Lübeck: Tierheim rettet verwahrloste Welpen – was dann passiert, ist unglaublich! „Wir sind sprachlos“

Sobald einer der beiden Welpen aus Lübeck alleine ist, fängt er an zu weinen
Sobald einer der beiden Welpen aus Lübeck alleine ist, fängt er an zu weinen
Foto: IMAGO / Lars Reimann

Illegaler Welpenhandel ist auch in Norddeutschland ein großes Problem. In Lübeck konnte ein Tierheim zwei Welpen in furchtbaren Zuständen in letzter Sekunde retten.

Mühsam wurden die beiden kleinen Hunde wieder gesundgepflegt und von den Mitarbeitern aus Lübeck ins Herz geschlossen. Was dann geschah, macht jedoch fassungslos.

Lübeck: Tierheim fand Welpen in grauenvollen Zustand vor

Die „Anti Puppy Milling Mafia”, eine Initiative des Lübecker Tierschutzvereins, rettete die zwei unzertrennlichen Welpen „Zucker“ und „Watte“ von ihren Händlern. Mit viel Geduld, Arbeit und Liebe wurden die beiden wieder fit gemacht. Nur, um dann zurück an die Händler zu gehen, die ihnen das alles angetan hatten.

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Das ist „Tierschutz Lübeck und Umgebung e.V.“

  • den Verein gibt es seit 1859
  • setzt sich für Belange der Tiere, des Tier-, Natur- und Artenschutzes ein
  • nimmt unteranderem Tiere auf, die ein neues Zuhause suchen, versorgt verletzte Wildtiere und Berät bei Problemen mit der Tierhaltung
  • hat ein „Tierhaus“ für kleinere Heimtiere, Exoten und Seevögel
  • auf dem „Hundecampus“ leben Hunde artgerecht und es gibt auch ein „Katzendorf“
  • überprüft auch Meldungen bezüglich Verstößen gegen das Tierschutzgesetz

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„Ihre Milchzähne waren noch nicht ganz durchgebrochen, ihre Pfoten und Beine dunkelgelb. Sie hatten Durchfall und haben gestunken, waren noch klein und zierlich“, beschreibt der „Tierschutz Lübeck und Umgebung e.V.“ den Zustand der Vierbeiner in einem Facebook-Beitrag.

Die Händler, bei denen sie vorher waren, haben sich nicht um sie gekümmert, denn das Tierheim musste „ihnen das urinverfärbte Fell wegscheren.“ Außerdem seien die Augen verklebt gewesen. „Die Welpen hatten Hunger, waren voller Würmer“ und Parasiten.

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„Sie haben nicht gut gelebt, sollten viel Geld bringen“, fasst das Tierheim die grausame Situation der Beiden zusammen. Die Händler hätten trotzdem noch weitere Tiere verkaufen wollen. Beim Tierarzt hätten sie sogar zugegeben, dass die Welpen aus einem Drittland stammen.

Besorgt fragt sich das Tierheim, wie viel Leid die jungen Tiere schon erfahren mussten und ob die Mutterhündin überhaupt noch lebe.

Lübeck: „Zucker“ und „Watte“ mussten zurück zu den Händlern

Nachdem die zwei Hunde vom Tierheim gerettet wurden, kümmerte sich das Tierheim rührend um sie. „Wir haben die beiden versorgt, gesund gepflegt, ins Herz geschlossen und das über Monate.“

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Und dann passierte das Unglaubliche. Das Tierheim erzählt: „Wir haben gekämpft. Doch das Amt einer anderen Stadt entschied: Die Händler sind geeignet, eine häusliche Tollwutquarantäne durchzuführen.“ Damit mussten „Zucker“ und „Watte“ wieder zurück zu den Händlern.

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Das ist Lübeck:

  • Flächenmäßig ist Lübeck die größte Stadt Schleswig-Holsteins
  • Das geschlossene Stadtbild wurde 1987 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt
  • Die Hansestadt zählt 1800 denkmalgeschützte Gebäude
  • Lübeck zählt rund 220.000 Einwohner

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Zurück zu den Händlern, die die Welpen in katastrophalen Zuständen gehalten, sie viel zu früh von der Mutter getrennt hatten und sie ohne Rücksicht auf die Tiere hatten verkaufen wollen.

Schweres Schicksal für die Welpen aus Lübeck

„Die Händler haben nach Erhalt der Hunde sofort gegen sämtliche Vorschriften der häuslichen Tollwutquarantäne verstoßen.“ Und es kommt noch schlimmer: Wie die Namen „Zucker“ und „Watte“ schon andeuten, sind die beiden unzertrennlich. Trotzdem trennten die Händler das Duo sofort.

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Das Tierheim beteuert: „Ihre Bindung zueinander war schon als sie kamen unfassbar stark.“ Wurden sie auch nur für ein Bad voneinander getrennt, hätten beide geweint. Die Händler seien mehrmals darauf hingewiesen worden, dass es traumatisch für die Hunde sei, sie voneinander zu trennen. Aber das hat sie offensichtlich nicht von dieser skrupellosen Tat abgehalten.

Tierheim Lübeck muss Anwaltskosten zahlen

„An dem Tag, als wir Zucker und Watte zurückgeben mussten, ist ein weiteres Stück unserer Welt zerbrochen“, trauert das Tierheim. Das müsse nun auch noch den Anwalt der Händler bezahlen.

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Rechtlich sei das auch in Ordnung, aber moralisch ließe das nur ein Urteil zu: „Viele Zuständige in der Handlungskette dieses Falles übernehmen keine Verantwortung für das Leben der beiden Hundewelpen.“ Geld geht ihnen allem Anschein nach eindeutig über Moral – und über das kostbare Leben der beiden Tiere.

„Wir sind sprachlos“, fasst das Tierheim zusammen. Dem schließen sich in den Kommentaren viele an. „Einfach nur purer Wahnsinn. Mehr kann man dazu nicht sagen,“ schreibt eine Frau. Eine andere kommentiert: „Es zerreißt mir das Herz.“ Jemand anderen bringt die Geschichte zum Weinen. „Unfassbar“ sei das Ganze.

Lübeck: Es muss sich etwas ändern!

Ein Mann schreibt, dass das leider auch kein Einzelfall sei. Ein anderer stimmt ihm zu. Seine Lösung: „In der Gesetzgebung muss sich dringend etwas ändern.“ Dem kann man sich in Anbetracht dieser Geschichte wohl nur anschließen.

Trotz dieses grausamen Falles schreibt das Tierheim, es werde „nicht aufgeben!“ Und es fordert auf: „Wir müssen gemeinsam gegen den illegalen Welpenhandel vorgehen!“

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Wenn du auch etwas gegen den Welpenhandel unternehmen möchtest, kannst du dich hier darüber informieren, wie dem „Tierschutz Lübeck und Umgebung e.V.“ geholfen werden kann.

In Hamburg hat ein junges Mädchen über Ebay Kleinanzeigen einen Hund angeboten. Ein Tierretter schritt ein. Die ganze Geschichte findest du >>> hier. (fk)