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Sylt: Rechte sagen Demo auf der Insel ab – kaum zu glauben, was der Obernazi für eine Ausrede parat hat

Sylt

Fünf überraschende Fakten zur Insel

Sylt kommt nicht zur Ruhe – am Samstag, den 30. Juli sollte eine rechtsextreme Demo auf der Insel stattfinden. Nach Punk-Problemen und Polizei-Notstand (>>> wir berichteten) also der nächste Aufruhr.

Die rechtsextreme, neonazistische Kleinstpartei „Die Rechte“ , hat die Demonstration auf Sylt nun allerdings abgesagt – und die genannten Gründe dafür sind unfassbar…

Sylt: Diese Ausrede bringt die Menschen zum lachen

Die Veranstaltung sei am Anfang noch auf „großes Amüsement und Zustimmung“ gestoßen, sagt der Gründer von „Die Rechte“, Christian Worch, gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“. „Je näher der Termin rückte, desto mehr stellte sich aber heraus, dass die Bereitschaft zur konkreten Teilnahme gering war.“

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Vermutlich hatte der Obernazi die Aktion als Gegenentwurf zu den kürzlichen Demonstrationszügen aus dem linken Spektrum auf der Insel geplant (MOIN.DE berichtete).


Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

Sylt: Maskenpflicht verjagt Rechte

Doch der braune Aufmarsch bleibt offenbar im Morast stecken. Die Reise nach Sylt mit dem 9-Euro-Ticket sei für viele Teilnehmer zu langwierig, außerdem könnte die „Lästigkeit, dass in Zügen weiterhin Maskenpflicht besteht“, Mitglieder aus dem rechten Spektrum von der Fahrt auf die Insel abhalten, so Worch. Aha.

Vor dem Hintergrund, dass die Demo unter dem Motto „Dauerhafte Beibehaltung des 9-Euro-Tickets – Sylt für alle“ stattfinden sollte, will dieses Argument nicht so ganz passen.

Sylt
Der Parteivorsitzende der rechtsextremen Kleinpartei „Die Rechte“, Christian Worch (Archivfoto). Foto: picture alliance / ZB | Arno Burgi

 

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Die Linke will trotzdem nach Sylt

Eigentlich sollte es auch eine Gegendemonstration des SPD-Ortsverbands geben. Doch auch die wurde nun abgesagt. „Das ist als logische Konsequenz zu verstehen“, sagte der Vorsitzende Peter Marnitz dem „Hamburger Abendblatt“.

Nazi-Worchs Ausreden sorgen aktuell in den sozialen Medien für reichlich Spott. „Wahre Helden“, scherzt ein Mann auf Facebook. „Herrenrasse live! Peinlicher geht’s nimmer!“, heißt es in einem anderen Kommentar.


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