Ostfriesland: ER ist der Größte seiner Art in Deutschland! Aber jetzt geht's ihm an den Kragen...

Ruhiges Leben in Ostfriesland an der Nordsee
Ruhiges Leben in Ostfriesland an der Nordsee
Foto: imago images

Er ist der größte seiner Art, nicht nur in Ostfriesland, sondern in ganz Deutschland. Aber er ist altersschwach geworden. Kein Wunder. Mehr als 130 Jahre hat er schon ins Land gehen sehen...

Also ging's ihm an den Kragen, für eine Runderneuerung! Das grüne Dach und die rote Kuppel lugen bereits aus dem Baugerüst hervor. Bald leuchtet er von Ostfriesland aus wieder bis weit auf die Nordsee hinaus.

Ostfriesland: Hier steht ER

In wenigen Wochen soll der höchste Leuchtturm Deutschlands wieder in seinem markanten roten Stahlgerüst erstrahlen. Die Sanierung des mehr als 130 Jahre alten Campener Leuchtturms in Ostfriesland steckt in den letzten Zügen, wie Rainer-Jörg Oldewurtel vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ems-Nordsee in Emden sagte.

Zuletzt wurde der Leuchtturm 1992 saniert – nun soll die Generalüberholung samt frischem Anstrich in Rot und Weiß das Bauwerk mindestens für die nächsten 20 Jahre fit machen.

An dem rund 65 Meter hohen Leuchtturm wird seit Sommer vergangenen Jahres gearbeitet. 32 Gerüst-Etagen verstellten seitdem den Blick auf das Bauwerk, das neben dem berühmten rot-gelben Pilsumer Otto-Leuchtturm zu den touristischen Attraktionen in der Gemeinde Krummhörn im Kreis Aurich gehört. Das intakte Leuchtfeuer ist aber auch ein wichtiges Seezeichen.

„Sein Licht strahlt auf die Außenems und zeigt den Schiffen den Fahrweg an“, erklärte Oldewurtel. Außerdem ist der Turm mit Geräten für den Richtfunk nach Borkum ausgerüstet.

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Der Leuchtturm Campen

  • Der Campener Leuchtturm ist mit 65,3 Metern höchste deutsche Leuchtturm.
  • Er gehört auch zu den höchsten Leuchttürmen der Welt (Platz 14).
  • Er steht an der Mündung der Ems in die Nordsee, nordwestlich von Emden.
  • Der Leuchtturm Campen dient als Tagesmarke und nachts als Leitfeuer zur Fahrt durch das Randzelgat in der Westerems vor Borkum.
  • Der Leuchtturm wurde 1889 errichtet und 1890 fertiggestellt. Offiziell ging er am 1. Oktober 1891 in Betrieb.
  • Das Leuchtfeuer gehört mit einer Lichtstärke von 4,5 Millionen Candela zu den stärksten Leuchtfeuern in Deutschland. Es hat eine Reichweite von ca. 55 Kilometern.

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Für die Sanierung strahlten Arbeiter mit einem umweltfreundlichen Kunststoffgranulat Etage für Etage die Farbe des Bauwerks ab. Einige wenige Schwachstellen im Stahl, Korrosionsschäden, wurden dadurch sichtbar und anschließend ausgebessert. Dennoch ist das WSA zufrieden: Der Zustand mache einen sehr guten Eindruck, sagte Oldewurtel.

Zumal der Turm direkt hinter dem Deich besonders dem rauen Nordseeklima ausgesetzt sei. Er steht nur wenige Meter vom Salzwasser entfernt. Zudem hätten Sandschliff durch den Wind und die Sonneneinstrahlung die Farbbeschichtung über die Jahre abgenutzt.

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Das ist Ostfriesland:

  • Region im äußersten Nordwesten von Deutschland
  • Sie besteht aus den Landkreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie der kreisfreien Stadt Emden
  • Die ostfriesischen Inseln sind Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge
  • Etwa 467.000 Menschen leben hier (Stand: Dezember 2019)

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„Der Turm war in die Jahre gekommen“, sagte Oldewurtel. Nun wird der Turm von oben nach unten mit insgesamt fünf neuen Farbschichten neu angestrichen. Diese Farben seien eigens für das Campener Original zusammengestellt worden.

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Da die neue Farbe aber bei nasskaltem Wetter nicht aufgetragen werden konnte, kam es im Winter zu einer Pause. Die Sanierung verzögerte sich. Die Kosten sollen deswegen laut WSA aber nicht steigen. Sie liegen bei rund 600.000 Euro.

Der höchste Leuchtturm Deutschlands

Der Stahlfachwerkturm von 1889 erinnert mit seinen genieteten Eisenteilen ein wenig an den berühmten Pariser Eiffelturm, der etwa zeitgleich gebaut wurde - deswegen wird sein Pendant in der Krummhörn mitunter auch „ostfriesischer Eiffelturm“ genannt.

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Damals habe man diese neue Bauweise toll gefunden, erklärt Oldewurtel. Die Architektur erschwere nun allerdings auch den Neuanstrich. „Mit den vielen Ecken und Winkeln ist das eine sehr anspruchsvolle Arbeit.“

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Zwischen Mitte und Ende April, so der Plan, soll das Gerüst dann ganz verschwunden sein und wieder den Blick auf das Krummhörner Wahrzeichen freigeben. Bis Touristen die 320 Stufen zur Galerie wieder hinaufsteigen können, wird es aber wohl noch dauern. Einen Öffnungstermin gibt es laut der Krummhörner Touristikgesellschaft wegen der Corona-Pandemie noch nicht. (dpa/jds)