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Ostsee: Junges Paar macht schlimme Beobachtung am Strand von Usedom – und handelt sofort

Trotz Badeverbot und massiver Windstärke sprang ein Mann in die Fluten der Ostsee – und zahlte dafür fast mit seinem Leben.

Zwei junge Studenten erlebten alles hautnah mit – und holten ihn sogar in letzter Minute aus dem eisigen Wasser der Ostsee

Ostsee: Rote Flagge war gehisst

Absolutes Badeverbot zeigte die rote Flagge am Strand von Koserow auf Usedom an, einem beschaulichen Badeort direkt an der Ostsee. Immerhin war Windstärke 6 angesagt – eine Lage, die auch für geübte Schwimmer schnell tödlich enden kann.


Erste Hilfe leisten – das kannst du tun!

  1. Bei einem Unfall die Unglücksstelle absichern.
  2. Den Notruf unter 112 oder 110 wählen.
  3. Ständig die lebenswichtigen Funktionen des Verletzten kontrollieren.
  4. Im Fall der Fälle: Wiederbelebung starten / Blutungen stillen.
  5. Stabile Seitenlage.
  6. Die Person mit einer Rettungsdecke wärmen. Dabei auch auf Wärme von unten achten.
  7. Psychische Betreuung: Mit der betroffenen Person sprechen, ihr über den Kopf streichen. Auch Bewusstlose spüren diese Fürsorge.

Ostsee: Panik am Strand!

In Koserow gingen die beiden 20-jährigen Studenten und Rettungsschwimmer Julia Prockl und Steve Werler sowie Wachleiter Randy Kröger ein hohes Risiko ein, als sie sich aufmachten, einen 75-Jährigen aus dem aufgepeitschten Meer zu holen.

Prockl und Werler sind privat ein Paar, und erlebten die Notlage zunächst vom Jetski aus.  Das Pärchen reagierte angesichts der Notsituation sofort, fuhr mit dem Jetski hinaus, um den Rentner an Land zu bringen.

Ist an der Ostsee die rote Flagge gehisst, gilt absolutes Badeverbot. In Koserow interessierte das nicht alle. Foto: IMAGO / BildFunkMV

„Aber die Rettung gestaltete sich aufgrund der Strömung sehr schwierig. Der Mann klammerte sich in Panik an den Buhnen fest und kam nicht vom Fleck. Und wir kamen wegen der hohen Wellen nicht so nahe an ihn heran“, erzählt Steve Werler.

Bewusstlos in der Ostsee

Am Ende geelang es den Rettern, den Mann aus dem Wasser zu ziehen – der zu diesem Zeitpunkt schon bewusstlos war. Nach erfolgreicher Reanimation am Strand landete der Rentner im Uniklinikum Griefswald.

Kaum zu fassen: An dem Tag der dramatischen Rettungs-Aktion ignorierten noch weitere Bade-Gäste das Verbot in Koserow und lösten Rettungseinsätze aus!

Den Leichtsinn mit dem Leben bezahlen musste zwar auch hier niemand, dennoch ein Spiel mit dem Tod – nicht nur mit dem eigenen.


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Ostsee: Eine Gefahr, die viele unterschätzen

„In dieser Jahreszeit kommen vermehrt Rentner an die Ostsee, die die letzten schönen Sonnenstrahlen des Spätsommers genießen wollen“, erzählt Wachleiter Kröger der „OZ“.

Der Einsatz rund um den 75-Jährigen und andere Leichtsinnige zum nahenden Saison-Ende am 15. September seien die heftigsten des Jahres gewesen, schiebt er nach.

An der Ostsee spielten sich dramatische Szenen ab… (Symbolbild) Foto: IMAGO / photo2000

Vor allem Unterströmungen in der Nähe von Buhnen seien eine Gefahr, die viele immer wieder unterschätzten, berichtet die „OZ“ aus Koserow. Dass dabei auch Rettungsschwimmer selbst nach erfolgreichen Einsätzen mit blutenden Verletzungen am ganzen Körper an den Strand zurückkehren, ist beinahe Standard.

Der rüstige Rentner von Koserow, sowie alle anderen Schwimmer, die ihre Kräfte so grandios unterschätzten, werden ihre Badeausflüge wohl so schnell nicht vergessen. (wip)