Lübeck: Keine Ferienwohnungen mehr? Stadt hat radikalen Plan, Vermieter gehen auf die Barrikaden

Die Stadt Lübeck hat sich zu einem drastischen Schritt entschlossen.
Die Stadt Lübeck hat sich zu einem drastischen Schritt entschlossen.
Foto: picture alliance / Winfried Rothermel

Die Stadt Lübeck hat bereits vor einigen Wochen einen drastischen Plan verkündet. Im bei Touristen beliebten Stadtteil Travemünde soll es keine Ferienwohnungen mehr geben.

Ein Paukenschlag, der neben vielen Ostsee-Fans auch den Vermietern der Ferienwohnungen aus Lübeck so gar nicht passt.

Lübeck: Vermieter haben klare Forderung

Denn diese haben teilweise ihre Existenzen darauf aufgebaut und benötigen die Einnahmen für ihre Altersvorsorge. „Wir wollen eine Bestandsschutz für die bestehenden Ferienwohnungen“, fordert Karl-Hein Brenner, Sprecher der Interessenvertretung der Ferienvermietung in den „Lübecker Nachrichten“.

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Sollte es keine Einigung mit der Stadt geben, wolle man den Klageweg beschreiten. Es wäre bereits der zweite Rechtsstreit der Initiative mit der Stadt. Denn auch um die Ganghäuser in der Altstadt sind Ferienwohnungen bereits verboten worden.

In diesem Fall wolle man ein gerichtliches Verfahren aber vermeiden. Ein Lösungsvorschlag von der Initiative liegt deshalb bereits vor. Es solle einen Stichtag geben, bis zu dem Besitzer von Ferienwohnungen ihre Immobilien als solche melden können.

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Das ist Lübeck:

  • Flächenmäßig ist Lübeck die größte Stadt Schleswig-Holsteins
  • Das geschlossene Stadtbild wurde 1987 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt
  • Die Hansestadt zählt 1800 denkmalgeschützte Gebäude
  • Lübeck zählt rund 220.000 Einwohner

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Wohnungsbesitzer in Lübeck verzweifelt

Für diese gelte dann der Bestandsschutz. Trotzdem sind einige Wohnungsbesitzer bereits verzweifelt. „Wenn das Verbot kommt, müssen wir unser Haus verkaufen“, sagt Martina Buerschaper den „Lübecker Nachrichten“.

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Sie selbst lebt mit ihrem Ehemann im Erdgeschoss, die zweite Etage haben die beiden bisher an Feriengäste vermietet. „Ich habe beim Kurbetrieb gefragt, ob ich noch irgendetwas machen müsste – da hieß es Nein“, berichtet die Lübeckerin.

Wie es in der Sache weitergeht, bleibt abzuwarten. Momentan berät der Wirtschaftsausschuss darüber, anschließend die Bürgerschaft. (lh)