Sylt: Bittere Aussichten für die Insel! Diese Nachricht trifft Urlauber eiskalt

Leere Strandkörbe auf Sylt.
Leere Strandkörbe auf Sylt.
Foto: imago images/penofoto

Dieser Beschluss weckte Hoffnung in vielen Sylt-Fans: Der Landkreis Nordfriesland, zu dem auch die Insel gehört, soll ab dem ersten Mai als sogenannte Modellregion langsam und kontrolliert wieder für Touristen öffnen (MOIN.DE berichtete).

Soweit der Plan. Doch der droht nun zu scheitern. Denn ob Sylt tatsächlich Teil der Modellregion wird, ist aktuell noch ungewiss. Auf der Insel wird derzeit hitzig diskutiert.

Sylt keine eigene Modellregion

Die Insel hat nämlich eine eigenständige Bewerbung und ein Konzept unabhängig vom Landkreis eingereicht. Unter anderem plädierte man auf der Insel für noch mehr Tests und dafür, die Inzidenz stets unter 50 zu halten.

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Doch dazu wird es nicht kommen: „Die Umsetzung unseres Konzepts setzt die Schaffung einer entsprechenden Rechtsgrundlage voraus. Das ist seitens des Landes nicht erfolgt“, berichtet „Sylt TV“ über den Beschluss der insularen Abstimmungsrunde am Mittwoch.

Für die Urlaubsinsel bleiben nun zwei Möglichkeiten: Entweder man schließt sich dem Kreis Nordfriesland an oder das Projekt scheitert – somit dürften dann auch keine Gäste anreisen. Am kommenden Donnerstag oder Freitag will die Gemeindevertretung der Insel nun final über die Teilnahme an der Modellregion Nordfriesland entscheiden. Zwei Knackpunkte der Diskussion seien zu wenig Ordnungspersonal, das die Auflagen kontrollieren würde und ein aktuell geltende Haushaltssperre, die kein weiteres Personal erlaubt.

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Unter anderem äußerte sich Landrat Florian Lorenzen zu der Diskussion: „Eine ‚Durchimpfung‘ wird bis zum Sommer auch noch nicht stattgefunden haben. Wir müssen also vorbereitet sein, damit wir nicht von einer Gästewelle im Sommer überrannt werden, und je eher wir damit anfangen, desto besser. Tatsächlich sind auf Sylt bereits jetzt etwa 18000 Tests pro Tag möglich.“

„Ein Vorteil, den sich Sylt nicht entgehen lassen darf“

Sowohl Landrat Lorenzen als auch die Tourismusbranche auf Sylt haben sich bereits für die erste Lösung ausgesprochen. In einer Mitteilung der Sylter Unternehmer, des Dehoga Sylt sowie des Sylter Tourismusverbandes ist vom „sicheren und wohl durchdachten Modellprojekt des Kreises Nordfriesland“ die Rede.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Die Beteiligung an dem Modellprojekt eröffne, so die Verbände, zudem die Möglichkeit, die aktuellen Vorgaben schon jetzt zu etablieren und einzuüben. „Ein Vorteil, den sich unsere Insel nicht entgehen lassen darf“, zitiert die „Sylter Rundschau“ die Mitteilung.

Doch noch ist keine Entscheidung gefallen. Eine Tatsache, die vielen Sylt-Fans den Boden unter den Füßen wegzieht. „Weiß überhaupt noch jemand was?“, entrüstet sich eine Frau bei Facebook. „Es ist wirklich sehr traurig“, findet sie. „Schade“, schließt sich ein Mann an.

Sylt-Urlauber verunsichert

„Wir sollten alles versuchen, unter strengen Auflagen, wieder öffnen zu dürfen“, fordert ein anderer Insel-Fan. Besonders klar drückt sich folgender Kommentar aus: „Sylt sollte in das Modellprojekt des Kreises einbezogen werden, es braucht keine Extrawurst!“

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Neben dem ganzen Frust herrscht vor allem Unsicherheit bei den Urlaubern. „Hatten im letzten Sommer bereits für Juni gebucht. Das steht jetzt gewaltig auf der Kippe“, berichtet etwa ein Mann. Er fragt sich zudem, wer finanziell für die Corona-Tests aufkommen soll.

Sylt-Urlaub zu stressig?

Ein weiterer Sylt-Fan stellt klar, dass ihm der Urlaub auf der Insel unter den aktuellen Bedingungen zu stressig wäre. Schließlich könne das Modell jederzeit abgebrochen werden, was eine sofortige Abreise zu Folge hätte. Hinzu kommen die ständigen Testungen.

„So kann erstmal kein Urlaubsfeeling aufkommen“, resümiert er. „Dann lieber noch ein Jahr warten.“ Etwas mehr Klarheit schafft der Kommentar eines Mannes, der an den Gesprächen mit dem Landkreis teilgenommen hat.

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„Man darf die enorme Komplexität der Sache und den irrsinnigen Zeitdruck nicht unterschätzen“, schreibt er. Die Gespräche gehen am Donnerstag weiter und sollen noch am selben Tag für Klarheit sorgen. (lh)