Hamburg: Massenweise Straftäter laufen frei herum – „Macht fassungslos“

Hamburg: Die Haftanstalt an der Holstenglacis.
Hamburg: Die Haftanstalt an der Holstenglacis.
Foto: imago / Hauke Hass

Die Justiz in Hamburg verzeichnet rund 3.000 noch offene Haftbefehle aus den vergangenen vier Jahren.

Wie aus einer Antwort des Senats in Hamburg auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht, wurden bis Mitte März noch 2.474 Personen von der Polizei bundesweit gesucht, weil sie trotz rechtskräftiger Verurteilung ihre Strafhaft nicht antraten.

Hamburg: CDU fassungslos

Weitere 549 noch offene Haftbefehle wurden gegen Verdächtige nach Straftaten erlassen. Die Antwort bezog sich auf den Zeitraum von 2017 bis zum 23. März 2021.

+++ Hamburg: Verfolgungsjagd! Polizei ist hinter Raser (18) her und schießt auf Fluchtauto +++

Von den noch offenen Haftbefehlen stammen – mit 1.048 zum Haftantritt und 188 nach Straftaten – besonders viele aus dem vergangenen Jahr. Aber auch Hunderte Ausschreibungen zur Festnahme aus den Jahren 2017 bis 2019 sind demnach bislang unvollstreckt geblieben.

„Dass in Hamburg mehr als 3.000 Straftäter frei rumlaufen und von der Polizei gesucht werden, macht fassungslos", kommentierte der justizpolitische Sprecher der CDU-Fraktion und Urheber der Anfrage, Richard Seelmaecker, am Mittwoch.

+++ Hamburger SV: Heuert dieser Ex-HSV-Coach in der Bundesliga an? „Habe als Trainer meine Ziele“ +++

Hamburg: Kritik am Umgang mit Straftätern

Er kritisierte zugleich den Umgang mit ausländischen Straftätern, die eigentlich abgeschoben werden sollen.

Wenn deren Identität nicht klar ist, kommen sie laut Senat nach Verbüßung ihrer Strafhaft zunächst auf freien Fuß. Sie werden dabei belehrt, dass sie sich bei ihren Heimatbehörden um Papiere bemühen müssen. „Wir können uns von denen nicht weiter auf der Nase herumtanzen lassen", meinte Seelmaecker.

---------------

Mehr News aus Hamburg:

---------------

Der Senat müsse dafür sorgen, dass solche Straftäter direkt nach Verbüßung ihrer Haft abgeschoben werden. Zuvor hatte "Bild" über das Thema berichtet. (dpa)