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Nordsee und Ostsee: Seenotretter im Dauereinsatz – nicht nur Kinder sind in akuter Gefahr

An der Nordsee und Ostsee ist es zu drei dramatischen Zwischenfällen gekommen.

Ein dreijähriger Junge mit einer Luftmatratze sowie zwei junge Erwachsene in einem kleinen Schlauchboot waren auf die Ostsee getrieben. Der dritte Einsatz war vor Norderney auf der Nordsee.

Nordsee und Ostsee: Seenotretter im Dauereinsatz

In Höhe der Steilküste Stohl wurde ein mit zwei jungen Erwachsenen besetztes Schlauchboot vom Strand abgetrieben – die beiden wurden von freiwilligen Seenotrettern der Station Damp mit dem Seenotrettungsboot Nimanoa der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gerettet.

Vor Hohenfelde trieb ein Kind auf einer Luftmatratze aufs offene Meer hinaus. Den dreijährigen Jungen brachten Freiwillige einer Station der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sicher an Land, teilte die DGzRS mit.

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Von einer Segelyacht war das abtreibende Schlauchboot an der Steilküste Stohl bei Schwedeneck gemeldet worden. Der aufmerksame Skipper hatte sich genähert und den jungen Mann und die junge Frau gefragt, ob sie Hilfe benötigten – diese lehnten jedoch ab.


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Aufgrund des zunehmenden ablandigen Windes ließ die Situation dem Segler allerdings keine Ruhe, so dass er um 15.20 Uhr die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC Bremen) über seine Beobachtung informierte.

Wenig später meldeten sich die beiden aus dem nur etwa 1,80 Meter großen Schlauchboot selbst bei der Polizei, da sie die Ausweglosigkeit ihrer Lage erkannt hatten. Trotz Paddelversuchen gelang es ihnen nicht, dem Land näherzukommen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt bereits fast eine Seemeile (circa 1,8 Kilometer) vom Land entfernt.

Die Rettungsleitstelle See alarmierte daraufhin das Seenotrettungsboot Nimanoa der Freiwilligenstation Damp, das sofort mit vier Seenotrettern auslief. Etwa eine Stunde später fanden die Seenotretter das Schlauchboot und nahmen die beiden jungen Leute an Bord. Auf eigenen Wunsch setzten sie sie am Strand wieder ab. Die beiden hatten ihre „Seereise“ glücklicherweise unbeschadet überstanden.

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Nordsee und Ostsee: Kind auf einer Luftmatratze

Etwa eine halbe Stunde zuvor – kurz vor 15 Uhr – hatte es vom Ostsee-Strand bei Hohenfelde in der Nähe von Schönberg einen weiteren Alarm gegeben: An einem unbewachten Naturstrand trieb ein Kind auf einer Luftmatratze vom Land weg. Die Rettungsleitstelle See schickte sofort den Seenotrettungskreuzer Berlin/Station Laboe und das Seenotrettungsboot Woltera der Freiwilligenstation Lippe/Weißenhaus in den Einsatz.

Über die Landrettungsleitstelle wurden ebenfalls Feuerwehr und Rettungsdienst sowie die DLRG in Schönberg über den Notfall in Kenntnis gesetzt. Vier Freiwillige der DLRG liefen mit einem Motorrettungsboot aus. Sie waren innerhalb von acht Minuten vor Ort und fanden das Kind etwa eine halbe Seemeile (circa einen Kilometer) vom Strand entfernt auf der Luftmatratze. Sein Vater hatte bereits vergeblich versucht, hinterher zu schwimmen. Er wurde ebenfalls vom DLRG-Boot aufgenommen. Der dreijährige Junge blieb unverletzt.

Seenotretter an der Ostsee und Nordsee
Nicht nur wegen Kindern sind die Seenotretter an der Ostsee und Nordsee verstärkt im Einsatz. Foto: imago images/Susanne Hübner

Nordsee und Ostsee: Seenotretter kommen die zur Ruhe

Gegen 10.30 Uhr war bei der Seenotküstenfunkstelle der DGzRS in der Rettungsleitstelle See auf dem internationalen Not- und Anrufkanal ein „Mayday“-Ruf eingegangen. „Mayday“ ist das Signal für unmittelbare Lebensgefahr.

Über Sprechfunk nahmen die Wachleiter Kontakt zum Segler auf. Zwar konnte der Mann nur eine sehr ungenaue Position benennen, etwa zeitgleich ging jedoch auf dem Seenotrettungskreuzer Eugen der DGzRS-Station Norderney ein Telefonanruf eines Inselbewohners ein, der die Yacht in der Brandung vor Norderney entdeckt hatte.

Die Seenotretter liefen sofort aus und baten auch die Seenotretter der Freiwilligen-Station Norddeich mit dem Seenotrettungsboot Otto Diersch um Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt herrschte bereits seit mehreren Stunden ablaufendes Wasser und höchste Eile war geboten. Die Yacht drohte in der Brandung zu zerschellen.


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Im flachen Wasser konnte der Seenotrettungskreuzer die etwa zehn Meter lange Yacht bereits nicht mehr erreichen und ging auf Standby. Um kurz nach 11 Uhr traf das Seenotrettungsboot Otto Diersch am Havaristen ein. Es gelang dem Segler, die von den Seenotrettern hinübergeworfene Schleppleine an seinem Boot zu befestigen.

Kurze Zeit später hatte die Otto Diersch das Boot freigeschleppt. Trotz schwerer, bis zu zwei Meter hoher Brecher gelang es den Seenotrettern, den Havaristen sicher durch die Sandbänke und durchs Seegatt einzuschleppen.

Der Segler, der auf seinem Weg von Wilhelmshaven zurück zum Heimathafen im niederländischen Ijsselmeer einen Zwischenstopp bei Norderney eingelegt hatte, wurde nach Norddeich gebracht. Während des Einsatzes herrschten Windstärken von 5 bis 6 Beaufort (bis zu 49 km/h).