Ostsee und Nordsee: Rekordsommer an der Küste, doch nun sind Probleme im Anmarsch

An Ostsee und Nordsee sind immer noch viele Urlauber unterwegs.
An Ostsee und Nordsee sind immer noch viele Urlauber unterwegs.
Foto: picture alliance/dpa

Sah es zu Beginn des Jahres und im Frühjahr in vielen Küstenorten noch ziemlich schlecht aus, hat sich das Blatt im Sommer gewendet. Nordsee und Ostsee erleben einen wahren Rekord-Anstrum, der das Vorjahr noch einmal übertroffen hat.

Und noch immer nimmt der Ansturm an Nordsee und Ostsee kein Ende. Die Buchungslage ist auch für den Herbst zufriedenstellend. Doch allmählich sind auch Probleme im Anmarsch.

Ostsee und Nordsee: Gut durch den Sommer! Und nun?

Ja, Schleswig-Holsteins Tourismus-Branche ist zwar besser durch die Corona-Krise gekommen als andere Regionen, steht aber ebenfalls vor großen Herausforderungen. Das geht aus dem sogenannten Tourismusbarometer hervor, das Sparkassen- und Tourismusverband am Freitag in Kiel vorstellten.

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Deutschland-Tourismus sei kein Selbstläufer, sagte die Vorsitzende des Tourismusverbands, Stephanie Ladwig. Der Wettbewerb der Urlaubsziele im In- und Ausland werde 2022 wieder intensiver, wenn weitere Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie fielen und der Mittelmeerraum stärker um deutsche Touristen buhle.

Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) rechnet zuvor aber mit einem kräftigen Schub für die Branche im Herbst. „Die Buchungslage für die Monate Oktober und November ist hervorragend im Vergleich zu den Vorjahren“, sagte er.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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„Legt man die Erfahrungen aus dem letzten Jahr zugrunde, dann ist für den Spätsommer und Herbst 2021 ebenfalls ein Erreichen des Niveaus vor Corona realistisch.“ Damit könnten die Betriebe einen Teil ihrer Verluste aus den ersten vier Monaten des Jahres wieder ausgleichen.

In den ersten sieben Monaten buchten Urlauber laut Statistikamt Nord 14,8 Millionen Übernachtungen in Schleswig-Holstein, das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Gäste ging jedoch um 13,6 Prozent zurück.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Buchholz führte die im Norden bessere Entwicklung der Branche als in ganz Deutschland auch auf die frühzeitige Öffnung ab Mitte April in vier Modellregionen zurück. „Die Modellregionen waren die größte Marketing-Offensive, die jemals für den Tourismus in Schleswig-Holstein stattgefunden hat.“ Nur deshalb hätte die Nachfrage im Juni und Juli bereits wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreicht.

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Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands, Oliver Stolz, betonte, „die positive Entwicklung können wir auch daran ablesen, dass bei den Betrieben im Land nur wenige Kreditausfälle zu verzeichnen sind“. Die Branche sei auch aufgrund der Hilfen mit einem blauen Auge davongekommen.

Laut Tourismusbarometer ist die Gästezufriedenheit im Ländervergleich immer noch hoch, aber wie bundesweit auch im Norden leicht gesunken. „Beim Preis-Leistungs-Verhältnis lag der echte Norden im letzten Jahr noch auf Platz 8, dieses Jahr ging es bergab auf Platz 12“, sagte Marktforschungsexperte Karsten Heinsohn vom wirtschaftswissenschaftlichen Fremdenverkehrsinstitut dwif.

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10 Tipps für Urlaub an der Nordsee:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

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Das Land habe Wettbewerbsvorteile. „Der Bezug zum Wasser mit Ostsee, Nordsee, Seen- und Flusslandschaften liegt absolut im Trend, genauso wie autarke Unterkunftsformen, wie beispielsweise Camping und Ferienwohnungen beziehungsweise Ferienhäuser.“

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Heinsohn warnte jedoch: Die durchschnittlichen Zimmerpreise in der Hotellerie seien in Schleswig-Holstein 2020 und 2021 jeweils um 11 Prozent gestiegen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern sind die Zimmer im Jahresdurchschnitt noch teurer. Minister Buchholz mahnte, bei den Zimmerpreisen nicht zu überdrehen.

Sorgen bereiten der Landesregierung vor allem zwei Dinge. Einerseits werde die Suche nach guten Mitarbeitern noch schwerer, weil viele gute Fachkräfte angesichts der Kurzarbeit während des touristischen Lockdowns die Branche gewechselt hätten, sagte Buchholz.

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Jede fünfte Stelle sei 2020 nicht besetzt gewesen, es drohe akuter Nachwuchsmangel. Zudem bereitet die abnehmende Akzeptanz für den Tourismus Sorgen. Vielerorts bildeten sich Bürgerinitiativen bei neuen Hotelprojekten – auch MOIN.DE hat darüber vielfach berichtet. Es sei eine grundsätzliche Ablehnung neuer Hotel-Projekte zu beobachten, sagte Buchholz. (dpa/jds)