Rügen: Schon zwölf Tote! Diese Straße auf der Insel ist hochgefährlich – aber niemand handelt

„Wir trauern um Mara, Cathie, Virginie und Toni“ - ein Transparent 2006 an der Unfallstelle neben Teilnehmern eines Trauerzugs auf der B96 anlässlich des ersten Jahrestages des tödlichen Unfalls von vier Jugendlichen in Ralswiek auf Rügen.
„Wir trauern um Mara, Cathie, Virginie und Toni“ - ein Transparent 2006 an der Unfallstelle neben Teilnehmern eines Trauerzugs auf der B96 anlässlich des ersten Jahrestages des tödlichen Unfalls von vier Jugendlichen in Ralswiek auf Rügen.
Foto: IMAGO / Jens Koehler

Horror-Crash auf Rügen: Erst vor wenigen Tagen ereignete sich auf der beliebten Urlaubs-Insel ein Unfall, der tiefe Spuren hinterlässt. Der Ort des Geschehens scheint Todesfälle geradezu anzuziehen.

Sie ist eine wichtige Verkehrsader auf Rügen und fast scheint es so, als sei sie verflucht: Die B 96. Auf der Höhe des Ortes Lietzow gab es bereits zwölf Todesfälle – mindestens. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Rügen: Immer wieder die B 96

Das jüngste Ereignis auf der Bundesstraße 96 kostete einen 45-Jährigen aus Sachsen-Anhalt das Leben. Ein Lkw war in den Gegenverkehr gefahren, der Mann wurde in seinem Auto eingeklemmt und verstarb, seine Beifahrerin überlebte schwerverletzt.

Neben den vielen Toten auf der B 96 füllen sich Unfallstatistiken dazu mit zahlreichen Verletzten, immer wieder knallt es auf der breiten Straße, immer wieder bei Lietzow.

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Zu 80 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit mahnt ein Verkehrsschild, nach dem jüngsten Unfall liegt es umgerissen im Gras.

Rügen: Die Polizei wiegelt ab

„Schrecklich ist das. Alle fahren viel zu schnell“, äußern Beobachter gegenüber der „OZ“, als sie die grausigen Überreste nach dem Zusammenstoß von Kleinwagen und Lkw sehen.

Ein Mitarbeiter der Abschlepp- und Bergungsfirma Dapa, die auch beim aktuellsten Unglück auf der B 96 aufräumte, meint: „Die Leute fahren hier schon wild auf der Insel.“ Corona habe Unfälle zwar merklich reduziert, doch auch riskante Überholmanöver sieht er als häufige Ursache.

Die Polizei sieht keinen Grund zur Beunruhigung. „Es handelt sich bei der Unfallstelle weder um einen Unfallschwerpunkt, noch ereigneten sich dort Verkehrsunfälle mit getöteten Personen“, heißt es. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen seien ausreichend.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Eine Statistik des Grauens auf Rügen

Zwölf Todesfälle in den letzten zwei Jahrzehnten sprechen eine deutliche Sprache: Im Juni 2005 verloren vier Jugendliche ihr Leben auf der B 96 durch einen betrunkenen Autofahrer. Noch im selben Monat kam eine Frau zu Tode, nachdem ihr Mann in den Gegenverkehr geraten war.

2008 verlor ein 45-Jähriger sein Leben, ebenfalls im Gegenverkehr. 2013 verunglückte eine junge Frau – in der Kurve, in der schon die Jugendlichen im Jahr 2005 ihr Leben ließen. Besonders heftig: Die Fahrerin war sogar mit den Familien der Opfer befreundet.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Wie die „OZ“ berichtet, setzt sich die Liste der Todesopfer bis heute fort. Es wurden Initiativen gegen Raser und für Unfall-Opfer gegründet, seit dem Tod der vier Jugendlichen prangt ein Schild mit der Aufschrift „Jetzt reicht es!“ am Straßenrand, für „Marcel“ den „besten Papa der Welt“ steht ebenfalls ein Gedenkkreuz in nächster Nähe.

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Vielleicht schaut mal jemand hin, wenn er an den Gedenkstätten vorbeirast. (wip)