Sylt: Forscher machen sensationelle Entdeckung vor der Küste – „Das war kein Einzelfall“

Vor der Küste von Sylt haben Forscher eine irre Entdeckung gemacht.
Vor der Küste von Sylt haben Forscher eine irre Entdeckung gemacht.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Eine biologische Seltenheit haben Forscher kürzlich vor der Insel Sylt entdeckt!

Mitarbeiter des Rendsburger Labors für Meeresbiologe haben in Nordseeproben aus dem Gebiet vor Sylt erstmals eine aus dem pazifischen Raum stammende Flohkrebsart nachgewiesen.

Sylt: Pazifische Art in der Nordsee entdeckt

„Das war kein Einzelfall, sondern wir haben etwa 100 Exemplare in den Proben entdeckt“, sagte Laborleiter Björn Nadarzinski am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Landeszeitung“ auf ihrer Internetseite über den Fund berichtet.

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Nach Erkenntnissen des Meeresbiologen wurde die Krebsart mit dem Fachnamen Aoroides semicurvatus in den vergangenen Jahren zwar bereits in niederländischen Gewässern nachgewiesen, bislang aber nicht an der deutschen Küste.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Die kleinen Krebse seien nur etwa zwei Millimeter groß, sagte Nadarzinski. Ihr ursprünglicher Lebensraum sei vor Japan und Korea. „Sie scheinen sich vor Sylt etabliert zu haben.“ Wie in ihrer Heimat leben sie auch dort auf Muschelbänken der pazifischen Auster. Diese sei vor Sylt ebenfalls heimisch geworden. „Jedes Jahr werden Dutzende Arten in Nord- und Ostsee eingeschleppt, vor allem durch den Schiffsverkehr.“

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Durch menschliche Aktivitäten in die Nordsee eingeschleppt

Bereits im Herbst seien die Flohkrebse unter dem Mikroskop aufgefallen, sagte der Meeresbiologe. „Die Probe selbst stammte aber bereits aus dem Jahr 2019.“ Jährlich untersuchen der 38-Jährige und seine elf Mitarbeiter etwa 250 Proben für Landesämter und Institute. Die meisten davon stammen aus der Deutschen Bucht. Das Labor gehört zu den Werkstätten Materialhof, einer Einrichtung für Menschen mit psychischen Behinderungen.

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Die Flohkrebsart werde in die Liste gebietsfremder Arten in hiesigen Gewässern aufgenommen, sagt Nadarzinski. Er geht davon aus, dass die Flohkrebsart durch menschliche Aktivität in die Nordsee eingeschleppt wurde. Denkbar seien Schiffspassagen oder Aquakulturen. (dpa/mik)