Sylt: Frau spricht ein großes Problem an, das viele Menschen umtreibt! „Fühle mich hilflos“

Die Fußgängerzone in Westerland auf Sylt.
Die Fußgängerzone in Westerland auf Sylt.
Foto: picture alliance / Daniel Bockwoldt/dpa

Fragen über Fragen. Aktuell können die meisten davon ein Lied singen. Einerseits ist es für viele schwer den Überblick über diverse Veränderungen der Beschränkungen zu behalten und andererseits wächst der Frust. Auf Sylt herrscht ebenfalls viel Verwirrung, aber auch viel Wut.

Eine Frau auf Facebook wendet sich mit deutlichen Worten an die Menschen auf Sylt und sagt das, was vermutlich viele denken.

Sylt: Frau spricht vermeintliche Missstände auf der Insel an

Das Problem ist bekannt: Sylt ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern bietet auch lukrativen Wohnraum. Doch der ist begrenzt. Das sorgt bei vielen Syltern für große Sorgen und viele fühlen sich auch bedrängt die Insel zu verlassen (>> hier mehr dazu).

Aktuell verschärft sich die Situation noch mehr. Die Pandemie ruft Beschränkungen an die Tagesordnung, die viele so nicht als fair einschätzen. So schreibt eine Frau auf Facebook:

„Pandemiegewinner und Pandemieverlierer. Ferienvermietung ist den Insulanern untersagt. Viele stecken in tief roten Zahlen und sind verzweifelt. Erlaubt ist jedoch, dass Immobilienbesitzer vom Festland ihre Sylter Ferienwohnungen weitervermieten – an „Bekannte und Freunde“ und ohne Geld dafür zu verlangen, aber wer will das kontrollieren?“

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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„Die Sylter verlieren, die Festländer profitieren. Das geht rechtlich in Ordnung. Aber was ist das für ein Signal? Kein Wunder, dass da einige auf die Barrikaden gehen“, sagt die Frau weiter.

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Auch geht sie auf die hitzige Diskussion im Hinblick auf den Urlaub ein. Das sei nur für die Privilegierten möglich, die zahlreiche Immobilien auf Sylt besitzen sollen. So präferieren aus ihrer Sicht sogar viele die Flucht nach Mallorca, da es an der eigenen Küste nicht möglich sei: „Man versteht das alles nicht.“

Sylt: Frau bekommt viel Zuspruch

Anlass dieses Beitrags ist ein Bild von „Sylt Tv“ mit dem Titel „Ostersamstag auf einem beliebigen Supermarktparkplatz auf Sylt“. Das Bild zeigt zahlreiche kleinere „Privatflugzeuge“, die die Situation auf Sylt womöglich übertrieben symbolisieren sollen. Soweit ist es ja zum Glück noch nicht, dass jeder, der Immobilien auf Sylt besitzt mit seinem eigenen Flugzeug anreist.

Der Beitrag bekommt auf jeden Fall viel Zuspruch auf Facebook. Eine Frau schreibt beispielsweise: „Sehr gute Worte gefunden, ich stimme Ihnen zu 100 Prozent zu“.

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Eine weitere fügt hinzu: „Vielen geht es so. Und obendrein fühle ich mich hilflos,weil ich nichts dagegen tun kann. Es wird jeden Tag schlimmer. Demos sind gut und schön, aber was da abgeht hilft leider auch nicht. Die Stimmen dagegen sind laut, aber es interessiert einfach nicht, wir haben nichts zu melden.“

Schuldzuweisungen auf Sylt

Andererseits führen aber auch andere die Diskussion in eine gegensätzliche Richtung und zwar weg von der Schuldzuweisung.

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Ein Mann stellt sich die Frage: „Vielleicht sind die Zweitwohnungsbesitzer – ob aus der Ferne oder von der Insel – auch nur eine ideale Zielgruppe, um seine Wut zu entladen?“

Frust auf Sylt

Ein anderer führt außerdem einen weiteren Blickwinkel der Thematik hinzu: „Die Wahrheit liegt in der Mitte denn auch einige der Vermieter auf Sylt halten sich nicht an das Beherbergungsverbot und sind somit Teil dieses Ungleichgewichts.“

Es bleiben Fragen über Fragen. Klar ist jedoch, dass sich diese Menschen mehr Klarheit wünschen. Ob das mit mehr Kontrollen und möglichen Aufdeckungen von Verstößen gegen das Beherbungsverbot auch im augenscheinlich privaten Rahmen bewerkstelligt werden kann ist fraglich.

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Jedenfalls steigt die Frust auf der Insel. Es bleibt nur zu hoffen, dass es bald bergauf geht. (pag)