Sylt: Corona-Zahlen schießen in die Höhe – ein Grund zur Sorge?

Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Mittlerweile steigen die Corona-Zahlen auf der Insel Sylt wieder beträchtlich. Auf dem Festland im gesamten Kreis Nordfriesland mit seinen rund 150.000 Einwohnern sind derzeit 48 Menschen nachweislich an Corona erkrankt.

Auf Sylt mit seinen ca. 18.000 Einwohner – aber eben auch Tausenden Touristen – sind es laut Statistik vom Kreis Nordfriesland Stand Donnerstag, 11. August, 52 Infizierte. Auf den anderen nordfriesischen Inseln Föhr und Amrum hingegen gibt es aktuell keine Fälle.

Sylt ist also so etwas wie die treibende Kraft in Nordfriesland ist. Zuletzt gab es unter anderem Corona-Fälle in der Bäckerei „Speck“ oder einer Filiale von „Gosch“ auf der Insel.

Zahlen auf Sylt Anlass zur Sorge?

Allerdings stellt sich natürlich die Frage: Geben diese Zahlen aktuell großen Anlass zur Sorge? Nicht unbedingt. Für eine kleine Insel wie Sylt mit ein paar Tausend Einwohnern erscheinen die Infektionen zwar hoch, doch dort sind wegen der Hochsaison eben Zehntausende Menschen unterwegs, also viel Fluktuation, viel Mobilität und vieles geschieht in Innenräumen.

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Mittlerweile sind in Schleswig-Holstein knapp 60 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, unter den besonders gefährdeten Menschen über 60 Jahren beträgt die Impfquote laut Robert-Koch-Institut sogar 89 Prozent.

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Das sind die nordfriesischen Inseln:

  • Die nordfriesischen Inseln liegen vor der Westküste Schleswig-Holsteins im nordfriesischen Wattenmeer, einem Teil der Nordsee.
  • Neben den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand gibt es kleinere sogenannte Halligen.
  • Sie alle gehören zum Kreis Nordfriesland.

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In den Kliniken im Landkreis liegen so gut wie keine Corona-Patienten, nur sehr wenige Menschen erkranken aktuell schwer.

Sylt: Schule läuft wieder

Sorgen machen Experten neben den wenigen, übriggebliebenen ungeimpften Ü60-Personen die ungeimpften 18 bis 59 Jährigen, wo bislang in Schleswig-Holstein 68,9 Prozent geimpft und die restlichen 31 Prozent derzeit nur schwer zu erreichen sind. Sie laufen, je nach Alter und Vorerkrankung, Gefahr, mit stark steigenden Infektionszahlen schwerer ezu rkranken, besonders zum Herbst hin.

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Auch der Schulbetrieb im Bundesland läuft mittlerweile wieder. Von den 12 bis 17 Jährigen in Schleswig-Holstein sind knapp 30 Prozent geimpft. Für Menschen unter 12 gibt es keine Impffreigabe.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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In den Altersgruppen unter 18 Jahren sind so gut wie keine Todesfälle zu erwarten – unklar ist jedoch noch, wie sehr auch junge Menschen anhaltende Long-Covid-Schäden davontragen können, denn Fälle gibt es.

Die wohl größte Sorge bereiten Experten derzeit die Impfdurchbrüche. Mit der heftigen Delta-Variante gibt es diese immer mehr bei vollständig Geimpften, die durch die Impfung zwar meist – wenn überhaupt – nur leichter erkranken, bei hochbetagten Vollgeimpften gab es aber auch Todesfälle.

Sylt: Nachbarinsel ist durchgeimpft

Ebenfalls kommt es immer wieder vor, dass sogar vollständig Geimpfte das Virus weiterverbreiten und andere infizieren können. Um dieses Ausmaß und deren Folgen so gering wie möglich zu halten, hilft nur eine möglichst hohe Impfquote in allen Teilen der Bevölkerung. So kann das Risiko so gut es geht minimiert werden.

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Auf den Nachbarinsel von Sylt, Amrum, ist das Maximum an Impfungen anscheinend erreicht. Von 2.340 dort gemeldeten, erwachsenen Personen, haben laut „Insel Bote“ 2080 ihre Erstimpfung erhalten. Das sind fast 90 Prozent und damit wohl alle Impfwilligen.

Weil die Gefahr auf Sylt insgesamt nicht gebannt ist, haben sich viele Gastronomen auf der Insel zusammengeschlossen und machen bei Lockerungen nicht mit. Mehr dazu kannst du >>> hier lesen. (rg)