Sylt: Immer wieder Ärger am Strand! Wann hat das ein Ende?

Sylt: Wie das Problem mit dem Strandmüll lösen?
Sylt: Wie das Problem mit dem Strandmüll lösen?
Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Petar Petrov picture alliance / Jens Hogenkamp | Jens Hogenkamp

Es könnte so schön sein am Strand von Sylt aber...

Das Problem ist allseits bekannt und nicht nur auf Sylt. Das Meer und die Strände werden immer mehr zugemüllt. Und das liegt nicht nur am Müll, den die Spaziergänger und Touristen mitbringen und am Strand liegenlassen.

Auf Sylt beispielsweise spült das Meer verschiedenen Unrat an den Strand. Darunter sind Kunststoffschnüre, Plastikfragmente, Kanister, Sprühdosen oder Styropor.

Sylt: Zusammen gegen die Müll-Flut

Die Lösung, die sich die Ostfriesischen Inseln ausgedacht haben, ist so einfach wie effektiv. An den Stränden von St. Peter-Ording (SPO), Eckernförde, Büsum, Sylt oder Föhr stehen nun sogenannte Strandmüllboxen.

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Diese Boxen haben etwa die Grundfläche einer Europalette, sind knapp einen Meter hoch und bestehen aus Stahl. Die Idee ist, dass jeder, der am Strand spazieren geht oder einfach dort Müll findet, diesen selbstständig in einer der Boxen entsorgt.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Sylt: Die Idee findet großen Anklang

Die Anzahl der Boxen an den Stränden unterscheidet sich von Strand zu Strand. Auf Föhr, dort wo das Projekt ihren Ursprung hat, stehen 16 solcher Boxen, zwei weitere wurden von Föhrer Unternehmen gespendet und sollen im Norden der Insel platziert werden. Auf Spiekeroog stehen beispielsweise sieben.

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Nadine Weber, zuständig für Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei der Spiekerooger Kultverwaltung, freut sich, dass das Projekt von den Gästen angenommen wird. Sie erzählt, dass jemand sogar ein altes Fischernetz ein paar hundert Meter bis zur nächsten Müllbox mitgeschleppt habe.

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Sylt: Die Zusammenarbeit mit den Gästen ist wichtig

Die Idee ist auch deswegen von der Zusammenarbeit mit den Gästen abhängig, weil die Kulturverwaltung nicht immer den Überblick behalten kann, welche Box schon voll ist. Deswegen ist jede Box mit einem QR-Code ausgestattet. Wer eine volle Box vorfinden, kann sich auf diese Weise an die Kulturverwaltung wenden.

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Außerdem sollen die Gäste auch nur den angespülten Müll in den Boxen entsorgen und nicht jenen, den Strandbesucher selber mitbringen. Daher sind in der Nähe der Strandmüllboxen jeweils Schilder platziert, die auf den richtigen Gebrauch der Boxen hinweisen.

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Nach Angaben der Nationalparkverwaltung in Wilhemshaven soll mit dieser Aktion über die Jahre eine erhebliche Menge Müll von den Stränden entfernt werden und das nicht nur auf Sylt. (lou mit dpa)