Rügen: Ferienhausvermieter sind verzweifelt und gehen diesen Schritt – „Man lässt uns eiskalt im Regen stehen“

Auf Rügen herrscht momentan viel Frust.
Auf Rügen herrscht momentan viel Frust.
Foto: picture alliance / blickwinkel/fotototo

Nach dem Corona-Gipfel am 22. März war klar: Urlaub auf Rügen bleibt für viele Menschen nur eine Wunschvorstellung. Urlauber und auch Vermieter von Ferienwohnungen sind frustiert.

Doch die Ferienhausvermieter wehrten sich und wollten dieses Schicksal nicht hinnehmen. Mehr als 50 Vermieter auf Rügen haben sich zusammengefunden und klagten gegen das Beherbergungsverbot.

Rügen: Ferienhausvermieter müssen sich gedulden

Mit einem Eilantrag erhofften sie sich eine schnelle Entscheidung. Jedoch ohne Erfolg: Geplant ist eine Entscheidung erst nach der nächsten Corona-Ministerpräsidentenkonferenz am 12. April.

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Dieses ergab sich aus dem Schriftwechsel zwischen dem Gericht und der Anwältin Katja Kleist, die mehr als 50 Antragsteller gegen das Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern vertritt, berichtet „Rügennews“.

Oliver Roeber, Vermieter des Kutscherhauses in Sassnitz, ist Teil der Streitgenossenschaft: „Es ist Absurd, einen Eilantrag auf eine so lange Bank zu schieben“, beklagte sich Roeber und fügte hinzu: „Damit lässt man uns eiskalt im Regen stehen.“

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Rügen: Eilantrag bereits im März eingereicht

Bereits Mitte März wurde der Eilantrag beim Oberverwaltungsgericht (OVG) eingereicht, damit das wichtige Ostergeschäft an der Ostsee gerettet wird.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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„Offensichtlich werde die prekäre Situation von vielen Vermietern nicht erkannt“, sagt Roeber. „Für Vermieter geht es nun in den 6. Monat eines Knallhart-Lockdown ohne Öffnungsperspektive und Entschädigung.“

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Auch Anwältin Katja Kleist zeigte sich verärgert: „Der wichtige Eilrechtsschutz des Bürgers läuft hier ins Leere, wenn Gerichte mit Ihren Entscheidungszeiten der politischen Realität hinterherlaufen.“

Rügen: Deutliche Kritik von Anwältin

Somit werde es immer schwieriger, die politischen Entscheidungen mit großen Auswirkungen zeitnah überprüfen zu lassen.

„Das einzig Positive an der Verzögerung sei, dass die Politik so doch noch zeitnah Entschädigungslösungen für die Eigentümer von Ferienwohnungen auf den Weg bringen kann“, sagte Kleist.

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In Mecklenburg-Vorpommern ist der Tourismus mit einem Umsatz von etwa acht Milliarden Euro der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Knapp 60 Prozent aller Unterkünfte werden hier von Privatvermietern gestellt, diese sind nun fast ein halbes Jahr ohne Einnahmen. (oa)