Städten ist die Mobilitätswende ein brandaktuelles Thema. E-Autos, Carsharings, autonome Busse und natürlich auch E-Roller sind immer öfter auch auf den norddeutschen Straßen unterwegs. Doch vor allem Letztere Sorgen immer wieder für Ärger. So auch in der Landeshauptstadt Kiel.

Dort werden die Roller häufiger zum Problem. In einem Facebook-Post haben sich deswegen zwei Menschen aus Kiel zu Wort gemeldet. Sie sind sauer!

Kiel: E-Roller versperren den Fußweg

Man hört es immer wieder: Achtlos abgestellte oder gar weggeworfene Scooter überfluten die Innenstädte – auch im Norden. Zudem werden die Leih-Roller oft Ziel von Vandalismus und landen in der Förde, der Alster oder anderen Gewässern.

In Kiel haben zwei Rollstuhlfahrer kürzlich ein ärgerliches Erlebnis gehabt. Davon berichten sie in einer Facebook-Gruppe für Menschen aus der Landeshauptstadt.

„Zwischen Karstadt und dem Sophienblatt stand einer von diesen Elektrorollern, der uns den Weg versperrte und zwar mitten auf der Fußgängerzone. Meine Freundin Ani wäre fast dagegen gefahren“, berichtet der Mann. Anschließend hätten zwei bis drei weitere Roller mitten auf dem Bürgersteig ihnen den Weg versperrt.

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„Zum Glück haben uns ein paar nette Jungs geholfen, diese aus dem Weg zu räumen. Wir sind sehr dankbar, dass es solche Menschen gibt, die an Menschen mit Handicap denken“, schreibt der Kieler weiter.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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Kieler hoffen auf Regelung für Roller-Rückgabe

Doch es macht sich auch Ärger breit: „Sind aber sehr sauer darüber, dass es egoistische Menschen gibt, die diese Roller nach der Benutzung einfach in den Weg stellen. Das behindert nicht nur uns Menschen mit Handicap sondern auch Menschen, die einen Rollator/ Scooter benötigen und die Eltern, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind“, so der Mann. Er und seine Freundin hoffen daher, dass sich eine Regelung findet, um das Problem mit rücksichtslos abgestellten Roller künftig einzudämmen.

Viele Kieler stimmen dem Beitrag zu. „Verstehe auch nicht, wie Menschen sooooo wenig umsichtig sein können. [...] Der Egoismus der Leute wird immer schlimmer“, schreibt eine Frau in den Kommentaren. „Ich finde die sollten verboten werden, dann ist das Problem gelöst“, meint ein Mann. Ähnlich drastisch sieht es ein anderer: „Die Dinger gehören aus dem Verkehr gezogen, ganz ehrlich.“

Kiel: Mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr

Eine andere Frau berichtet von einer weiteren rücksichtslosen Aktion: „Das geht mir auch dezent auf die Nerven! Arbeite in einer Einrichtung für ältere Menschen und jemand hat nachts so einen Roller mitten in die Feuerwehr-Zufahrt gestellt, wo im Notfall auch der RTW durch muss!!! Es sollte feste Abstellplätze geben!“


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Im Großen und Ganzen sind sich die Kieler einig: Mehr Rücksichtnahme auf den Straßen und ausgewiesene Abstellzonen für die E-Scooter würden dem Stadtverkehr und dem Miteinander sicher guttun. (mik)