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Kiel: Tierquälerei auf Video festgehalten – jetzt gibt es Konsequenzen

Kiel
Kühe stehen auf einer Wiese. Foto: picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski / SVEN SIMON

Szenen des Grauens haben Tierschützer mit versteckten Kameras in einem Schlachtbetrieb in der Nähe von Kiel aufgenommen.

Das Film-Material haben sie anschließend dem „Spiegel“ zukommen lassen. Nicht nur die Tierschützer sind über die Videos aus Kiel schockiert…

Kiel: minutenlange Todeskämpfe

Rinder lägen minutenlang mit aufgeschnittener Kehle auf dem Boden und würden strampeln, bis sie ausgeblutet seien, berichtet der „Spiegel“. Das Nachrichten-Magazin hat die Aufnahmen ausgewertet und erkenne ein „Geschäftsmodell, das auf kranke und verletzte Tiere setzt“.

Die Rinder seien nicht richtig fixiert und würden minutenlange Todeskämpfe austragen müssen. Außerdem seien die Tiere teilweise so krank, dass sie bei Ankunft am Betrieb die Transporter nicht aus eigener Kraft verlassen könnten. Dabei sei es verboten, solch kranke Tiere zum Schlachthof zu bringen.

Der Verein „Soko Tierschutz“ habe diese Woche gegen die Landschlachterei Horn im Kreis Rendsburg-Eckernförde Strafanzeige erstattet. Der Verein sage man wolle den Betrieb, der auf „skrupelloser Art und Weise seinen Profit über das Tierwohl stellt, aus dem Verkehr ziehen“.

+++ Kiel: Vor 50 Jahren schaute die ganze Welt auf die Stadt – das hinterlässt bis heute Spuren +++


Gewerbliche Schlachtungen 2021 laut des Statistischen Bundesamts:

  • 3.230.713 Geflügeltiere
  • 51.781.639 Schweine
  • 3.230.713 Rinder
  • 1.209.601 Schafe
  • 23.044 Ziegen
  • 3.464 Pferde

Gegenüber dem „NDR“ bestreitet der Schlachthof-Leiter die Anschuldigungen. Sein Fachpersonal habe jahrelange Erfahrung und wisse wie mit dem Tierwohl umzugehen sei.

Kiel
Rinder im Freien (Symbolbild). Foto: picture alliance/dpa | Jan Woitas

Laut des Veterinäramts entspreche der Schlachtvorgang in dem Schlachtbetrieb Horn aber nicht den gesetzlichen Vorgaben. Die Chefin des Veterinäramts in Kiel sei nach Sichtung der Aufnahmen der Tierschützer direkt selbst zum Schlachtbetrieb gefahren. Die Polizei habe sie begleitet. Als sie dort niemanden antrafen wurden die Türen des Betriebs versiegelt.


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Es werde nun geprüft, ob dem Betrieb die Zulassung zur Schlachtung von Tieren entzogen wird. (llw)