Rügen: Hier haben Politiker ordentlich gepennt – „Das geht gar nicht!“

Im Ostseebad Binz auf Rügen gibt es aktuell Aufregung um Bauarbeiten.
Im Ostseebad Binz auf Rügen gibt es aktuell Aufregung um Bauarbeiten.
Foto: imago images / Eibner

Auf der Ostsee-Insel Rügen erhitzt ein kleines Stückchen Straße derzeit die Gemüter der Anwohner.

Im Ostseebad Binz auf Rügen laufen nämlich aktuell Bauarbeiten, deren Ergebnis für Entsetzen und Überraschung zugleich sorgte.

Rügen: Aufregung auf der Insel

Was so eine kleine Straße alles ausmachen kann. Denn ein geplantes 300 Meter langes Endstück der Promenade am Fischerstrand sorgt auf Rügen für Aufregung. Nach derzeitigen Planungen soll dort der Fußgängerbereich wegfallen und auf die bestehende Spielstraße verlagert werden.

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Die Strandabgänge sollen aber bleiben, gepflastert und außerdem Ausweichbuchten eingerichtet werden. In dem Bereich, wo bislang die Fußgänger unterwegs waren, ist Rasen vorgesehen.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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„Rasen statt der traditionsreichen Promenade vor dem Grand Hotel. Das geht gar nicht“, sagte Birte Löhr, Generaldirektorin der Hotelkette Hutter-Gruppe gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ (OZ).

Rügen: Kurzfristige Lösung ist schwierig

Auch die Verwaltung auf Rügen reagiert überrascht, jedoch aus anderen Gründen. „Das wurde doch im Hauptausschuss beraten und auch abgestimmt“, sagte Bauamtschefin Romy Guruz in der „OZ“.

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Ein Beschluss aus dem Jahr 2019, der eine Instandsetzung des Bereiches der Strandabgänge 1 bis 6 vorsieht, ist die Grundlage hierfür.

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„Die Wurzeln der dort gepflanzten Alleebäume haben das Pflaster angehoben“, berichtet Romy Guruz. „Eine kurzfristige Lösung im Sinne einer Reparatur ist schwierig. Einfach neues Pflaster aufzubringen ergibt keinen Sinn, das wäre innerhalb kürzester Zeit wieder abgängig“.

Rügen: „Eine Summe, die den Rahmen sprengt“

Die Einrichtung der sogenannten Wurzelbrücken, eine Gitterkonstruktion am Boden, die den Bäumen ein weiteres Wurzelwachstum ermöglicht, wäre hierfür eine Lösung. Doch es gibt einen Haken.

„Rund 275.000 Euro. Das ist eine Summe, die den Rahmen und auch die Aufgabenstellung einer Instandsetzung sprengen“, beschreibt die Bauamtsleiterin.

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Im Hauptausschuss habe diese Variante keine Mehrheit bekommen. Daher greifen jetzt die laufenden Maßnahmen. Auch im Bauausschuss seien diese Planungen vorgestellt worden, merkt Guruz an.

Rügen: „Aufschrei wäre nicht so groß“

Die Protokolle für den Hauptausschuss sind nicht öffentlich, daher weiß man auch nicht, was genau passiert ist. „Diese Vorlage ist als sogenannte Tischvorlage eingegangen“, beschreibt der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Mario Kurowski (Bürger für Binz) in der „Ostsee-Zeitung“.

„Das heißt, die Ausschussmitglieder kannten den Text vorher nicht und mussten sich dann schnell einlesen und entscheiden.“ Man habe angesichts der drei zu vergebenen Lose vermutlich „nicht genau genug aufgepasst“, räumt Kurowski selbstkritisch ein.

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„Es ist aber davon auszugehen, dass ein Großteil der Mitglieder die Konsequenzen nicht gesehen hat. Sonst wäre ja jetzt auch der Aufschrei nicht so groß.“

Rügen: Eine Lösung zeichnet sich ab

Jetzt zeichnet sich trotz der verfahrenen Situation eine Lösung ab. „Die Verwaltung schlägt eine vorübergehende technische Lösung zum Erhalt des 85 Zentimeter breiten Gehwegs vor“, so Romy Gudzus.

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„Wir alle vertreten die Auffassung, dass ein grundhafter Ausbau nach historischem Vorbild geplant werden muss und die verschiedenen Anforderungen dort zusammengeführt werden können.“

Am Donnerstag findet die Sitzung der Gemeindevertretung Binz statt. Für alle Teilnehmer und Gäste besteht medizinische Maskenpflicht. (oa)