Sylt: Frust auf der Insel – wichtige Versorgung geht komplett verloren

Keine guten Nachrichten kommen von Sylt.
Keine guten Nachrichten kommen von Sylt.
Foto: IMAGO / Panthermedia

Traurige Nachricht von Sylt: Der Hebammen-Notruf auf der Insel wird zum 1. Juli eingestellt. Die drei beteiligten Hebammen haben ihre Mitwirkung zu diesem Datum gekündigt, teilte der Kreis Nordfriesland am Dienstag mit.

Der Hebammen-Notruf gab werdenden Müttern auf der Insel seit einigen Jahren die Möglichkeit, umgehend eine Hebamme anzufordern, wenn die Geburt sich früher als erwartet ankündigte. So wurde die fachliche Begleitung der Mutter bis zur Verlegung in eine geeignete Klinik auf dem Festland und, wenn dies nicht mehr möglich war, auch bei der Geburt auf Sylt sichergestellt.

Sylt: Bedauern auf der Insel

Die oberste Empfehlung an die werdenden Mütter lautete jedoch stets, ab zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin eine der Boarding-Möglichkeiten der Geburtskliniken und Husum, Heide oder Flensburg in Anspruch zu nehmen.

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„Die am Hebammen-Notruf beteiligten Hebammen haben die fachliche Versorgung mit viel Hingabe und Engagement sichergestellt und dabei Herausragendes geleistet“, sagte Landrat Florian Lorenzen (CDU).

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Er bedauerte, dass durch teils unsachliche Darstellungen unter anderem in den Sozialen Medien bewusst Verunsicherungen ausgelöst worden seien, die zu einer mangelnden Akzeptanz in der Bevölkerung geführt hätten.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Sylt: Entwicklung soll untragbar gewesen sein

Wiederholt seien die Hebammen für Entscheidungen kritisiert worden, die gar nicht in ihrem Ermessens- und Entscheidungsspielraum lagen. Diese Entwicklung sei aus Sicht der beteiligten Hebammen, der Gemeinde Sylt, des Amtes Landschaft-Sylt sowie des Kreises Nordfriesland mittlerweile untragbar geworden und habe zur Kündigung geführt.

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Lorenzen gibt die Hoffnung auf eine Fortführung des Projekts dennoch nicht auf. Die Geburtshilfe-Koordinatorin des Kreises versuche weiterhin, Hebammen zu finden, die den Notruf wieder aufleben lassen.

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Eine Hebamme hat ihre Mitwirkung demnach bereits zugesagt. Die beiden bisher beteiligten Hebammen, die auf Sylt wohnen, gehen ihrer Tätigkeit auch über den 30. Juni hinaus nach. Nur den Hebammen-Notruf wird es dann nicht mehr geben. (dpa)