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NDR: Psychologe Michael Thiel spricht Klartext über eine Sucht, die wir ALLE teilen – und die richtig gefährlich werden kann

Das ist der NDR

Harry Potter, „Nord bei Nordwest“ und mehr – eine gute Geschichte, kann uns mitunter schon einmal richtig in den Bann ziehen. Der Psychologe Michael Thiel ging dem Phänomen im NDR auf die Spur – und sprach gar von einer Sucht.

Denn Geschichten sind für uns alle sogar (über-)lebenswichtig…doch in nicht wenigen Fällen kann es richtig gefährlich werden – wie der Experte im NDR mit gruseligen Beispielen belegt.

NDR: Unfassbares plötzlich greifbar

Michael Thiel heißt der Mann, der in der deutschen Fernsehlandschaft mittlerweile einen Stammplatz hat. Einmal begleitet der Diplom-Psychologe große Kinder beim „Schlussmachen“ mit dem „Hotel Mama“, dann hilft er gern beim Aufräumen – zugemüllte Behausungen ebenso wie das Leben von Freiwilligen.

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Das ist der NDR:

  • Hinter dem NDR steckt der Norddeutsche Rundfunk
  • Der NDR ist seit 1954 Landesrundfunkanstalt für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein
  • Zentralsitz des NDR ist in Hamburg
  • Mit seinem Programm deckt der NDR Fernsehen, Radio sowie Onlinedienste ab

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Der NDR auf den Spuren der Geschichte

Im NDR konfrontierte er die Zuschauer nun mit einer Sucht, bei der wohl nicht wenige bei genauem Hinsehen rufen werden: „Stimmt, die hab ich auch!“

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Die Rede ist von Geschichten, die Menschen sich erzählen. Früher geschah das noch vermehrt unter religiöser Schirmherrschaft, schließlich mussten sich Volksgemeinschaften der Antike oder des Mittelalters allerlei erklären. Auch im Norden Deutschlands wurde das damals unerkärbare Gewitter zum göttlichen Inferno, Dürren zu vom Himmel gesandte Plagen oder Krankheiten zu Flüchen erzürnter Naturgeister.

Diplom-Psychologe Michael Thiel gab im NDR einiges preis. (Archivbild)
Diplom-Psychologe Michael Thiel gab im NDR einiges preis. (Archivbild)
Foto: imago images/Eventpress

NDR: Wichtig für die Gesundheit

„Der Mensch sucht auch heute noch immer nach Erklärungen“ sagt Michael Thiel dazu. „Es ist psychologisch so wichtig, dass wir das Gefühl haben, unser Leben ist einigermaßen sicher. Wenn wir dieses Gefühl von Sicherheit nicht haben, werden wir psychisch relativ schnell krank“.

Deshalb stürzen wir uns auch heute noch gerne in fantastische Erzählungen, mögen sie gruselig, spannend oder einfach nur schön sein. Genau genommen sind „Nord bei Nordwest“, Sylt-Krimis von Gisa Pauly und Folgen von „Rote Rosen“ nichts anderes als solche Geschichten.

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NDR: Dann warnt er vor einer Gefahr

„Ohne Geschichten wären wir sehr viel ärmer. Und wir sind geradezu süchtig, im positiven Sinne“, sagt Thiel dazu.

Doch auch eine knallharte Gefahr sieht der erfahrene Psychologe in bestimmten Narrativen. Denn Geschichten habe eine enorme Wirkung und auch Macht. Dazu verbreiten sie sich heute nicht mehr nur am Lagerfeuer, sondern rasant über das Internet.

Schnell finden hier Verschwörungstheorien Abnehmer. Das geht sogar so weit, dass Gewalt und krankhafte Ängste entstehen. „Ich denke da zum Beispiel an einen Mythos der verbreitet wurde durch einen Menschen Namens ‚Q’“ sagt Thiel. Wir erinnern uns: Zu der Zeit, in der Donald Trump in den USA auf Wahlkampf war, machte die Gruppe „Qanon“ mit allerlei Humbug auf sich aufmerksam und brachte grausige Geschichten um eine satanische Elite in Umlauf…und einiges mehr.

NDR: Wikinger erzählten sich hier Geschichten, wir müssen heute nicht mal mehr das Haus verlassen.
NDR: Wikinger erzählten sich hier Geschichten, wir müssen heute nicht mal mehr das Haus verlassen.
Foto: imago images / Danita Delimont

NDR: Augen auf!

Auch in Deutschland gehen allerlei Verschwörungsmythen um, gestreut von Reichsbürgern, Rechtsextremen oder Anhängern von dubiosen Nischentheorien – kein Wunder, geben die Narrative doch vermeintlich Sicherheit in Zeiten von Corona, Ukraine-Krieg und gesellschaftlichen Umwälzungen.

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Eine genau Analyse würde jetzt zu weit führen, doch eins ist klar: Solche Geschichten sind gefährlich. Hier wünscht sich Michael Thiel Unterstützung aus der Wissenschaft. „Es wäre toll, wenn Wissenschaftler ihre Erkenntnisse auch in Geschichten verpacken würden“, meint er gegenüber dem NDR. „Denn Forschung ist spannend, aber eben auch kompliziert“.

Zuletzt bleibt es am wichtigsten, dass wir alle lernen, wahre Geschichten von Erfundenen zu unterscheiden. Denn so können sie uns wirklich Halt geben – ganz ohne Nebenwirkungen. (wip)