Hamburg: Frau bekommt Nachricht auf Instagram – wenig später folgt der Schock

Hinter solchen Instagram-Nachrichten steckt eine neue Betrugsmasche (Symbolbilid).
Hinter solchen Instagram-Nachrichten steckt eine neue Betrugsmasche (Symbolbilid).
Foto: imago images/Westend61 & IMAGO / Rene Traut

Immer wieder gibt es neue Maschen in den sozialen Netzwerken, durch die Betrüger versuchen, sehr viel Geld zu ergaunern. Eine Frau aus Hamburg bekam kürzlich eine Nachricht über Instagram und schaltete anschließend den Privatdetektiv Jochen Meismann von „A Plus Detective GmbH“ ein.

Der erzählt im Interview mit MOIN.DE, warum die Frau aus Hamburg wenig später einen Schock bekam und warnt vor einer neuen Betrugsmasche in den sozialen Netzwerken.

Hamburg: Neueste Betrugsmasche in den sozialen Netzwerken

„Das Ganze nennt sich ,Meet and Greet-Scamming'“, wie Privatdetektiv Jochen Meismann im MOIN.DE-Interview verrät. „Die junge Frau aus Hamburg war hierbei sehr aktiv auf Instagram. Sie folgte einem Promi aus Schweden, dessen Beiträge ihr immer gefielen und die sie auch ständig teilte.“

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Eines Tages bekam sie über Instagram eine Nachricht auf Englisch von der angeblichen Social-Media-Betreuerin des Promis. „Sie schrieb: ,Wir haben gesehen, dass du ein sehr aktiver, treuer und besonderer Fan bist. Wenn du Interesse daran hast, könnten wir es einrichten, dass du mit dem Star über einen geheimen Account schreiben kannst'“, erzählt Meismann.

Natürlich war die junge Frau daraufhin sehr angetan und nahm die Einladung an. Dafür sollte sie sich die App „Google Hangouts“ runterladen, in dem man neben dem Verschicken von Chat-Nachrichten auch Video- und Telefonanrufe führen kann.

Hamburg: Betrüger gibt sich als Star aus

Über diese App nahm die junge Frau anschließend mit dem angeblichen Star Kontakt auf. „Er hat ihr geschrieben, dass sei eine tolle Frau sei, dass er es super finde, wie sie ihn unterstützt. Das ging eine Zeit lang so. Man hat sich dabei über alle möglichen Themen des Lebens unterhalten. Anfangs noch normal ohne tiefere Hintergründe. Sie hat die ganze Zeit geglaubt, dass sie mit dem Superstar schreibt“, sagt der Privatdetektiv.

Irgendwann war es dann soweit. Der Betrüger schrieb ihr, dass er sie gerne mal im Real Life näher kennenlernen möchte. Vor lauter Aufregung und vor Freude sagte die junge Frau zu. „Ich will dich gerne mal besuchen“, habe sie gesagt.

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Doch er hat laut Meismann gesagt: „So einfach ist das leider nicht. Ich stehe im Vertrag mit meinem Management und habe keine Verfügung über meine eigenen Zeiten. Dafür müsstest du mein Management kontaktieren und etwas ausmachen. Weil das die einzige Chance auf ein ,Meet and Greet ist'. Dafür hat er ihr anschließend eine Mail-Adresse gegeben.“

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Das ist Instagram:

  • Instagram ist eine Social-Media-Plattform zum Teilen von Fotos und Videos
  • Sie wurde 2010 entwickelt, seit 2012 ist Instagram auch mobil verfügbar
  • Von Januar 2013 bis Juni 2018 ist die Zahl der monatlichen aktiven Nutzer von 90 Millionen auf eine Milliarde gestiegen
  • 2018 wurde der Wert von Instagram auf rund 100 Milliarden US-Dollar geschätzt

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Nachdem die Frau aus Hamburg sich mit dem Management unterhalten hatte, wurde ihr versprochen, dass ein ,Meet and Greet' stattfinden könne. Zum Erstaunen des Detektivs gab es hierfür drei verschiedene Pakete.

