Sylt: Insel-Fans diskutieren über traurige Fotos, Einwohner halten dagegen – „Ist immer so!“

Westerland auf Sylt.
Westerland auf Sylt.
Foto: imago images/Blaulicht News

In den Sozialen Netzwerken werden in letzter Zeit immer wieder Fotos von Sylt oder auch anderen Urlaubsorten wie Usedom geteilt. Darauf zu sehen: so gut wie keiner! Denn die Inseln sind wie leergefegt. Mittlerweile schreiben wir den 7. November und die letzten Übernachtungs-Touristen sollten spätestens am 5. November abgereist sein.

An Aufnahmen von Sylt entflammt jetzt eine Diskussion: Ist ein leerer Vorplatz am Bahnhof von Westerland am Abend bemitleidenswert oder üblich? Daran scheiden sich die Geister.

Sylt: Gruselig oder normal?

Manche empfinden die Aufnahmen als „gruselig" oder „traurig", andere hingegen als „normal um diese Zeit".

Fakt ist: auf Sylt machten im November auch vor der Corona-Pandemie viele Geschäfte oder Restaurants zu und es kamen deutlich weniger Menschen auf die Insel. Aber es schlossen eben nicht alle ihre Pforten. Jetzt hingegen dürfen so gut wie gar keine Touristen mehr kommen. Ein bisschen unüblicher oder leerer als die letzten Jahre ist die aktuelle Situation auf jeden Fall.

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In einem weiteren Beitrag geht eine Einheimische auf das Thema ein: „Ich würde gerne mal etwas loswerden. In einigen Gruppen werden ständig Bilder gepostet, von `traurigen`, `leeren Orten` auf Sylt. Zur Info: Das hat mal so gar nichts mit dem Lockdown zu tun! Das ist im November IMMER so. Bis etwa 21. Dezember ist hier normalerweise NIX los! Ich wollte es nur mal erwähnen.“

Sylt war im November noch relativ voll

Doch trotz dieses Beitrags: vor ein paar Tagen ließen Touristiker von der Insel verlauten, für einen November sei es noch recht voll auf der Insel gewesen.

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Denn es gibt natürlich auch Menschen, die wegen des ersten Lockdowns ihren Frühjahrsurlaub absagen mussten und diesen jetzt nachholen wollten. Und es gibt Urlauber, die für die „leere" Zeit auf der Insel fernab des Sommer-Trubels extra buchen.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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„Genau deswegen war ab 26. November gebucht. Die schönste Zeit auf der Herzens-Insel", schreibt eine Frau unter den Beitrag. „Ich fand das auch immer am schönsten dort, wenn es so leer war im November", heißt es an anderer Stelle. Ein weiterer Sylt-Fan meint: „Wir sind seit Jahren Ende November auf Sylt und lieben es – es war durchaus immer einiges los und nicht zu einsam, gerade richtig schön."

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Sylt: Kein größerer Andrang am letzten Abreisetag

Nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei gab es am Donnerstag auf den Fähren von Föhr und Amrum sowie den Halligen in Richtung Festland „keinen größeren Andrang“. Viele Gäste hatten die Inseln bereits in den vergangenen Tagen verlassen.

Auch vor den Autozügen von Sylt zum Festland gab es nach Bahnangaben keine längeren Wartezeiten.

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Die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Bettina Bunge, sagte, „der Tourismus in Schleswig-Holstein leidet unter der Schließung der Beherbergungs-, Kultur- und Freizeitbetriebe, wirtschaftlich wie aktuell auch in der Wahrnehmung der Gäste“. Eine Marke bilde sich aber langfristig. „Daher gehen wir davon aus, auch weiterhin ein beliebtes Urlaubs- und Tagungsland zu bleiben.“

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Ob die Sylt-Urlauber schon im Dezember zurückkommen dürfen, wird sich vielleicht am 16.11. entscheiden, wenn Bund und Länder die Lage neu bewerten. Viele Menschen schielen allerdings auch schon auf das nächste Jahr. Es sind sogar sehr, sehr viele, wie du >>> hier nachlesen kannst. (rg mit dpa)