Timmendorfer Strand: Dieses neue Gebäude „verschandelt“ den Ort – und das ist längst noch nicht alles

Am Timmendorfer Strand gibt es Diskussionen um ein neues Gebäude (Symbolbild).
Am Timmendorfer Strand gibt es Diskussionen um ein neues Gebäude (Symbolbild).
Foto: picture alliance / imageBROKER | W. Wirth

Wirbel um ein Gebäude in Timmendorfer Strand! Ein Neubau an der Seebrücke im Ostsee-Ort ist höchst umstritten.

Nicht nur, dass die Immobilie optisch nicht in die Bebauung am Niendorfer Balkon passt. Auch wie es künftig genutzt werden soll, scheint aktuell unklar. Eine Nutzungsänderung lehnt die Gemeinde Timmendorfer Strand jedenfalls ab.

Timmendorfer Strand: Elf Meter hoher Neubau an der Seebrücke

Der elf Meter hohe Neubau hat laut „Lübecker Nachrichten“ (LN) schon in den vergangenen Jahren für mächtig Ärger gesorgt. Das Vorgänger-Gebäude mit dem „Café Wizzig“ wurde im Frühjahr 2018 abgerissen. Anschließend klaffte hier in exponierter Lage eineinhalb Jahre lang eine Baugrube.

Denn die Dimensionen des Vorhabens wurden von der Kommunalpolitik abgelehnt. Schließlich war es der ehemalige Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Robert Wagner, der Ende 2019 das gemeindliche Einvernehmen erteilte und den Weg für den Neubau ebnete.

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Nun scheint er fertig zu sein, lediglich ein kleiner Bauzaun an der Ostseite steht noch. Hier sollte gemäß Planungen eine Filiale von Gosch einziehen, doch die Fisch-Kette sprang im Herbst 2020 ab. Und das ist noch nicht alles.

Neubau in Timmendorfer Strand steht offenbar zum Verkauf

Im Sommer 2021 wurde der Neubau laut „LN“ im Internet zum Verkauf angeboten. Kaufpreis: 7,1 Millionen Euro, zuzüglich 850.000 Euro Kaufnebenkosten.

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Das ist die Lübecker Bucht:

  • Die Lübecker Bucht ist eine Meeresbucht der Ostsee, die vollständig zu Deutschland gehört.
  • Als Teil der Mecklenburger Bucht bildet sie die „südwestliche Ecke“ der Ostsee.
  • An der südwestlichen Spitze der Lübecker Bucht mündet in Lübeck-Travemünde die Trave. Nach Osten wird die Bucht begrenzt durch den Klützer Winkel. Angrenzende Bundesländer sind Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
  • Die Seebäder Kellenhusen, Grömitz, Pelzerhaken, Sierksdorf, Haffkrug, Scharbeutz, Timmendorfer Strand und Niendorf haben neben Lübeck-Travemünde mit der Halbinsel Priwall eine große Bedeutung für den Fremdenverkehr in Deutschland.

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Ein Blick in den Bebauungsplan des Niendorfer Balkons verrät, dass hier nur Gastronomie im Erdgeschoss, eine Betreiberwohnung und ein „Beherbergungsbetrieb“ mit mehreren Einheiten ohne Kochnische oder Küche, mit Versorgung durch das Lokal darunter genehmigt wurde.

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Eine Änderung zu Ferienwohnungen lehnt die Gemeinde aber ab. „Das ist nicht gewünscht, und das soll auch so bleiben“, sagt Sven Partheil-Böhnke, inzwischen Bürgermeister von Timmendorfer Strand. Stattdessen sollen hier Gastronomie, Hotellerie oder Dauerwohnungen entstehen.

Neubau sorgt weiter für Unzufriedenheit in Timmendorfer Strand

Die zukünftige Nutzung scheint gegenwärtig also völlig unklar. Ein Gesellschafter des Investors Devello AG hat gemäß „LN“ inzwischen bestätigt, dass Verkaufsgespräche geführt werden.

Demnach soll das Gebäude zum Ende des Jahres an einen Käufer übergeben und dann dort das gemacht werden, „was erlaubt ist“. Dennoch ist die Unzufriedenheit auch bei den Einheimischen und Fans von Timmendorfer Strand groß.

„So ein hässlicher Bau an so einen schönen Ort. Das hätte man nie genehmigen dürfen“, heißt es in einem Kommentar auf Facebook. „Verschandelt doch bitte das schöne Niendorf nicht so. Alles wird so zugebaut, die alten Villen abgerissen“, in einem anderen.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Zukunft des umstrittenen Gebäudes in Timmendorfer Strand unklar

Eine Frau meint: „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Der hässliche Klotz steht da und verschandelt den Brückenvorplatz, da ist es doch eigentlich auch egal, wer oder was da einzieht.“

Und dieser Mann bemängelt nicht nur die Optik des Neubaus: „Abgesehen von der Form: Grausig auch die Qualität, wenn man sich die Verkleidung von Nahem anschaut. So etwas durchgehen zu lassen, entspricht nicht für eine qualifizierte Bauverwaltung.“

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Es bleibt also abzuwarten, wie es mit dem umstrittenen Neubau in Timmendorfer Strand weitergeht – und vielleicht in Zukunft eine für alle akzeptable Lösung gefunden werden kann. (mk)