Rügen: Die Empörung auf der Insel ist groß – landet DIESER Streit nun vor Gericht?

Es gibt Ärger im Schlosspark Putbus auf Rügen (Symbolbild).
Es gibt Ärger im Schlosspark Putbus auf Rügen (Symbolbild).
Foto: imago images/imagebroker

Die Empörung auf der Ostsee-Insel Rügen ist groß. Es geht um einen Baum.

Baumfreunde auf Rügen sind verärgert, Denkmalschützer fühlen sich übergangen. Nun könnte die Angelegenheit sogar vor Gericht landen.

Rügen: Neben der Weißbuche wurde auch die Rotbuche gefällt

Ende vergangener Woche hatte eine Weißbuche aus dem Schlosspark von Putbus entfernt werden müssen, weil sie von einem Wurzelschwamm befallen war. Das sei unbestritten gewesen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“.

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Heftig umstritten ist jedoch, ob die stattliche Rotbuche, die neben der Weißbuche stand, ebenfalls gefällt werden musste. Denn auch dieser Baum von 30 Metern Höhe, der hier fast 200 Jahre lang stand, wurde umgelegt.

Die offizielle Version der Stadt spricht gemäß „Ostsee-Zeitung“ von Schädlingsbefall beider Wurzelballen. Bürgermeistern Beatrix Wilke wird mit den Worten zitiert, die Fällung sei zwingend notwendig gewesen zur Herstellung der Verkehrssicherheit und zur Gefahrenbeseitigung.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Das bezweifeln Baumfreunde auf der Insel. Der Gehölzsachverständige Gernot Hübner hält die Fällung gemäß „Ostsee-Zeitung“ für voreilig und eine Gefährdung für nicht gegeben. Baumgutachter Gerhard Prill wird mit dem Satz zitiert: „Die Buche war kerngesund und einer der stabilsten Bäume im Park.“

Rügen: Es sei von einem Gutachten die Rede gewesen

Auch Denkmalschützer spielen eine Rolle in diesem Streit. Ein Argument: Allein aus artenschutzrechtlichen Gründen hätte ein Gutachten erstellt werden müssen. Von einem Gutachten sei zunächst auch die Rede gewesen, so Henry Gurski vom Förderverein „Residenz- und Rosenstadt Putbus“. Das habe sich dann aber wohl eher als „Begutachtung“ durch eine Sachverständige des beauftragten Unternehmens erwiesen.

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„Im Falle eines Rechtsstreits müsste der Baumstumpf ausgegraben werden, um die Ursache zweifelsfrei festzustellen“, wird Henry Gurski zitiert. Dafür werde sich sein Verein gegebenenfalls einsetzen. (kbm)