Manuela Schwesig: Morddrohung! Die Reaktion der Politikerin ist eindeutig

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

Verschwörungstheorien - warum sie in Krisen so viele Menschen anziehen

5G-Netze, Bill Gates, ein Laborunfall in Wuhan: Um den Ursprung von Covid-19 ranken sich zahlreiche Verschwörungstheorien. Für Experten ist das keine Überraschung. In Krisen geben sie einigen Menschen demnach zumindest ein Gefühl von Kontrolle zurück.

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Die Stimmung im Bundeland von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist schon lange gekippt. Die Protestler gegen die Corona-Maßnahmen werden immer mehr und immer aggressiver. Tausende Menschen gehen immer wieder auf die Straße.

In einer Chatgruppe kursiert nun einen Nachricht, die die Grenze überschreitet. Manuela Schwesig wird darin sogar mit dem Tod gedroht.

Manuela Schwesig in Verbindung mit einem Leichenwagen

Den mehr als geschmacklosen Beitrag teilte Steffen Bockhahn (Die Linke), Senator der Hansestadt Rostock, auf Twitter.

Zu sehen ist ein Screenshot aus einer Telegram-Gruppe, einem Messenger, der immer wieder von Rechtsextremen und Querdenkern missbraucht wird.

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Bockhahn erwähnte zum Einstieg die am 3. Januar stattfindenden Protestmärsche in Rostock. In mehr als 20 Städten gingen Menschen zu sogenannten „Spaziergängen“ auf die Straße, um gegen die geltenden Corona-Maßnahmen in Mecklenburg-Vorpommern zu protestieren.

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Das ist Manuela Schwesig:

  • Manuela Schwesig wurde am 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Aufgewachsen ist sie in Seelow in der DDR.
  • Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Schwerin.
  • Sie gehört seit 2003 dem Vorstand des SPD-Kreisverbands Schwerin an und seit 2005 dem Vorstand der SPD Mecklenburg-Vorpommern.
  • Von 2008 bis 2013 war sie Landesministerin in Mecklenburg-Vorpommern und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin unter Angela Merkel.
  • Seit dem 4. Juli 2017 ist Schwesig Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern.
  • In beiden Ämtern ist sie die Nachfolgerin von Erwin Sellering, der sein Amt wegen einer Krebserkrankung aufgab.
  • Manuela Schwesig erkrankte 2019 selbst an Krebs. Ihre Erkrankung gilt als überwunden.

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Mehr als 10.000 Menschen in 20 Städten drückten so ihren Widerstand aus, allein in Rostock wurden rund 2.000 Teilnehmer gezählt.

Deutlich weniger im Vergleich zur letzten Großdemonstration in der Hansestadt: Kurz vor Weihnachten wurde ein Protest-Zug in Rostock organisiert, der allein rund 10.000 Teilnehmer zählte.

Wie schon in Flensburg (>>>hier auf MOIN.DE nachzulesen) hielten sich viele Demonstranten nicht an die geltende Maskenpflicht.

Manuela Schwesig: Die Chatgruppen und der Protest

Aus einer einschlägigen Telegram-Gruppe, in der eben solche Proteste organisert werden, tauchte nun die Todesdrohung gegen Manuela Schwesig auf.

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Unter einem Foto der SPDlerin zusammen mit Melinda Gates schreibt ein Nutzer: „Sie wird abgeholt, entweder mit dem Streifenwagen, mit dem Krankenwagen in Jacke oder mit dem Leichenwagen, egal wie sie wird abgeholt.“

Eine massive Drohung, die Steffen Bockhahn in Verbindung mit den Organisatoren der aktuellen Corona-Proteste bringt. In seinem Tweet fügt er an: „Die Veranstalter sind auch in diesen Telegram-Gruppen. [...] Der Text spricht für sich. Wer da mitläuft, toleriert das.“

Manuela Schwesig: Heftige Anfeindungen auf Twitter

Die Ministerpräsidentin hat sich bis jetzt nicht zu dem Vorfall geäußert. Sie bedankte sich bei den Sicherheitsbehörden, die bei jeder Demonstration im Bundesland anwesend sind: Ich bedanke mich für die #Solidarität und für den Schutz durch unsere Sicherheitsbehörden. Gewalt ist kein Mittel.“

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Wie die Polizei mitteilte, waren die kürzlichen Montagsdemonstranten in Rostock in ihrer „Grundstimmung gegenüber der Polizei deutlich aggressiver und ablehnender“. Ähnliches berichteten die Sicherheitsbehörden aus Flensburg.

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Manuela Schwesig und Steffen Bockhorn sind sich in ihren Tweets einig: Gewalt ist keine Lösung. Bockhorn meint, Demonstrationen seien als Bestandteil der Demokratie erlaubt und das sei auch „Gut so.“

Drohungen, wie sie nun auf Telegram kursierten, gehören definitiv nicht dazu. Sie zeigen Abgründe auf – und auch, wie sehr das Bundesland aktuell zerrissen ist. (wip)