Sylt: Hitzige Debatte auf der Insel – und schlechte Aussichten nicht nur für Urlauber

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel

Sylt ist eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland. Wir haben fünf überraschende Fakten zur Insel gesammelt.

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Neben aggressiven Punks und Wohnraumknappheit beschäftigt Sylt gerade ein Thema, das insbesondere in den Sommer-Monaten weit oben auf der Agenda steht: der Verkehr.

Verkehrspunkte in Westerland verkamen zur Farce (wir berichteten), die Straßen von Sylt platzen aus allen Nähten. Nun tagten Bürger in Keitum zum Thema „Verkehrswende“ auf der Insel. Und offenbarten denkwürdige Zustände.

Sylt: Von Harmonie keine Spur

Rund 80 Bürgerinnen und Bürger kamen nach Keitum, um über ein harmonisches Miteinander von Fußgängern, Rad-, und Autofahrern zu beraten. Mit von der Partie: Bürgervorsteher Frank Zahel (CDU), Bürgermeister Nikolas Häckel, und Eberhard Eberle, erster stellvertretender Bürgervorsteher (SPD).

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel

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Zu debattieren gibt es reichlich: Zu schmale Radwege, verdrängte Fußgänger und teils kuriose Straßenführung. Besonders im Sommer steigt das Konfliktpotential auf Sylts Straßen quasi äquivalent zu den Temperaturen.

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Ein besonderer Radweg, der auch von zahlreichen Urlaubern genutzt werden soll, gilt als Vorzeigeprojekt für Verkehrsentspannung, der Bau sollte schon im letzten Jahr starten: Der Westküstenradweg. Eine andere Straße, der Lornsenweg, soll in einen Radweg umgewandelt werden. Doch es formiert sich Widerstand. Eine Petition sammelte zahlreiche Gegenstimmen, Emotionen kochten hoch.

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Sylt: Hier läuft garnichts

Besonders im Fokus: Vernachlässigung von Fußgängern. „Ich bin Fußgängerin, Rollstuhlschieberin, Rollatorbegleiterin, Fahrrad,-und Autofahrerin: Ihre Planungen sind wunderschön, aber sie rechnen nicht mit den verschiedenen Ansprüchen von Personen die am Verkehr teilnehmen“ gab eine Westerländerin zu Protokoll, wie die „SHZ“ berichtet.

Auch Lars Schmidt von der Fraktion Zukunft monierte, es läge kein ausreichender Fokus auf Fußgängern, insbesondere Radfahrer würden zu sehr bedacht.

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10 Tipps für Urlaub an der Nordsee, Sylt ist auch dabei:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

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„Stimmungsmache“ und reichlich Ärger auf Sylt

„Stimmungsmache“, wie im Fall Lornsenweg, verbat sich Gritje Stöver, Vorsitzende des Ortsbeirates Keitum/Munkmarsch. Sie hält den Vorstoß sogar für reine „Funktionalisierung“.

Das klingt nicht nur nach reichlich Konflikten, sondern auch nach einer festgefahrenen Situation: Die Entwicklungen bleiben auf der Strecke – oder besser gesagt, sie kommen gar nicht erst ins Rollen.

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Die Umsetzung des Radverkehrskonzepts verzögerte sich aber auch noch aus anderen Gründen: Probleme mit dem Haushalt auf Sylt verhinderten die Bezahlung zuständiger Planer. Im Verlauf von Beratungen in der Gemeindevertretung wurden immer wieder Zweifel an dem Konzept laut, es folgten Anträge und deren zähe Abwicklung, wie die „SHZ“ berichtet.

Ob sich Urlauber und Insulaner in diesem Jahr auf unbeschwerte Radtouren freuen können, bleibt unklar.

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Die zuständige Planerin des komplexen Konzeptes auf Sylt, Sabrina Stieger, fasste die aktuellen Ergebnisse dann auch reichlich zurückhaltend zusammen: „Umgesetzt wurde noch nicht so richtig was, aber es gibt viele Überlegungen, wie sich die Situation im Radverkehr verbessern lässt“. (wip)