Usedom: Friseurin kündigt Drastisches an – jetzt kann sie sich vor Kunden kaum retten

Eine Friseurin in Zinnowitz auf der Insel Usedom hatte einen drastischen Schritt angekündigt. (Symbolbild)
Eine Friseurin in Zinnowitz auf der Insel Usedom hatte einen drastischen Schritt angekündigt. (Symbolbild)
Foto: imago images / F. Berger & imago images / Cavan Images (Montage MOIN.DE)

Sie machte eine drastische Ankündigung und wollte trotz Lockdown ihren Friseurbetrieb in Zinnowitz auf Usedom wieder öffnen. „Ich habe nichts mehr zu verlieren“, hatte Bianca Orpel in der „Ostsee-Zeitung“ (OZ) gesagt. Sie stehe vollkommen mittellos da.

Wie viele Selbstständige, hat die Friseurmeisterin ein großes Problem: Die Hilfen, die sie vom Staat bekommt, darf sie zwar für Geschäftsausgaben nutzen, nicht aber für private Dinge, wie Essen, Kleidung oder das Schulgeld für ihren Sohn (MOIN.DE berichtete). Trotz eines drohenden fünfstelligen Bußgeldes war sie bereit, ihren Laden wieder zu öffnen. Dann nahm die Geschichte der Friseurin auf Usedom eine unerwartete Wendung.

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Usedom: Gutscheine für den Betrieb

Das Schicksal der Frau hat viele berührt und aufgewühlt. Darunter auch der Wolgaster Bürgermeister Stefan Weigler. Nachdem er den Artikel in der „OZ“ gelesen hatte, rief er in der Redaktion an und sagte, dieser Frau müsse unbedingt geholfen werden. „Wir haben eine Möglichkeit gefunden.“

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Weigler gehört auch dem Vorstand des Wolgaster Rudervereins an. Der Verein war gerade Nutznießer der „OZ“-Weihnachtsaktion gewesen, die darauf abzielte, Vereinen und Einzelpersonen zu helfen, die durch die Corona-Krise in Not geraten waren.

Der Verein hat jetzt wiederum der Friseurmeisterin geholfen: Im Namen des Vereins orderte Weigler 80 Gutscheine zu je 25 Euro im Laden von Bianca Orpel an. Das sei auch deshalb gut, weil das Geld der Frau eben nicht geschenkt werde, sondern sie dafür später, wenn es wieder möglich ist, arbeite.

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Usedom: Auch Stammkunden sind gekommen

Am Montag, dem Tag, an dem Bianca Orpel ursprünglich ihren Laden wieder öffnen wollte, hat Weigler ihr nun die Gutscheine überreicht. Eine schöne Geste: Mit ihm seien weitere Zinnowitzer, darunter auch Stammkunden, in den Friseursalon gekommen, um ebenfalls Gutscheine zu erwerben, berichtet die „OZ“. Sollten die Kunden die Gutscheine alle zeitnah nach dem Ende des Lockdowns einlösen wollen, wird sich die Friseurmeistern vor Kunden kaum retten können.

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Das ist Usedom:

  • Usedom ist eine Insel in der Ostsee
  • sie befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Friseurmeisterin Bianca Orpel hat mittlerweile das Protestplakat des Einzelhandels „Wir machen auf... merksam“ an der Tür ihres Salons angebracht. Auf Anraten der Familie, von Freunden, durch das Gespräch mit anderen Geschäftsinhabern und des Rudervereins habe sie sich dann doch für die Plakataktion entschieden – und gegen die Öffnung des Ladens.

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„Es droht ja sonst möglicherweise der Entzug der Gewerbeerlaubnis, meine berufliche Grundlage“, wird Bianca Orpel in der „OZ“ zitiert. Sie beteuert aber auch, wie gerne sie wieder arbeiten möchte. Sie könne mit Maskenpflicht, Abstandsregelung und Hygieneregeln ohne Weiteres leben, „aber arbeiten lassen muss man mich“.

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Immerhin hat sie in dieser schweren Zeit nun die Aussicht auf etliche Termine für die Zeit nach dem Lockdown. (kbm)