„Mein Schiff“-Kundin ist stocksauer – „Ich bin nicht die Wohlfahrt“

Nachdem ihre Kreuzfahrt abgesagt wurde, begann für eine „Mein Schiff“-Kundin der Ärger (Symbolbild).
Nachdem ihre Kreuzfahrt abgesagt wurde, begann für eine „Mein Schiff“-Kundin der Ärger (Symbolbild).
Foto: imago/ZUMA Press

Eine „Mein Schiff“-Kundin ist stocksauer. Dabei hatte sie sich eigentlich auf eine schöne Kreuzfahrt gefreut, auf der sie entspannen wollte.

In einer Facebook-Gruppe für Kreuzfahrtfans berichtet die Frau, warum. So wollte sie über Silvester mit „Mein Schiff“ nach Hongkong und Singapur fahren. Wegen Corona wurde diese natürlich schon Anfang Oktober storniert. So weit, so gut. Doch danach begann der Ärger.

„Mein Schiff“-Kundin wollte ihr Geld zurück

„Sorry, aber Tui Cruises hat's im Moment bei uns versch***“, schreibt die Frau. Nachdem die Silvester-Reise Anfang Oktober storniert worden war, wollte die Kundin ihr Geld zurück. „Wir wollten, was uns zusteht: unsere Anzahlung von gut 1800 Euro zurück.“

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Ihr mittlerweile nicht mehr existierendes Reisebüro habe diesbezüglich viele Anrufe getätigt und Mails geschrieben. Ende Januar sei dann nach ihren Bankdaten gefragt worden mit dem Versprechen, „schnellstmöglich“ zu erstatten. Anfang Februar hätten sie eine letzte Frist mit Androhung von Anwalt und Zinsenforderung gesetzt. „Unser Geld haben wir zwei Tage nach der Frist endlich erhalten“, schreibt die Frau.

„Wenn ich eine Reise buche oder sonst einen Vertrag abschließe, muss ich auch pünktlich meinen Verpflichtungen nachkommen. Und ich bin nicht die Wohlfahrt, habe Anspruch auf die Rückzahlung der Anzahlung.“

Sie seien langjährige, sehr gute Kunden und hätten auch bereits eine Tour für dieses Jahr Ende Oktober gebucht. Allerdings würden sie nur mitmachen, wenn freie Landgänge möglich seien, sagt die Frau auf Anfrage von MOIN.DE. Gebuchte Ausflüge seien nichts für sie. „Wir machen zu 90 Prozent unser eigenes Ding, da kommt das für uns eben nicht in Frage.“

„Mein Schiff“: „In dieser außergewöhnlichen Zeit arbeiten wir nahezu rund um die Uhr“

Tui Cruises weist auf Nachfrage von MOIN.DE darauf hin, dass das Unternehmen, „allen Gästen, deren Reisen wir aufgrund von COVID 19-bedingen Einschränkungen absagen musste“, mit dem „Mein Schiff“- Reiseguthaben die Möglichkeit biete, ihr persönliches Guthaben wie ein Zahlungsmittel für die nächste Kreuzfahrt einzulösen „und zusätzlich von einem attraktiven Preisvorteil zu profitieren“.

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Das Guthaben bestehe aus der bereits geleisteten Zahlung für die abgesagte Reise und werde mit dem neuen Reisepreis verrechnet.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Sollte dies für Gäste – wie im Fall der Frau – nicht in Frage kommen, „erstatten wir selbstverständlich die bisher geleistete Zahlung“, sagt Unternehmenssprecherin Friederike Grönemeyer.

Sie räumt aber auch ein, dass Rückmeldungen dauern können. „In dieser außergewöhnlichen Zeit arbeiten wir nahezu rund um die Uhr, um allen Gästen so schnell und individuell wie möglich zu antworten.“ Aufgrund der pandemiebedingten Vielzahl der Rückmeldungen, dauere die Bearbeitung und Rückerstattung im Moment trotz allem länger, als es die Gäste von Tui Cruises gewohnt seien.

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„Dafür möchten wir uns entschuldigen und bitten unsere Gäste um Verständnis und Geduld in dieser Ausnahmesituation.“ Grundsätzlich bestehe für keinen der Gäste Anlass, sich um die Erstattung des Reisepreises Sorgen zu machen.