Hamburg: Frau schickte Geld ins Ausland

Paket Nummer eins: Das Regular-Treffen. Da konnte sie sich mit dem Promi und dem Management in einem Hotel treffen und mit ihm zwei Stunden verbringen. 2. Das VIP-Treffen: Ein Treffen für zwei Stunden mit dem Star ganz alleine, ohne Management. 3. Bei dem Treffen ist man mit dem Star einen halben Tag alleine und es gibt eine zusätzliche Hubschrauber-Tour dazu. Die Preise lagen bei 5.000 bis 10.400 Euro.

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Auch sie war etwas verwirrt und fragte ihn, warum sie denn soviel Geld für einen ,Meet and Greet' zahlen solle. Der Betrüger habe ihr daraufhin geantwortet: „,Ich bekomme das Geld ja nicht, das ist für mein Management. Ich habe genug Geld und werde dir alles bei unserem persönlichen Treffen zurückzahlen'“, sagt Meismann.

Dass es niemals zu einem Treffen kommt, weiß die junge Frau zu dem Zeitpunkt nicht. Sie ist weiterhin der festen Meinung, dass sie mit dem Promi schreibt.

Sie entschied sich für ein Paket mit 5000 Euro und überwies das Geld auf ein lettisches Konto. Daraufhin sollte ein Ort für das Treffen abgemacht werden, dass in Lettland stattfinden sollte – aus Gründen der Privatsphäre.

Hamburg: Frau hoffte auf Treffen, dann kam der Schock

Der Tag kam dann immer näher, an dem sie den angeblichen Star treffen sollte. Doch dann folgte die Schocknachricht: „,Es gäbe aktuell Probleme und man kann das Treffen wegen Corona nicht organisieren. Aber dein Geld ist nicht weg, das Treffen wird irgendwann wiederholt'“, so Meismann.

Sie wollte allerdings bis zum Treffen ihr Geld zurück. Ab dem Zeitpunkt erhielt sie keine Nachrichten mehr von den Betrügern. Über die App „Hangouts“ versuchte sie, den Star zu kontaktieren und stellte am Ende fest, dass das Profil nicht mehr da war.

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Also hat sie den Privatdetektiv Jochen Meismann von „A Plus Detective GmbH“ angerufen und alles erzählt. Der fand heraus, dass sie nie mit dem Star geschrieben hat. „Sie hat die ganze Zeit mit einem Betrüger aus Afrika geschrieben. Das Geld war weg und es gibt auch keine Chance, es wieder zu bekommen, da sie alles nach Lettland überwiesen hat. Es von dort zurück zu holen, ist schon fast unmöglich.“

Nach dem sich der Detektiv das Profil des angeblichen Stars und die Adresse, an die das Geld überwiesen wurde, angeschaut hat, wird ein Bericht erstellt. „Aus dem geht hervor, dass es sich hierbei um einen Betrug handelt. Wir können da nicht viel mehr machen und empfehlen dann Strafanzeige bei der Polizei und in dem jeweiligen Land, wo das Geld hingeflossen ist, zu erstatten. Da passiert allerdings leider nicht viel“, so der Detektiv.

Hamburg: Emotionaler Schock für Opfer

„Es fallen täglich nicht nur in Deutschland sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt hunderte Menschen auf diese Betrugsmaschen rein, die glauben, dass sie sich mit ihrem Lieblingsstar treffen würden. Dazu wird es niemals kommen, das Geld ist dabei immer weg“, sagt Meismann und fügt hinzu:

„Das Schlimme ist ja, dass es zwei Schocks sind, die die Kunden erleiden. Zum einen ist das Geld weg und zum anderen ist es ein emotionaler Schock, der noch viel schlimmer ist. Denn man hat die ganze Zeit wirklich geglaubt, dass man mit dem Star schreibt und hat sich schon als neue Freundin von ihm gesehen.“

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Der Detektiv hat dabei mehrere Tipps, damit man bei möglichen Betrugsmaschen nicht reinfällt: „Man muss zunächst einmal schauen, um was für ein Profil es sich handelt. In den sozialen Netzwerken kann man erkennen, ob es sich hierbei um den Star handelt oder um einen Fake. Das erkennt man anhand der Verifizierung und den blauen Haken. Dann das Wichtigste: Auf keinen Fall Geld schicken!“

Vor Kurzem wurde eine Frau in Schleswig-Holstein ebenfalls Opfer von einer fiesen Betrugsmasche. >>> Hier geht es zur ganzen Geschichte.