Ostsee: Harte Einschränkungen auf beliebter Insel – „Drittklassing“

Der Bahnhof in Burg auf Fehmarn an der Ostsee.
Der Bahnhof in Burg auf Fehmarn an der Ostsee.
Foto: picture alliance / dpa | Thomas Nyfeler

Die Ostsee-Insel Fehmarn erreichen Reisende leicht mit dem Auto. Nur knapp eine Stunde brauchen sie von Lübeck auf das Eiland.

Mit dem Zug dauert es da schon ein wenig länger. Und weil Fehmarn in der Ostsee recht weitläufig und dünn besiedelt ist, gilt die Insel im ÖPNV als eher schlecht erschlossen.

Ostsee: „Eher drittklassig“

Somit machen sich Insulaner auch keine großen Hoffnungen, dass das 9-Euro-Ticket groß etwas bewirkt. Und sind andererseits vielleicht auch ein wenig froh: denn so gibt es immerhin kein Chaos bei Bussen und Bahnen.

Wir freuen uns über das Angebot, weil es ein Zeichen setzt für nachhaltiges Reisen“, sagt Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke zu den „Lübecker Nachrichten“ über das 9-Euro-Ticket. „Einen bemerkbaren Schub durch mehr Touristen, die nach Fehmarn kommen, erwarte ich aber nicht.“

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Er glaubt, dass am ehesten Tagesgäste das Angebot nutzen würden. Obwohl viele von ihnen ab Lübeck wahrscheinlich lieber nach Travemünde fahren würden, weil die Fahrtzeit dorthin nur 15 Minuten beträgt – und nicht knapp 90 wie nach Fehmarn. Den öffentlichen Nahverkehr auf Fehmarn beschreibt der Tourismuschef gegenüber der Zeitung als „eher drittklassig“.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Ostsee: Bahn-Ära auf Fehmarn endet

Wer es mit der Bahn hält und gerne mit dem Nahverkehr auf die Ostsee-Insel fährt, der sollte das 9-Euro-Ticket ausgiebig nutzen. Denn mit dessen Ende am 30. August endet vorerst auch die Ära der Zugfahrten nach Fehmarn. An diesem Datum rollt das letzte Mal ein Zug auf die Insel.

Ab dem 1. September fahren dann laut „Lübecker Nachrichten“ überhaupt keine Bahnen mehr nördlich von Neustadt. Grund dafür ist die Hinterlandanbindung für den Bau der Fehmarnbeltquerung. Dauern wird das Ganze wohl bis 2029. In der Zwischenzeit gibt es einen Schienenersatzverkehr nach Fehmarn.

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War das Eiland einst noch ein Nadelöhr des Zugverkehrs, so ist die Insel in ein paar Monaten abgeschnitten vom deutschen Schienennetz. Früher fuhren sogar ICEs auf die Insel, um im Bahnhof Puttgarden, der über mehrere (mittlerweile eingestaubte) Bahnsteige verfügt, auf Fähren verladen zu werden. Aber das ist schon jetzt alles längst Vergangenheit.

Der Neustart kommt dann eines Tages, wenn die Fehmarnbeltquerung fertig sein sollte und Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen durch die Tunnel bei Fehmarn rollen. (rg)